Rheinfelden

Stadt überprüft die Vogelfallen-Vorwürfe

Wasservögel wie Schwäne könnten die Seilkonstruktion, vor allem die dünnen senkrechten Seile, nicht wahrnehmen, sagt Birdlife Aargau. Visualisierung zvg

Wasservögel wie Schwäne könnten die Seilkonstruktion, vor allem die dünnen senkrechten Seile, nicht wahrnehmen, sagt Birdlife Aargau. Visualisierung zvg

Der neue Rheinsteg in Rheinfelden sei eine Vogelfalle, sagt Birdlife Aargau. Die Stadt prüft den Vorwurf und allfällige Massnahmen.

Der Anflug des Rheinstegs auf Rheinfelden wurde durch Birdlife Aargau jäh gestoppt: Die Dachorganisation der 123 Aargauischen Natur- und Vogelschutzvereine hat, wie drei Privatpersonen, im Februar Einsprache gegen das Vorhaben eingelegt.

Diese richtet sich nicht gegen das Brückenprojekt als solches, sondern gegen die Tragseilkonstruktion. «Das sind Vogelfallen», sagte Birdlife-Geschäftsführerin Kathrin Hochuli Anfang März und berichtete von Vögeln, die bei ähnlichen Brücken-Konstruktionen in die Seile fliegen und sich dabei schwer verletzen. Hochuli fordert darum eine Anpassung der Konstruktion. Die Stadt wurde von der Einsprache «überrascht» – auch, weil sie dem Aspekt «Zugvögel» bei der Planung ein besonderes Augenmerk geschenkt hatte.

Die Einsprachen würden nun sorgfältig geprüft, sagt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage. «Unter anderem wird mit Ornithologen der Einwand von Birdlife Aargau geprüft, ob die Ausgestaltung der Tragseile der Brücke für Vögel ein Problem darstellt, und, wenn ja, mit welchen Massnahmen die Kollisionsgefahr verhindert werden kann.»

Eine einfache Möglichkeit ist das Anbringen einer Verblendung. Dazu werden schwarz-weisse Plastikbänder an den Tragseilen montiert; diese sehen die Vögel und können dem Hindernis ausweichen. Das mag optisch nicht das Gelbe vom Ei sein, doch diese Verblendungen sind effektiv – und günstig.

Projekt wohl nicht gefährdet

Erdin geht davon aus, dass das Projekt insgesamt durch den Einwand von Birdlife Aargau nicht gefährdet ist «und eine Lösung gefunden werden kann». Eine zeitliche Prognose, wann mit dem Bau begonnen werden kann, wagt Erdin indes nicht. «Wir rechnen damit, dass der Gemeinderat im besten Fall noch vor den Sommerferien über das Baugesuch wird entscheiden können.» Gemäss Fahrplan sollten die Baumaschinen im zweiten Halbjahr auffahren; der Steg könnte dann 2018 fertiggestellt werden. «Ob dies erreicht werden kann, ist offen», sagt Erdin.

Der Rheinsteg ist für Rheinfelden «ein bedeutungsvolles Projekt», betont der Stadtschreiber. «Der Brückenschlag zu unserer Schwesterstadt hat Bevölkerung, Politik und Verwaltung seit rund zehn Jahren, seit den Diskussionen um den Rückbau des alten Kraftwerkes, beschäftigt.» Die neue Verbindung über die Landesgrenze habe zweifelsfrei hohe Symbol- und Ausstrahlungskraft für die beiden Rheinfelden.

Die Brücke schliesst für Erdin «die Lücke, die durch den Abbruch des alten Kraftwerkes und dessen Steges entstanden ist». Gleichzeitig entstehe mit der rund 200 Meter langen und rund 6,6 Millionen Franken teuren Hängebrücke «ein Bauwerk für Generationen, das mit Sicherheit weit über Rheinfelden hinaus Beachtung finden wird».

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1