Die Narro-Alt-Fischerzunft 1386 ist eine stolze Zunft. Stolz auf ihre Tradition. Stolz auf ihre Geschichte. Und stolz auf das Grenzüberschreitende. Einmalig sei dies, war am Hauptbott am ersten Faissen gleich von mehreren Rednern zu hören. Einmalig ist auch der feierliche Schwur, den neue Zunftbrüder bei der Aufnahme in die Zunft leisten. Für dieses Jahr hatten die gastgebenden Zunftbrüder der «minderen» Stadt (Laufenburg Baden) für die Vereidigung eigens ein neues «Bühnenbild» kreiert – dabei aber natürlich an der Tradition festgehalten, dass der Schwur vor einem Totenkopf und bei Kerzenschein stattfindet.

«Bis an das selige Ende»

Dieter Kern aus der minderen und Stefan Fischer aus der mehreren Stadt gelobten feierlich «die Satzungen und Ordnungen der Zunft getreu zu bewahren, zu hegen und zu pflegen bis an mein seliges Ende.» Nach dem Schwur setzten die jeweiligen Zunftmeister den beiden neuen Narronen die Masken auf und erhielten die Urkunde: Aus den Biedermännern waren Zunftbrüder geworden.

Nach ihrer Aufnahme erhielten Dieter Kern und Stefan Fischer auf der Bühne Gesellschaft von langjährigen Zunftbrüdern. Auf Schweizer Seite wurde Martin Leuenberger für 15 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Deutlich mehr Ehrungen gab es dieses Jahr auf badischer Seite: Mario Bagarella (15 Jahre), Uwe Arzner (25 Jahre) und Heinrich Weber sen. und Helmut Weber (je 50 Jahre). Gar auf 60 Jahre Zunftleben kann Werner Scheuble zurückblicken.

Tambouren und Schlager

Ob all der feierlichen Ernsthaftigkeiten kam am Hauptbott aber auch das Närrisch-Humorvolle nicht zu kurz. Daniel Kern etwa, der abtretende Zunftschryber der mehreren Stadt blickte in seinem amüsanten Protokoll auf das Hauptbott vor einem Jahr zurück. Die Zunftmeister Claus Epting und René Leuenberger liessen in ihre Jahresberichte das eine oder andere Bonmot einfliessen und in der närrischen Einlage wurde das Märchen «Rotkäppchen» in einer neuen Fassung auf die Bühne gebracht: als Musical mit abgewandelten Schlagertexten.

Apropos Musik: Zum Beginn des Hauptbotts boten die Tambouren eine fulminante Show. Und zum Abschluss ertönte im Saal das «Laufenburger Lied». Inbrünstig und voller Stolz.