Laufenburg
Sie kennt sich aus mit Mord und Totschlag

Delia Mayer tritt in der Kultschüür auf

Peter Schütz
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Hat die Musik im Blut: Delia Mayer.

Hat die Musik im Blut: Delia Mayer.

Peter Schütz

Mit «Crime Songs» haben Delia Mayer und die Kriminaltechnische Kapelle am Samstag die Kultschüür in Laufenburg aufgewühlt. Dabei ging es um verschiedene Formen des Ablebens, vorgetragen in Liedern und Gedichten.

Mit Mord und Totschlag kennt sich Delia Mayer bestens aus. Zumindest vor der Kamera. Denn im deutschsprachigen Raum ist sie als kantige, zielorientierte «Tatort»-Kommissarin Liz Ritschard bekannt. Zusammen mit Stefan Gubser alias Kommissar Reto Flückiger löst sie seit gut sechs Jahren Fälle aus der Abteilung Leib und Leben. Das Luzerner Ermittlerpaar hat es dabei schon mal mit «grusigen Sachen» zu tun, wie Delia Mayer in der Kultschüür erzählte. Wo keine acht Millionen Leute, wie beim «Tatort», zuschauten, sondern etwa 60, weshalb die Veranstaltung trotzdem ausverkauft war.

Delia Mayer und die Kriminaltechnische Kapelle mit Sha an der Bassklarinette und Kaspar Rast am Schlagzeug nahmen sich in einem zweiteiligen Set den üblen Verbrechen singend und musizierend an. Mit berührenden, humorvollen und skurrilen Liedern aus Jazz, Pop, Film und Kabarett.

Den Auftakt machte ein gesummtes Lied von Nino Rota, dem Lieblingskomponisten von Federico Fellini. Dann ging es zur Sache: «Diamonds are forever», dem James-Bond-Titeltrack von «Diamantenfieber» aus dem Jahr 1971, den Delia Mayer ziemlich nah am Original von Shirley Bassey sang. Schnell war klar, dass Mayer nicht einfach mal aus Jux und schon gar nicht aus rein therapeutischen Zwecken zum Singen umgeschwenkt ist, um sich von den «Tatort»-Dreharbeiten zu erholen. Nein, die Künstlerin hat die Musik im Blut, infiziert von ihrem Vater und ihrem Bruder. Mit 7 erster Klavierunterricht, später Studium für Tanz, Gesang und Schauspiel in Wien, ausserdem Studium für klassischen Gesang am Konservatorium Zürich und Opernschule.

Ihre Stimme setzte sie wie ein Instrument ein, mal leise, schmeichelnd, fast gehaucht, mal kräftig, stürmisch, leidenschaftlich. Dazu die zweiköpfige Band als gelegentlich unauffällige, dann wieder als in den Vordergrund drängende Begleitung. Mit Liedern unter anderem von Konstantin Wecker, Brecht & Eisler, Cole Porter und selbstverständlich Sting, dessen erste Band treffend The Police hiess, ging das Trio dem Verbrechen in den übelsten Facetten nach. Mit einem Programm, das von «Bang bang my baby shot me down» von Nancy Sinatra über Loriots «Advent» («Nun muss die Försterin sich eilen, den Gatten sauber zu zerteilen») bis hin zu Kain und Abel führte. Alles recht gekonnt ausgeführt, lediglich von Anekdoten aus der mörderischen Schauspielerei unterbrochen. Ein kurzweiliger Abend, der zum Glück nicht in einem Blutbad endete, sondern ganz friedlich bei Wein und Sekt.

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