Rheinfelden
Spielerisch für Naturwissenschaft und Technik begeistern: Schüler werden zu Erfindern

Für einmal nutzen die Schüler die Turnhalle Engerfeld nicht für den Sportunterricht. Denn die Kreisschule Unteres Fricktal, kurz KUF, lädt als erste Schule im Kanton Aargau ihre Schüler zum MINT Erfindertag ein.

Marco Sartori
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Das Herzstück der kleinen Autos besteht aus einer AA-Batterie und einem Elektromotor.
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Was halten soll, wird mit Klebeband befestigt.
Bei so viel Material ist es schwierig, den Überblick zu behalten.
Im Plenum werden die Erfolge und Problemstellungen behandelt.
René Provodoli ist der Geschäftsführer von Explore-it. Er leitet die Jugendlichen durch den MINT Erfindertag.
Schülerinnen tauschen in der Gruppe ihre Erfinder-Erfahrungen aus.
Den Verzierungen sind keine Grenzen gesetzt.
MINT
In Teamarbeit wird ein mehrachsiges Fahrzeug zusammengebaut.
Dieses Elektroauto wurde mit Büroklammern dekoriert.
Ein Schüler schneidet Fransen in das Heck seines Elektromobils.
Der Büsi-Faktor darf auch beim Erfinden nicht fehlen.

Das Herzstück der kleinen Autos besteht aus einer AA-Batterie und einem Elektromotor.

Aargauer Zeitung

MINT setzt sich aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zusammen. Schweizweit gesehen ist es bereits der elfte Erfindertag. Auf duzenden Tischen liegen für die Siebtklässler aller Niveaus Scheren, Messer, Unterlagen aus Karton und andere Bastelutensilien bereit. Ziel des Anlasses ist, die Jugendlichen auf spielerische Weise für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern — und nicht zuletzt, den Erfindergeist in ihnen zu wecken.

Der Kreativität sind an diesem Tag also keine Grenzen gesetzt. Trotzdem gibt das Programm ein Grundgerüst vor. Die Jugendlichen sollen zuerst aus Trinkröhrchen, Holzspiessen, einer Batterie, einem Elektromotor und Zahnrädern ein einachsiges Vehikel konstruieren.

Die Anleitung und das Material erhalten sie vom Explore-it-Team, das diesen Anlass durchführt und auch betreut. Die gemeinnützige Organisation Explore-it setzt sich dafür ein, Kindern und Jugendlichen MINT näher zu bringen. Sie sieht sich auch als Brückenbauer zwischen Schul- und Berufswelt.

Ein Angebot, das die KUF gerne nutzt. «Es geht darum, etwas selber auszuprobieren und aus dieser Erfahrung zu lernen», sagt Beat Petermann, Gesamtleiter der KUF. «Denn dies ist im Unterricht nicht immer möglich, weil der Rahmen fehlt.» Es sei eine grosse Chance für die Schüler, um zu erkennen, dass es für ein Problem meistens nicht nur eine Lösung gibt.

An der KUF konzentriert sich das MINT-Programm hauptsächlich auf die Bereiche Naturwissenschaft und Technik. «Dies hängt unter anderem mit der Nähe zu Unternehmen wie der Roche zusammen», sagt Petermann. Zudem ist das Pharmazie- und Biotechnologie-Unternehmen mit ihrem Nachwuchsförderprogramm Experio als Sponsor am Anlass und an Explore-it beteiligt. Auch das Berufsbildungszentrum Fricktal engagiert sich für das Projekt.

Schüler suchen nach Lösungen

Auf den Tischen surren bereits die ersten Motoren und bald rasen kreuz und quer einachsige Rennmaschinen über den Turnhallenboden. Einige drehen sich wild im Kreis, oder sie fahren blindlings über Füsse und in Gegenstände hinein.

In einer zweiten Phase sollen die Schüler ihr Grundgerüst nach den eigenen Vorstellungen ausbauen und untereinander kombinieren. Die Freude der Jugendlichen ist nicht zu überhören, auch wenn nicht alles «rund läuft» und immer wieder etwas kaputt geht. «Diese Erfahrung ist die wichtigste. Die Schüler erkennen Probleme und suchen automatisch nach Lösungen. Dadurch geraten sie in einen Lern-Kreislauf», sagt René Provodoli, Geschäftsführer von Explore-it.

Zudem steht den Jugendlichen eine Online-Plattform zur Verfügung. Dort sind alle chemischen, mechanischen und elektrischen Vorgänge illustriert und beschrieben.