Was tun, wenn eine jahrelang anhaltende Erfolgssträhne plötzlich zu Ende geht? Nichts bringt mehr Anerkennung und füllt die Kasse, anstehende Rechnungen bleiben unbezahlt, das Alltagsleben findet auf finanzieller Sparflamme statt: Da können schon mal ziemlich schräge Ideen auftauchen, um das Glück zu erzwingen.

Dieser brisanten Problematik hat sich mit jeder Menge Spielfreude der Theaterverein Spielleute Hottwil mit der anspruchsvollen, typisch englischen Kriminalkomödie «Der Haken» von Brian Clemens und Dennis Spooner angenommen. Regie führt erstmals Marc Frey. Dem Theaterteam gehört er als Darsteller schon seit acht Jahren an und auch Bühnenerfahrung bringt er durch seine Engagements bei der Operette Möriken-Wildegg, beim Aargauischen Freilicht-Spektakel und als Musiker in einer Band reichlich mit.

In dieses Kriminalstück baute er einige kleine Änderungen ein, stellte dem Kommissar (Robert Keller) die burschikose, etwas naive Assistentin Lilly (Käthi Keller) zur Seite und den Kommissar selbst stattet er mit bekannten Vorbildern aus der Branche aus, die der mit Lust kopiert. Nach vielen Jahren berufsbedingter Pause steht das Gründungsmitglied des Hottwiler Vereins, Robert Keller, als jener findige Mann des Rechts erstmals wieder auf der Bühne.

Im Stück geht es um das Krimi-Autoren-Duo Peter Feller (Matthias Kalt) und Max Gutmann (Jonas Marbot), das mit ihren Kriminalstücke viele Jahre lang eine grosse Fangemeinde begeisterte. Doch nun zünden diese Stücke nicht mehr, werden vor Ablauf der Spielzeit abgesetzt oder überhaupt gar nicht erst aufgeführt. Mahnungen häufen sich, Steuerschulden drücken, ihre junge attraktive Sekretärin Jill (Sabrina Müller) wartet auf ihr Gehalt.

Der gutaussehende, selbstbewusste Peter Feller hat einen recht perfiden Plan. Sein stets verängstigter, schreckhafter Partner Max willigt aus der Not heraus schlussendlich ein. Ein spannendes Katz- und Mausspiel zwischen den beiden beginnt. Zuerst gerät dabei Fellers Ehefrau Marie-Luise (Christa Leber) in den Fokus. Eifersüchtig, fordernd und verlebt ist sie ohnehin wenig sympathisch. Ihr grosses Plus ist eine stattliche Lebensversicherung. Ein wirklich eingegangener Drohbrief spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Dass die eigentlich nur angedachte Fiktion von Feller auf sehr tönernen Füssen steht, wird bald klar, der Haken zeigt sich schnell. Aus Schein wird Wirklichkeit, die Konturen zwischen Dichtung, Wahrheit und faustdicker Lüge verwischen. Zunehmend macht sich gegenseitiges Misstrauen nicht nur zwischen den beiden Kriminalautoren breit. Es knistert an allen Ecken und Enden, sarkastisch, temporeich.

«Der Haken» wird am 15., 16., 19., 20., 22. und 23. März jeweils um 20 Uhr und 17. März um 10.30 Uhr in der Turnhalle Hottwil aufgeführt.