Frick
Von Abfall bis Ziegen: Die Gemeinde Frick in Zahlen

Frick ist mit 5290 Einwohnern der grösste Ort im oberen Fricktal. Auch sonst mag man hier die Superlative. So lebte hier einst der grösste Plateosaurier. Und der Kleinste.

Thomas Wehrli
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Frick in Zahlen
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80 Dinosaurier hat das Team um Ben Pabst bislang ausgegraben. Längst nicht alle Skelette sind komplett. Dennoch kommt man auf die stattliche Zahl von rund 15 000 Saurierknochen, die in der Tongrube zum Vorschein kamen.
79 Vereine laden zu Spiel, Spass und Sport ein. In 25 von ihnen ist Bewegung Trumpf, im 12 bewegen sich Stimmbänder und Musikinstrumente. Im Bild: alt Gemeindeammann und Jodler Anton Mösch.
14 Coiffeursalons gibt es im 5290-Seelen-Dorf. Das macht pro Coiffeur eine potenzielle Kundendichte von 378 Kunden. Nagelstudios gibt es deren vier.
8 Ziegen gibt es in Frick. Ihnen stehen 351 Rindvieheinheiten, 1493 Schweine, 25 Schafe und 107 Hühner gegenüber. Auch 12 Ponys und Esel gibt es in Frick.

Frick in Zahlen

Michel Jaussi

Wer ist der Grösste im Fricker Land? Den Spiegel an der Wand braucht man für diese Frage nicht zu bemühen: Es ist «XL», der monstermässig grosse Plateosaurier. Mit einer Länge von acht Metern und einer Höhe von rund drei Metern ist er einer der grössten Plateosaurier, die weltweit je gefunden wurde. Frick liebt die Extreme – und so stammt auch der wohl kleinste Plateosaurier aus der Zentrumsgemeinde im oberen Fricktal. Nicht einmal zwei Meter lang ist dieser und ungefähr «so hoch wie ein Truthahn», umschreibt Andrea Oettl, Leiterin des Sauriermuseums, sein Ausmass. Nein, «XS», heisst er nicht, sondern Florian. Der Klein-Saurier wurde im selben Jahr, 2015, entdeckt, wie der Sohn von Oettl auf die Welt kam – und bekam vom Grabungsteam um Ben Papst denselben Namen.

Nomen est omen, sagt man. Und Nomen ist auch in Frick stark geprägt durch Müller (33 Einträge im Telefonbuch), Meier (17), Mösch (25) und Schmid (55) – wobei, da gilt es Transparenz zu schaffen, darin auch subsumiert ist, wer ledig Schmid hiess oder wer ein Unternehmen mit selbigem Namen führt.

Ohne doppelten Boden sind dafür zwei andere Zahlen: In Frick gibt es vier Nagelstudios und 14 Coiffeursalons. Das macht bei 5290 Einwohnern 377,8 potenzielle Kunden pro Salon. Zugegeben, diese Zahl ist äusserst optimistisch, denn längst nicht alle gehen zum Coiffeur. Die einen, weil sie keine Haare mehr zum Schneiden haben; andere, weil sie sich die Haare selber schneiden; dritte, weil sie dem Bodenlang-Haarkult anhängen.

Die Sache mit dem Durchschnittsalter

Wer als Fricker nun just 41,19 Jahre alt ist, also über den Daumen gepeilt am 20. Januar 1976 geboren wurden, darf sich Mister oder Miss Frick nennen – denn er ist genau so alt, wie die Fricker es im Durchschnitt sind. Man könnte nun auch sagen, er sei ein Durchschnitts-Fricker, aber die Terminologie mit «Mister» und «Miss» tönt doch einfach besser. Einen Vorteil hat diese Statistik: Da sich der Durchschnittswert nur langsam verändert, ist morgen schon jener «Mister Frick», der am 21. Januar geboren wurde. Es kommt also so etwa jeder 1976er zum Zuge.

Ledig respektive suchend ist man in Frick besser als Frau, denn den 2615 Geschlechtsgenossinnen stehen 2675 Männer gegenüber. Die Balz-Konkurrenz ist dabei nicht klein, sind doch 2251 als ledig gemeldet. Aber, keine Angst, da sind auch all jene aufgeführt, die noch weitgehend ausser Konkurrenz laufen – die Jungen. 899 sind unter 20. Ihnen stehen 927 über 65-Jährige gegenüber, wobei damit nicht insinuiert werden soll, dass diese ausser Konkurrenz laufen.

Wer arbeitet, tut dies primär im tertiären Sektor, also als Dienstleister. 2362 Beschäftigte weist die Statistik in diesem Sektor für 2014 aus. 1106 Personen gehen einer industriellen Tätigkeit nach und 72 Personen arbeiten in der Forst- und Landwirtschaft. Sie tun dies unter anderem auf den elf Fricker Bauernhöfen. Zusammen bewirtschaften diese eine Fläche von 304,5 Hektaren, pflegen 1395 Hochstammbäume und melken pro Jahr 1 138 254 Kilogramm Milch.

Von der dazu benötigten «Hardware», also den Milchkühen, laufen auf Fricker Gemeindebann 165 herum. Zu den insgesamt 351 Rindvieheinheiten gesellen sich 1493 Schweine, 25 Schafe, 107 Hühner, 8 Ziegen und 12 Ponys und Esel. Wen es nun dünkt, er kenne mehr denn 12 Esel in Frick, der sei daran erinnert: Die Landwirtschaftsstatistik weist nur vierbeinige aus.

Die Frage der Sicht

Wer solch «teuflische» Gedanken wie den eben Erwähnten loswerden will, kann dies in einer der zwei Kirchen tun (und inzwischen in mehreren Sälen von Freikirchen). Der Blick auf Frick, wie ihn Starfotograf Michel Jaussi oben in Szene gesetzt hat, zeigt klar, wer im Dorf das Sagen hat: Die Katholiken, früher auch die Schwarzen genannt. Ihre Barock-Kirche dominiert Frick, während die evangelische kleiner und dezenter daherkommt. In Gläubigen gesprochen: 1929 sind römisch-katholisch, 967 reformiert und 17 christkatholisch.

Wie? Sie erkennen die Kirchen im Bild nicht? Dann haben wir eine letzte Zahl für Sie: In Frick gibt es vier Optiker-Geschäfte.

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