Tarifverbund

Starkes Zeichen für den Tarifverbund

Die Fricktaler kämpfen für ihren öV.

Die Fricktaler kämpfen für ihren öV.

Die Fricktaler wehren sich mehr oder weniger geschlossen gegen die Sparübung beim Tarifverbund. Die Regierung tut gut daran, sie zu erhören – wenn der Aargau seinem Ruf als Kanton der Regionen weiterhin gerecht werden soll.

Der Regierungsrat will die jährlichen Subventionen an den Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) streichen. Weil er sparen muss. Und besagter Obolus, so hat man es sich in Aarau zurechtgelegt, sei ja ohnehin unfair, da davon nur eine einzige Region profitiere. Nur dass wir uns richtig verstehen: Wir sprechen hier von einem Sparpotenzial von nicht einmal einer Million Franken. Bei einem Staatshaushalt von mehreren Milliarden.

Aber gleichwohl: Ist es ungerecht, dass der Kanton Geld ausgibt, das allein dem Fricktal zugute kommt? Dreimal nein. Erstens findet man im Staatshaushalt so manch eine Position, von der die einen viel, andere wenig, dritte nichts haben. Zweitens ist die selektive Wahrnehmung stossend, jener fieberähnliche Zustand, der die Politiker jeweils zur Budgetzeit erfasst. Man beschwört den regionalen Ausgleich und vergisst ganz, dass die TNW-Subvention bei ihrer Einführung genau das war: Weil das Fricktal keine Mittelschule bekam, unterstützte man die Pendelkosten ans Gymnasium in Muttenz.

Drittens ist der Aargau ein Kanton der Regionen. Soll dies nicht zu einem Lippenbekenntnis verkommen, ist es zwingend, auf regionalpolitische Eigenheiten Rücksicht zu nehmen. Es braucht Verständnis. Und Solidarität. Von den Fricktalern für die Freiämter. Und umgekehrt. Wer an diesem Gleichgewicht herumschraubt, lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Fricktaler nicht nur für die Arbeit und die Freizeit nach Westen schauen. Mit ihrer Unterstützung für die Petition setzen Einwohner, Politiker und Gemeinden ein starkes Zeichen. Aarau tut gut daran, dieses ernst zu nehmen.

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