Herznach

Vereine fordern neue Dreifachturnhalle

Die Einfachturnhalle in Herznach ist teilweise mit bis zu 40 Personen gleichzeitig belegt, die dort Sport treiben. Dennis Kalt

Die Einfachturnhalle in Herznach ist teilweise mit bis zu 40 Personen gleichzeitig belegt, die dort Sport treiben. Dennis Kalt

Der Souverän stimmt über einen Kredit für eine Machbarkeitsstudie einer grösseren Turnhalle ab.

Die Sportvereine der Gemeinde Herznach sind seit der Jahrtausendwende stark gewachsen. Derzeit wollen rund 150 Kinder und 170 Erwachsene ihr wöchentliches Trainingsprogramm abspulen. Besonders im Winter kann es da in der Einfachturnhalle zwischen den Sportlern schnell eng werden. Die hohe Belegungsdichte stösst den Vereinen schon seit längerem sauer auf. Deshalb haben sie im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche die Interessen der Vereine formulieren sollte.

Die Vertreter der Sportvereine waren sich einig: Eine grössere Turnhalle muss her. «Die Turnhalle ist ab 17 Uhr überbelegt. Teilweise treiben dort zwischen 30 und 40 Personen gleichzeitig Sport», sagt Gemeinderat Pavel Roth, der das Ressort gemeindeeigene Hochbauten führt. So seien Trainingseffizienz und Sicherheit nicht gewährleistet. «Ein weiteres Ausweichen in die Hallen nach Ueken und Densbüren ist nicht mehr möglich.»

Wunsch nach Dreifachturnhalle

«Auch die Jugendförderung ist angesichts der Platzprobleme nur eingeschränkt möglich», sagt Roth. Doch gerade in der heutigen Zeit, in der Kinder und Jugendliche vermehrt vor dem Computer sitzen und digitale Medien konsumieren, sei es wichtig, eine gute Infrastruktur zu haben, um die Heranwachsenden für den Sport zu begeistern. «Der Wunsch der turnenden Vereine ist eine Dreifachturnhalle», sagt Roth, der nachschiebt, dass dieses Anliegen von einer relativ breiten Schicht der Bevölkerung unterstützt wird.

Dementsprechend haben die Sportvereine Ende März beim Gemeinderat beantragt, einen Planungskredit für die Grundlagenerarbeitung und die Machbarkeitsstudie für den Bau einer neuen Turnhalle an die Gemeindeversammlung zu bringen. Sagen die Stimmbürger am Freitag Ja zum Planungskredit in Höhe von 16 000 Franken, wird der Gemeinderat den Auftrag an einen Architekten vergeben. Gemäss Gemeindeschreiber Harry Wilhelm lässt sich heute nur schwer abschätzen, bis wann eine neue Turnhalle realisiert werden könnte. «Nach der Machbarkeits- und Standortstudie muss anschliessend über den Verpflichtungskredit für eine eventuelle Ausführung abgestimmt werden», sagt Wilhelm.

Erst auf Grundlage der Machbarkeitsstudie können in einem weiteren Schritt konkrete Fragen beantwortet werden. Etwa, wo die neue Turnhalle gebaut und wie gross sie werden soll, was mit der alten Turnhalle passiert– insofern diese nicht zu einer neuen, grösseren Turnhalle erweitert wird – und wie hoch der Kreditrahmen für die Halle ausfällt. «Wenn die Kreditsumme definiert ist, werden wir der Bevölkerung darlegen, was die Realisierung des Projekts für die Finanzen der Gemeinde bedeutet», sagt Wilhelm. Kommt es einst so weit, könnte auch das Thema Steuerfuss aufs Tapet gebracht werden.

Ein Blick nach Wittnau

Dass, wenn es an das Portemonnaie der Stimmbürger geht, die Präferenz des Souveräns kippen kann, zeigt der Blick in die Vergangenheit von Wittnau: Im Jahr 2010 stellte dort der Gemeinderat den Antrag, das in der 1960er-Jahren erstellte Gebäude für rund 1,3 Millionen Franken sanieren zu lassen. Dem Souverän war das nicht genug. Er lehnte den Sanierungskredit ab und forderte stattdessen einen Neubau. Zwei Jahre später bekamen die Stimmbürger ihren Willen und konnten über einen Sechs-Millionen-Kredit für eine neue Turnhalle abstimmen. Weil durch das Millionenprojekt jedoch eine deftige Steuerfusserhöhung drohte, lehnten die Stimmbürger den Kredit schlussendlich ab.

Gemeindeversammlung: Freitag, 7. Juni, 20.30 Uhr, Gemeindesaal.

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