Sisslerfeld

Übungsszenario: So reagiert die Ortsfeuerwehr bei einem Chemieunfall

Die Dekontaminationsstrasse, die neueste Anschaffung der DSM-Betriebsfeuerwehr, wurde bei der Übung eingesetzt. pro

Die Dekontaminationsstrasse, die neueste Anschaffung der DSM-Betriebsfeuerwehr, wurde bei der Übung eingesetzt. pro

Bei der gemeinsamen Übung der Kaderleute von Chemiewehr und Ortsfeuerwehr Sisslerfeld kam die neue Dekontaminationsstrasse zum Einsatz.

Die beiden neuen Kommandanten der Ortsfeuerwehr Sisslerfeld (Gemeinden Sisseln, Eiken und Münchwilen) und der Betriebsfeuerwehr DSM, die zugleich Chemiewehrstützpunkt ist, haben sich gefunden. Andreas Siegrist und Marco Schlienger hatten am Dienstagabend gemeinsam speziell für ihre Führungskräfte ein herausforderndes Arrangement präpariert.

«Wir erleben nun eine Premiere, denn erstmals üben wir zusammen ausserhalb unseres Chemiewerks», so Schlienger. «Wir leisten Hilfe, in dem wir einen Alarmverband für die Ernstfälle eingerichtet haben, was gemeinsame Übungen voraussetzt», sagte Siegrist.

«Für heute Abend sind aber nur 25 Kaderleute aufgeboten worden und die müssen richtig Hand anlegen», ergänzte Schlienger. Es gehe nicht nur um die taktische Ausführung, sondern auch um einen realistischen Ablauf und darum, den Ablauf von Mechanismen zu prüfen, zeigte er die Zielsetzungen auf.

Gemäss dem Übungs-Arrangement waren auf der Hauptstrasse bei der Abzweigung nach Münchwilen ein Pick-up und ein Lastwagen ineinander geknallt. Ein 900-Liter-Container mit Warnzeichen «Corrosive» war auf die Strasse gestürzt und lief aus. Daneben lag ein Fass, aus dem weisser Rauch entwich. Am Arm des Pick-up-Fahrers klaffte eine Verätzung und er irrte umher. Der LKW-Chauffeur lag bewusstlos auf dem Steuerrad.

Für den ersten Schritt wurde die Ortsfeuerwehr aufgeboten. Angesichts der festgestellten Chemikalienhavarien alarmierte Einsatzleiter Sascha Hohler die Chemiewehr. Bis diese Experten eintrafen, bargen die Feuerwehrleute die Verletzten und errichteten einen Dreifachbrandschutz. Die Verkehrsgruppe hielt gemäss Übungsbestimmung eine Spur für den Durchgangsverkehr auf der Hauptstrasse frei.

Neue Ausrüstung eingesetzt

Die Chemiewehr unter Leitung von Sandro Kobelt baute dann ihre diesen Frühling angeschaffte Dekontaminationsstrasse mit Zelt und Absaugstelle für das Abwasser auf. Nach aufwendigem Prozedere waren zwei Männer in die neuen chemikalienresistenten Vollschutzanzüge eingekleidet worden.

Sie begaben sich zum Säurecontainer, den sie abdichteten. Über das Fass stülpten sie ein verschraubbares Kunststofffass. Nach dem Reinigen und Neutralisieren der Unfallstelle wurden die beiden Männer systematisch und unter kritischer Beurteilung dekontaminiert. Die schweisstreibende Herausforderung war nach 90 Minuten zur Zufriedenheit der Übungsleiter abgeschlossen.

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