Stiftung
Unterstützung aus Dankbarkeit zum Fricktal

Die Stiftung Pro Fricktal hat in den letzten 15 Jahren nahezu 350 Projekte finanziell unterstützt.

Fabrice Müller
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Er geht: Heinz Schmid. twe

Er geht: Heinz Schmid. twe

Thomas Wehrli

2015 unterstützte die Stiftung Pro Fricktal den Bau eines Brunnens auf der Passhöhe des Benkerjochs. Für den Garten des Altersheims in Frick wurden Sitzbankgarnituren gespendet. Zahlreiche Kulturveranstaltungen profitierten von den Zuschüssen aus dem Fonds der Stiftung, so zum Beispiel auch der Fricktaler Kammerchor und das Sichtfeld Open Air bei Hornussen. 2010 erhielt der Verein Eisen und Bergwerke in Herznach einen finanziellen Beitrag der Stiftung.

In den letzten 15 Jahren seit der Gründung der Stiftung Pro Fricktal im Jahr 2001 wurden insgesamt 600 000 Franken für nahezu 350 Projekte und Personen im Fricktal gesprochen, wie Stiftungspräsident und Gemeindeschreiber Heinz Schmid aus Frick sagt. Der Stiftungsrat mit dem Stiftungsgründer Anton Rüetschi, Rosmarie Rüetschi, Carmela Herzog und Werner Güntert befasste sich in 50 Sitzungen mit 412 Beitragsgesuchen – ehrenamtlich und ohne Sitzungsgelder.

«Manche Projekte konnten unterstützt werden, gegen 20 Prozent der Eingaben erhielten einen negativen Bescheid, weil sie zu keinem Stiftungszweck passten oder wir die Eingaben als nicht erfolgsversprechend erachteten», sagt Schmid und zieht eine positive Bilanz: «Die Stiftung findet starke Beachtung. Einerseits von Geldgebern, die das Gründungskapital aufstocken und somit unseren Einsatz langfristig ermöglichen. Anderseits natürlich auch bei vielen Interessenten.»

Für Lebensqualität im Fricktal

Die Idee einer Stiftung für das Fricktal stammt von Anton Rüetschi, der mit weiteren Persönlichkeiten einen Teil des Vermögens für Projekte in der Region einsetzen wollte. Heinz Schmid spricht von einer grossen Dankbarkeit, welche die Stiftungsgründer dem Fricktal gegenüber dadurch zum Ausdruck bringen wollten. «Uns Fricktalern geht es gut. Wir fühlen uns wohl in unserer Heimat. Die Lebensqualität ist hoch. Wer das Fricktal schätzt, hat vielleicht das Bedürfnis, selber einen Beitrag zum Wohlbefinden seiner Landsleute zu leisten.» Die Stiftung Pro Fricktal biete ihre vermittelnden Dienste dafür an.

Das Rezept der Stiftung ist einfach: Sie setzt Geld aus dem Fricktal für die Lebensqualität im Fricktal ein. Zu den Stiftungszwecken gehört die Förderung von Kultur, Kunst, Jugend, Jungunternehmen, Lebenshilfe und Lebensraum. «Mit unserem sozialen Engagement wollen wir nicht die Gemeinden von gesetzlichen Pflichten entlasten, sondern Armutsbetroffene zur Selbsthilfe anregen», betont Heinz Schmid. So kann die Stiftung beispielsweise die Kosten für eine Weiterbildung übernehmen und dadurch die Chancen des Gesuchstellers auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Zur Qualität des Lebensraumes trägt die Stiftung bei, indem sie naturschützerische und touristische Projekte unterstützt.

Finanzielle Sicherheit geben

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um in den Genuss einer finanziellen Unterstützung durch die Stiftung zu kommen? «Jedes Gesuch muss begründet und dokumentiert sein», sagt Schmid. So erwartet der Stiftungsrat neben Projektinformationen immer auch ein detailliertes Budget. Neben der hohen Seriosität der Gesuche legen die Stiftungsverantwortlichen Wert darauf, dass das Projekt in irgendeiner Form dem Fricktal zugutekommt.

«Wir werden oft mit Ideen für Projekte konfrontiert, wo das Geld für eine Lancierung fehlt. In diesen Fällen können wir mit unserem Beitrag eine gewisse finanzielle Sicherheit geben», sagt Heinz Schmid. Jahresprogramme hingegen werden bewusst nicht subventioniert. Es gibt aber jährlich wiederkehrende Angebote wie den Ferienspass für Kinder, für den wir gerne einen Zustupf leisten. Manchmal holt die Stiftung weitere Partner wie zum Beispiel das Kuratorium mit ins Boot, um grösseren Projekten im Fricktal auf die Beine zu helfen. Als etwa in Schupfart eine Gruppe von Freiwilligen die Kapelle renovierte, nahm ihr die Stiftung einen Teil der Kosten ab.

Daneben leistet die Stiftung auch finanzielle Unterstützung an Personen, die am Existenzminimum leben. «Ein Kind bedankte sich mit einer Zeichnung für die Zahnbehandlung, die sich seine Familie ohne unsere Unterstützung nicht leisten konnte. Manchmal kommen auch Sozialämter auf uns zu, wenn ihnen aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen die Hände gebunden sind. Je nach Fall können wir einspringen und weiterhelfen.»

Eine weitere Initiative der Stiftung Pro Fricktal ist der «Fricktalerpreis». Er zeichnet vorbildliche Leistungen für das Fricktal aus und wird in unregelmässigen Abständen vergeben. Erster Preisträger war 2004 Othmar Müller aus Frick, der sich auch im Pensionsalter für die regionale Information einsetzte. 2008 würdigte die Stiftung das vielfältige Lebenswerk des Obermumpfer Lehrers Bruno Egloff, 2010 im Rahmen des Herznacher Bergwerkfestes jenes von alt Nationalrat Peter Bircher aus Wölflinswil, der seit Jahrzehnten im Fricktal viel bewegt.

2013 ging der Preis erstmals an eine Personengruppe, die sich freiwillig für die Renovation der Kapelle in Schupfart engagierte. «Zum einen wollen wir mit dem Preis das beispielhafte Wirken von bestimmten Personen hervorheben, zum andern aber auch andere dazu animieren, sich für unsere Region einzusetzen», unterstreicht Heinz Schmid. Auf diese Weise wolle die Stiftung dem Individualismus und Minimalismus der heutigen Gesellschaft entgegenwirken.

Wer erhält den nächsten Preis?

Derzeit beschäftigt sich der Stiftungsrat mit der nächsten Verleihung des Fricktalerpreises. Wer in den Genuss dieser mittlerweile fünften Preisvergabe kommen wird, ist noch offen. Daneben liegen wieder verschiedene Gesuche für finanzielle Unterstützungen auf dem Tisch. Bei dringenden Gesuchen entscheidet der Stiftungsrat auch mal auf dem E-Mail- und Telefonweg, wie Schmid sagt. Damit die Stiftung auch in Zukunft Menschen und Projekte unterstützen kann, ist sie auf finanzielle Beiträge beispielsweise aus Erbschaften angewiesen. Die Beiträge an die Stiftung sind steuerlich abziehbar, weil die Stiftung als gemeinnützig anerkannt ist.

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