Fricktal

Vandalen schlagen am stillen Örtchen zu – jetzt ist für die Gemeinde das Mass voll

Ein guter Rutsch ins neue Jahr sieht anders aus: Die WC-Anlage bei der Möhliner Storchenstation wurde erneut zerstört – für den Gemeinderat ist das Mass nun voll.

Gut verlief der Rutsch ins neue Jahr für die Gemeinde Möhlin nicht wirklich. Fensterscheiben sind eingeschlagen, Türrahmen verbogen und die Toiletten verstopft: Zwischen Weihnachten und Neujahr haben sich Vandalen am Toilettenhäuschen bei der Storchenstation zu schaffen gemacht – bereits zum dritten Mal innert eines halben Jahres. Dabei entstanden Schäden von insgesamt mehreren zehntausend Franken, wie Tele M1 berichtete.

WC-Vandalen aus Möhlin

WC-Vandalen aus Möhlin

In Möhlin haben es ein paar wütige Vandalen auf die öffentlichen Toiletten abgesehen. Bereits zum dritten Mal wurde das stille Örtchen von den Vandalen demoliert.

Es war der einzige Vandalenakt im unteren Fricktal über die Feiertage von Weihnachten und Neujahr, wie Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei Unteres Fricktal, sagt. «Die Feiertage verliefen sehr friedlich», fasst er zusammen. Ähnliches hat Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal, zu berichten. «Hinsichtlich Vandalenakten können wir Holz anfassen», sagt er.

Wut in den sozialen Medien

Dies ist allerdings für Fredy Böni, Gemeindeammann von Möhlin, kein Trost. Über die Zerstörungswut kann er nur den Kopf schütteln. «Es ist ärgerlich, wenn Steuergelder aufgewendet werden müssen, weil Leute daran Spass haben, wahllos Sachen kaputtzu schlagen.» In allen drei Fällen, bei denen das WC-Häuschen zerstört wurde, hat die Gemeinde Anzeige erstattet. Doch die Übeltäter sind nach wie vor unbekannt.

Nicht nur Böni, auch einigen Mitgliedern in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Möhli wenn...» stossen die Zerstörungsaktionen sauer auf. Mit «Vollidiote hoch drei» und «armseligi Lütli» verschaffen sie ihrem Unmut Ausdruck. Mehrere Personen fordern, dass bei der WC-Anlage eine Kamera aufgestellt wird, um einer erneuten Verwüstung entgegenzuwirken.

Für Böni ist das Mass nun voll. «Wir werden jetzt deutlich machen, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen.» Tatsächlich liebäugelt der Gemeinderat damit, weitere Kameras – zwei mobile sind bereits im Einsatz – anzuschaffen, um auch die WC-Anlage zu überwachen. «Wir haben mehrere Hotspots in Möhlin», sagt Böni – zuletzt verstopften Vandalen das Türschloss des Friedhofgebäudes mit Leim.

Das Problem dabei: In ihrem Zerstörungswahn machen die Vandalen vor den Kameras nicht Halt, insofern sie diese entdecken, sagt Böni «Im letzten Jahr haben Personen mit einer Leiter sogar eine Kamera abmontiert und entwendet.» 

Positive Erfahrungen mit einer Kamera hat die Stadt Laufenburg gemacht. Vor rund zwei Jahren hat sie eine solche bei der Grüngut-Entsorgungsstelle angebracht, weil Personen des Öfteren Kisten und Plastiktüten in ihrem Grüngut versteckt hatten. Die Gemeindemitarbeiter mussten das Fremdmaterial oft mühselig aussortieren, erzählt Stadtammann Herbert Weiss. «Seit der Überwachung sind die Fremdstoffe im Grüngut deutlich zurückgegangen.» 

Patrouillen und Belohnungen

Bei einer Kameraüberwachung will es die Gemeinde Möhlin jedoch nicht belassen. Weitere Massnahmen werden derzeit diskutiert, so wie jene eines Sicherheitsdienstes, der auf Patrouille geht. Einen entsprechenden Betrag hat der Gemeinderat in das Budget 2019 gestellt. Solch einen privaten Sicherheitsdienst hat die Gemeinde Stein seit Sommer letzten Jahres engagiert. «Aufgrund der vielen Kontakte mit den Besuchern der öffentlichen Anlagen ist es durchaus möglich, dass die Patrouillen eine präventive Wirkung haben», sagt Gemeindeschreiber Sascha Roth.

Weil Kameras und ein Sicherheitsdienst jedoch kein Patentrezept gegen den Zerstörungswahn sind, prüft die Gemeinde Möhlin derzeit Chromstahl-Installationen und eine Verstärkung der Türen und der Fassade, um das WC-Häuschen einbruchsicher zu machen. Laut Böni würde hierfür ein hoher fünfstelliger Betrag fällig. «Daneben überlegen wir uns, bei solchen Vandalenakten eine Belohnung auszusprechen, für Hinweise die zur Feststellung der Verantwortlichen führen», so Böni.

Autor

Dennis Kalt

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