Sogar aus Düsseldorf kommen jetzt die Gäste

In Mettauertal ist das Kalkül aufgegangen – ihre «Gut-gemacht-Maschine» macht die Gemeinde bekannt.

Hans Christof Wagner
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«Gut gemacht» heisst es in Mettau.

«Gut gemacht» heisst es in Mettau.

Bild: hcw (Mettau, 7.September 2020)

Als «Weltneuheit» hatte die Gemeinde ihre Erfindung präsentiert und am 7.September in Betrieb genommen. Grosse Worte, doch sie haben Erfolg gezeigt: Rund 150 Personen hätten sich in den Wochen seither vom Apparat virtuell auf die Schulter klopfen lassen. Das sagt der ­Projekt-Verantwortliche Beat Wormstetter. Er hat den Apparat ausgetüftelt und in einer Ex-Telefonzelle in der Mettauer Ortsmitte installiert.

Sich als Fricktal-Gemeinde mit der Innovation schweizweit und darüber hinaus bekannt machen – das wollte Mettauertal, und das hat es erreicht. Für heute Freitag etwa haben sich Gäste aus Düsseldorf angekündigt. Die Deutschen reisten eigens wegen der Schulterklopf- Maschine in die Schweiz und hätten im Gästehaus «BnB 49» im Ortsteil Oberhofen Zimmer gebucht, so Wormstetter.

Von den 42000 Franken, welche die Verantwortlichen für das Projekt einsammelten, ist ein Rest übrig. Den braucht Wormstetter für den Dreh weiterer Filmclips, welche die Maschinen-Nutzer als Dankeschön für ihre Leistungen zu sehen bekommen. Dafür möchte er den Theaterverein Spielleute Hottwil und die Musikgesellschaft Mettau als Darsteller gewinnen. Von beiden stehe die Antwort noch aus. Wormstetter vermutet hinter der Zurückhaltung die Coronapandemie. Weiteres Geld wird er brauchen, um die Maschine mit einem zusätzlichen Bildschirm zu versehen. Dieser soll auf touristische Attraktionen der Region aufmerksam machen.

Schmunzeln über die guten Taten

«Ich war im Homeoffice. Und ich habe wirklich gearbeitet»: So lautet einer der Verdienste, welche die «Gut-gemacht-Maschine» dem Benutzer vorgibt und die er aus einer Liste auswählt. Eingaben per Tastatur sind zudem möglich. Wormstetter schmunzelt, wenn er liest, was Nutzer bisher eingegeben haben. Drei Beispiele: Ich habe das Velo meiner Schwester repariert. Ich habe Unkraut gejätet. Ich habe meiner Tochter im Haushalt geholfen. Als Programmierer des Systems hat er den Überblick darüber.

Neben dem Lob, das die Maschine spendet, winken obendrein Gutscheine zur Einlösung in zwölf Unternehmen des Mettauertals. Die Bons verschickt Wormstetter per E-Mail. Damit, diese einzulösen, lassen sich die Gewinner anscheinend Zeit. Bei Svenja Häfeli, Inhaberin des Café Nova in Nachbarschaft zur Maschine, wurden noch keine eingelöst. Sie sagt: «Vielleicht kommen die Besitzer noch. Die Gutscheine verfallen ja nicht.»

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