Sisslerfeld
Nach dem Nein aus Münchwilen: Hat die Feuerwehrfusion jetzt noch eine Chance?

Die Fusion der Feuerwehren Sisslerfeld und Stein ist wohl vom Tisch. Denn der Deal war, dass der Souverän in allen vier Fusionsgemeinden – Stein, Sisseln, Münchwilen und Eiken zustimmt. Das hat er nicht. Denn in Eiken gab es nur ein Ja, aber und in Münchwilen fiel das Geschäft ganz durch, wenn auch knapp. Wie geht es jetzt weiter?

Hans Christof Wagner
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Die Feuerwehren Stein und Sisslerfeld (Bild) werden vorerst jede für sich für ihre Einsätze üben.

Die Feuerwehren Stein und Sisslerfeld (Bild) werden vorerst jede für sich für ihre Einsätze üben.

Hans Christof Wagner (22. Oktober 2016)

Zum Showdown in Sachen Feuerwehrfusion kam es am vergangenen Freitag, 26. November. In Stein, Sisseln, Münchwilen und Eiken war der Zusammenschluss der Feuerwehren Stein und Sisslerfeld Traktandum in den jeweiligen Gemeindeversammlungen. In Stein und Sisseln ging das Geschäft jeweils ohne lange Diskussion und mit grossem Mehr durch.

Anders aber gestaltete sich das Stimmungsbild in Eiken und Münchwilen, wo sich in der Diskussion selbst Feuerwehrleute kritisch gegenüber der Fusion äusserten. Diese komme zu früh und brauche mehr Vorlauf, obendrein sei die Feuerwehr Sisslerfeld bisher nicht oder zu wenig einbezogen worden, hiess es.

Gemeindeammann von Münchwilen sieht «verpasste Chance»

Gemeinderat Markus Zwahlen konnte immerhin mit darauf hinwirken, dass das Geschäft in Eiken nicht gänzlich abgelehnt, sondern nur zurückgewiesen wird. Die Verantwortlichen hätten nochmals über die Bücher gehen und alle offenen Fragen klären sollen – so der Deal. Als dann aber durchsickerte, dass Münchwilen grundsätzlich Nein zu Fusion sagt, war auch das hinfällig. Doch dort war das Votum knapp. Von 58 anwesenden Stimmbürgern von total 594 sagten 28 Nein zur Fusion und 23 Ja. Für Gemeindeammann Bruno Tüscher «eine verpasste Chance».

Kommandantenfrage ab 2023 ungeklärt

Im Gespräch mit Hauptmann Andreas Siegrist, Kommandant der Feuerwehr Sisslerfeld und, wie er sagt, selbst ein Freund der Fusion, wird klar, wo die Vorbehalte liegen. Man hätte mit zwei Magazinen operieren müssen. Die Ausrückeordnung sei nicht festgestanden und zudem auch die Frage offen gewesen, wer am 1. Januar 2023, dem Stichtag für die Fusion, der neue Kommandant sein wird. Siegrist, das war klar, wird es aus persönlichen Gründen nicht sein. Für ihn steht fest:

«Die Wortmeldungen der Feuerwehrleute in der Gmeind haben sicher dazu beigetragen, dass die Stimmung Richtung Nein gekippt ist.»

Auch Rainer Schaub, Gemeindeammann von Sisseln, sagt, er habe in der Bevölkerung zuvor, auch in den von ihm moderierten öffentlichen Informationsanlässen, kaum Vorbehalte gespürt. Für Schaub liegen die Vorteile der Fusion auf der Hand: Sie mache die Feuerwehr professioneller, attraktiver und billiger. Er sagt:

«Die Vorbehalte gegenüber der Fusion sind aus meiner Sicht rein emotional und persönlich begründet und entbehren jeglicher sachlichen Grundlage.»

Wie geht es jetzt weiter? «Münchwilen hat die Fusion abgelehnt und Eiken einen Rückweisungsantrag gutgeheissen. Somit ist der Volkswille deutlich und aus Sicht von Sisseln das Thema Fusion erledigt», meint Schaub. Sollte sie nochmals auf Tapet kommen, müsste das von den ablehnenden Gemeinden und ihrer Bevölkerung initiiert und geführt werden. Dass in Münchwilen das Referendum gegen das knappe Nein des Souveräns ergriffen wird, hält auch Bruno Tüscher für denkbar. Nun gelte es, die Referendumsfrist von 30 Tagen abzuwarten.

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