Frick

Solothurner Wahlplakat hängt im Aargau: Was ging da bloss schief?

Aber hallo? Irrtümlicherweise wurde ein Wahlplakat von Bea Heim (SO) in Frick aufgehängt.

Aber hallo? Irrtümlicherweise wurde ein Wahlplakat von Bea Heim (SO) in Frick aufgehängt.

Die Solothurner Nationalrätin Bea Heim kämpft mit Grossplakaten um ihre Wiederwahl. Eines ist nun allerdings in Frick aufgetaucht. Allerdings ohne dass die SP-Frau das im Sinn gehabt hätte.

An den Strassenrändern und von den Kandelabern herab lächeln sie einem seit Wochen im Dutzend zu, die Damen und Herren, die nach dem 18. Oktober in Bern ein Wörtchen mitreden möchten. «Wähl mich», lautet ihre Botschaft, ein mehr oder weniger gezwungenes Lächeln ist ihre Waffe. Die einen sind, wie sie sind, den anderen hat der Photoshop-Virtuose die eine oder andere Falte weggespart.

Hart umkämpft ist der Wahlkampf gerade auch im Kanton Solothurn, denn ein Bisheriger muss, das ist schon heute klar, sein Pult in Bundeshaus räumen. Das kommt so: Da der Kanton weniger stark als andere Kantone gewachsen ist, verliert er einen seiner sieben Nationalratssitze (der Kanton Aargau dagegen gewinnt einen Sitz hinzu und kommt neu auf 16).

Kampf um den siebten Sitz

Da nun aber alle sieben Bisherigen wieder antreten, heisst es für mindestens einen: au revoir, Bundeshaus. Am meisten gefährdet ist laut Beobachtern einer der CVP- oder SP-Sitze. Beide Parteien schicken derzeit zwei Vertreter nach Bern. Wenn es die SP trifft, so dürfte insbesondere der Stuhl von Bea Heim wackeln. Die Politikerin aus Starrkirch-Wil sitzt seit 2003 im Nationalrat und ist mit 69 Jahren eine der ältesten Parlamentarierinnen.

Kein Wunder also gibt Bea Heim gehörig Gas und wirbt ab riesigen F12-Plakatwänden – diese sind 268,5 Zentimeter breit und 128 Zentimeter hoch – um die Gunst der Wähler. Ein solches hängt seit kurzem auch beim Restaurant Blumenau in Frick.

Im aargauischen Frick? Sucht Heim Schützenhilfe bei den Aargauern oder sogar eine neue (politische) Heimat? Oder will sie so die Solothurner, die nicht ganz so zahlreich durch das Fricktal fahren, zu mobilisieren? Weder noch, sagt Heim auf Anfrage. Ihr habe bereits jemand auf Facebook geschrieben, dass er ein Plakat mit ihrem Konterfei in Frick gesichtet habe. «Ich dachte, da hat sich jemand einen Jux gemacht», sagt Heim.

«Ich werde mal die Geografie-Kenntnisse der Mitarbeiter abfragen.»

Als sie dann von der az erfährt, dass es sich nicht um ein von freiwilligen Helfern platziertes Plakat am Strassenrand handelt, sondern um eines, das sie offiziell auf einer APG-Plakatwand gebucht hat, entfährt ihr: «Und dafür zahle ich.» Sie habe von der Plakatgesellschaft eine Liste mit Standortvorschlägen erhalten. «Frick war sicher nicht auf dieser Liste», sagt die 69-Jährige, die in Aarau aufgewachsen ist und den Kanton und seine Gemeinden «gut kennt».

Bei der APG|SGA AG bedauert man den Irrläufer. Es sei ein Einzelfall, betont Pressesprecherin Nadja Mühlemann. «Irrtümlicherweise geriet das Sujet von Frau Heim in die nationale Unterhaltsplakatierung.» Man werde das Plakat so schnell wie möglich, vermutlich schon heute Dienstag, überkleben. Verrechnet wird Heim das Plakat nicht. Bleibt die Frage: Fehlt nun anderenorts ein Heim-Wahl-Plakat? Nein, sagt Mühlemann, alle Standorte seien wie vereinbart plakatiert worden.

Heim selber nimmt den «Fehlläufer» auf kantonsfremden Boden, nolens volens, gelassen. «Ich werde mal die Geografiekenntnisse der Mitarbeiter abfragen», meint sie schmunzelnd. Dass ihr die Publicity, die sie mit dem Irrläufer-Plakat bekommt, hilft, glaubt sie indes nicht. «Eher das Gegenteil wird der Fall sein.» Denn einige Leute, die das Plakat sehen, werden sich fragen, ob Heim denn nicht wisse, wo Frick liegt.

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