Tourismus
Schweizer kompensierten die fehlenden Camping-Touristen – nun kommen auch die Holländer und Deutschen wieder

Die Fricktaler Campingplatzbetreiber sind mit dem Saisonverlauf bisher zufrieden – trotz Reiserestriktionen zu Beginn der Saison und einem verregneten Sommer. Jetzt hoffen sie auf einen goldenen Herbst.

Dennis Kalt
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Fabian Benz und Roger Mösch (r.), Betreiber von Camping Frick, haben auf ihrem Platz rund 20 Plätze für Touristen.

Fabian Benz und Roger Mösch (r.), Betreiber von Camping Frick, haben auf ihrem Platz rund 20 Plätze für Touristen.

Dennis Kalt (25. April 2019)

Die Campingbranche gehört zu jener, bei der sich die Covid-19-Pandemie zuletzt positiv am Absatz bemerkbar machte. Etwa gewann der Campingshop Kreher in Mumpf viele Neukunden hinzu, welche die Vorzüge des Campings schätzen – gerade in Zeiten, in denen eine langfristige Ferienplanung schwer möglich ist. Auch bei der Carrosserie und Vermietung Bernet GmbH in Möhlin ist die Nachfrage nach Wohnmobilen im vergangenen Jahr spürbar gestiegen.

Diesen Trend wirkte sich denn auch positiv auf die Fricktaler Campingplätze aus – besonders in den Frühlingsmonaten, in denen noch Einreiserestriktionen beim Grenzübertritt galten, wie etwa Fabian Benz, Mitbetreiber von Camping Frick, sagt:

«Statt der Reisenden aus dem Ausland sind in dieser Phase einfach vermehrt Camper aus der Schweiz zu uns gekommen.»

Diese Kompensierung war denn mitunter ein Grund, warum Benz mit der bisherigen Saison «sehr zufrieden ist» und der Buchungsstand in etwa das Niveau der letzten coronafreien Saison 2019 erreicht habe.

Stammcamper, aber auch viele neue Gesichter

Von vielen Schweizern, die unterwegs waren, berichtet auch Guido Sutter vom Campingplatz Waldesruh im Mettauertaler Ortsteil Will. «Wir hatten auf dem Campingplatz neben den Stammcampern auch viele neue Gesichter», bilanziert Sutter die Saison, die bisher recht gut verlaufen sei.

Besonders häufig auf dem Campingplatz Bachtalen in Möhlin waren übers Wochenende Kleinbusse mit Aufstelldach oder mit Vorzelt zu sehen, berichtet Inhaber Alf Hesse. Nach dem Wegfall der Reiserestriktionen habe er auch endlich wieder mehr Touristen aus dem Ausland wie Deutschland, Holland oder Österreich gehabt. Er sagt: «Neben vielen, die auf Durchreise sind, waren dies auch Velotouristen, die zwischen Frankreich und dem Bodensee dem Rhein entlang gefahren sind.»

Hesse ist sich sicher: Wäre das Wetter den Juli über nicht so regnerisch gewesen, hätte er das Gästeniveau von 2019 wieder erreicht. «Viele, die gebucht haben, sind erst gar nicht losgefahren, weil sie sich das Wetter nicht antun wollten», sagt er.

Spontane Anfragen wegen Hochwasser

Die starken und lange anhaltenden Niederschläge haben auf dem Fricker Campingplatz zu so mancher vorzeitigen Abreise geführt, sagt Fabian Benz. Aber:

«Wir haben auch vermehrt Anfragen von Campern erhalten, die von anderen Campingplätzen, die sich an einem See befanden, abreisen mussten.»

In den letzten Wochen sei auch die Anzahl der Übernachtungen von Personen aus den Niederlanden, Deutschland oder Dänemark wieder angestiegen. Nur Reisende aus Ländern ausserhalb Europas fehlten noch. «Wir hatten auch schon Gäste aus Israel oder Australien», so Benz.

In ein, zwei Wochen erwartet Hesse die Reiserückkehrer der grossen deutschen Bundesländer aus dem Süden, die auf ihrer Heimfahrt einen Zwischenstopp bei ihm einlegen, und Guido Sutter hofft auf einen goldenen Herbst, damit es nochmals einen Schwung an Campern raus in die Natur und auf die Plätze zieht.

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