Mittlerweile sind weitere Details zum tödlichen Badeunfall vom vorletzten Wochenende zwischen Bad Säckingen und Stein bekannt. Am Freitagabend waren zwei stark alkoholisierte Männer im Alter von 27 und 24 Jahren von der Holzbrücke gesprungen, nur der ältere konnte sich retten. Wie Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei, sagt, habe sich der Mann den Beamten gegenüber «renitent und unkooperativ» gezeigt.

Der Mann hatte fast zwei Promille Alkohol im Blut. Dadurch sei auch die Vernehmung nicht einfach gewesen – was wiederum die Suche nach dem zweiten Mann nicht einfacher gemacht habe, so Graser.

Aargauer Polizei weiss nichts von Vermisstem

Der Badeunfall zeigt: Zumindest nach dem Einsatz gab es durchaus noch Verbesserungspotenzial bei der Kommunikation zwischen deutschen und Schweizer Behörden. Beide Männer seien deutsche Staatsangehörige, so Graser. Deswegen habe man am Freitag auch gleich die deutschen Kollegen kontaktiert und diesen die Personalien mitgeteilt. Dies mit der Bitte, zu kontrollieren, ob der 24-Jährige an seiner Wohnanschrift erreichbar sei. Die Suche sei am Freitag erst mit der einsetzenden Dunkelheit abgebrochen worden.

«Von den deutschen Kollegen haben wir nie mehr etwas gehört, was passiert ist. Es gab auch keine Vermisstenmeldung. Wir hatten deswegen keinen Grund, danach weiterzusuchen», betont der Aargauer Polizeisprecher. Vom Fund der Leiche erfuhren die Aargauer Beamten erst im Verlauf der Woche. Graser betont allerdings, dass die Kommunikation mit der deutschen Polizei während des Einsatzes reibungslos funktioniert habe.

39-Jähriger wird vermisst

Laut Jens Czechtizky von der Pressestelle der Wasserschutzpolizei in Baden-Württemberg habe der 27-Jährige am Freitagabend der Polizei gesagt, dass sich sein Kollege ebenfalls selbstständig ans Ufer gerettet habe. «Da dies jedoch nicht hundertprozentig glaubwürdig erschien und es immerhin um ein Menschenleben ging, wurde eine Suchaktion gestartet», so Czechtizky. Diese habe am Freitagabend gegen 22 Uhr geendet. Örtliche Polizeikräfte hätten zudem am Samstag die Uferbereiche abgesucht. Polizeiintern sei der 24-Jährige ausserdem ausgeschrieben worden – wovon die Kantonspolizei Aargau aber offensichtlich nicht in Kenntnis gesetzt wurde.

Die deutsche Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass es sich beim Tod des 24-Jährigen um einen Unglücksfall handelt. Es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden, sagt Pressesprecher Florian Schumann. Dennoch sei eine Obduktion angeordnet worden.

Weiterhin vermisst wird laut Pressesprecher Mathias Albicker vom Polizeipräsidium Freiburg ein 39-Jähriger, der in der Nacht von Freitag auf Samstag in Bad Säckingen zuletzt gesehen wurde. «Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren», so Albicker. Und: Auch die Schweizer Behörden seien eingebunden.