Wallbach

Soll aus dem Industriegebiet eine Wohnzone werden?

Die Fabrikationsgebäude der Novoplast AG in Wallbach sollen womöglich einer Wohnüberbauung weichen. – Foto: chr

Die Fabrikationsgebäude der Novoplast AG in Wallbach sollen womöglich einer Wohnüberbauung weichen. – Foto: chr

Ihre betriebliche Zukunft sieht die Novoplast AG nicht mehr länger in Wallbach. Die in der Kunststoff verarbeitenden Industrie tätige Unternehmung will in Sisseln neu bauen. Aus der Industriezone in Wallbach soll Wohngebiet werden.

Die Novoplast-Gebäude in der Wallbacher Industriezone sollen daher abgebrochen und das ganze Areal mit einer Fläche von 4,2 Hektaren in die Wohnzone W2 umgeteilt werden (vgl. Aargauer Zeitung vom 18. Januar). Die Zonenplanänderung liegt noch bis zum 12. Februar im Gemeindehaus öffentlich auf. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 12. April entscheiden die Stimmberechtigten über die Vorlage.

Geteilte Meinungen

Gemeinderat, Planer und Novoplast erteilten im Gemeindehaus rund einem Dutzend interessierter Einwohnerinnen und Einwohnern Auskunft über das Umzonungsprojekt. Dabei zeigte sich, dass eine ganze Reihe Bürgerinnen und Bürger die Meinung des Gemeinderats, das Industrie- in Bauland umzuzonen, überhaupt nicht teilen.

«Die Basis fehlt ja völlig»

«Es ist erstaunlich, dass es so rasch vorwärtsgeht. Dabei gibt es noch sehr viele Fragen, die überhaupt noch nicht geklärt sind», stellte ein Votant fest. «Die Basis fehlt völlig. Das Volk hat sich ja schon einmal gegen solche Pläne ausgesprochen», hielt eine Einwohnerin fest. Dazu Vizeammann Hans Gloor: «Von der Gemeindeversammlung wurde der Kredit abgelehnt für eine Beteiligung der Gemeinde an der Planung. Jetzt ist die Situation so, dass die Novoplast AG aufgrund des Erschliessungsvertrags mit der Gemeinde das Areal auf eigene Kosten baureif erschliessen und nach Abschluss die Erschliessungsanlagen unentgeltlich der Gemeinde übergeben würde.»

«Die Fragen der Gemeindeinfrastruktur und der Verkehrserschliessung des neuen Wohnquartiers wurden noch nicht erörtert. Das Dorfzentrum ist zu weit weg und die Rheinstrasse als Erschliessungsstrasse viel zu schmal», meinte ein Teilnehmer am Auskunftsabend. Er kenne einige Anstösser, die um ihre Gärten bangten, wenn die Strasse allenfalls verbreitert werden müsste. Demgegenüber stellte Vizeammann Gloor klar, dass die Infrastruktur der Gemeinde durch diese allfällige neue Überbauung nicht überlastet wäre. Die Situation bezüglich Rheinstrasse und Erschliessung sei hingegen bis jetzt noch gar nicht spruchreif gewesen.

«8 Hektaren Baugebiet – zu gross»

«Durch ein gutes Projekt am falschen Ort soll die Industrie ersetzt werden. Zusammen mit dem Gebiet Brühl hätten wir dann rund 8 Hektaren neues Baugebiet – das ist zu gross, das sprengt die Planungsnormen. Kann das die Gemeinde verkraften?», war von den kritischen Bürgerinnen und Bürgern zu vernehmen.

Der Rheinfelder Architekt Rudolf Vogel kam auf das Projekt für das Areal Novoplast zu sprechen und wies darauf hin, dass der Parzellierungsplan, der Strassenplan und der Gestaltungsplan vorlägen.

Roland Kaufmann, CEO der Novoplast AG, sieht in der Umzonung Vorteile für die Beteiligten: «Unser Unternehmen kann in seine Zukunft investieren und die Gemeinde erhält Bauland an schöner Lage am Rhein.»

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