Laufenburg

Sichtbar und imaginär: Einige Werke bleiben utopische Entwürfe

Fünf Schweizer Künstler zeigen im Rehmann Museum «Sichtbares und Imaginäres». Darunter ein Werk, das nur der Schah von Persien ermöglichen könnte.

Das Ausstellungsjahr 2016 im Laufenburger Rehmann Museum ist eröffnet. Mit der neuen Schau «Sichtbares und Imaginäres» gibt es den Blick auf Modelle, Entwürfe und Zeichnungen von fünf Schweizer Kunstschaffenden frei. Andreas Hofer, René Odermatt, Erwin Rehmann, Daniel Waldner und Judit Villiger zeigen Werke, die der Visualisierung ihrer Ideen und Präzisierung von Projektvorstellungen dienen oder gedient haben. Manches davon ist realisiert worden, anderes ist nicht über das Anfangsstadium hinaus gekommen – wie zum Beispiel die Zeichnung «Das imaginäre Museum» von Erwin Rehmann. Auf dem «utopischen Entwurf» (Kuratorin Cornelia Ackermann) ist ein eiförmiges Gehäuse skizziert, das sich über eine Fläche von einem Quadratkilometer ausdehnen würde. Damit wäre der Bau von einem U-Bahn-Ausstieg, der wiederum in Ausstellungshallen führen würde, erschlossen. «Per Schiff», so Erwin Rehmann, «ginge es dann weiter zur kubisch kristallenen Seeburg, durch den wilden Sturm bis zur Weitsicht der Terrassenrampe.»

Gut besuchte Eröffnung

Aber eben: Realisiert worden ist sein Entwurf nicht, «das hätte nur der Schah von Persien ermöglichen können», wie ein Kunstliebhaber bemerkte. Von den auf einer langen Holztafel präsentierten Entwürfen sind hingegen einige umgesetzt worden – etwa der heute sich im Museum befindende Baumtorso.An der gut besuchten Ausstellungseröffnung gab es noch weit mehr zu entdecken: Von René Odermatt ein Modell für ein Freilichtmuseum mit aus Holzresten zusammengesetzten Figuren und daneben eine formal strenge «Brunnenstube» auf poppig grünem Grund. Daniel Waldner, technischer Leiter des Museums, bewegt sich mit seinem «Auslaufmodell» auf politischem Boden: Ein Atomkraftwerk auf Sand, der aus einem hölzernen Rahmen rinnt. Diese Arbeit hat er bereits vor einem Jahr in Waldshut gegenüber Leibstadt gezeigt und damit für Diskussionen gesorgt. Von Waldner ist ausserdem das Modell für das 17 Meter hohe, spektakuläre Bühnenbild von «Le Cyclope» zu sehen. Spannend auch das Miniaturmuseum von Judit Villiger. Es enthält dreidimensionale Ausschnitte bekannter Gemälde – ein einzigartiges Such- und Ratespiel.

Andreas Hofer hat aus Restkartonbögen von geschnittenen Architekturmodellen ein raumgreifendes Objekt geschaffen und beleuchtet, was zu einem reizvollen Schattenspiel führt. Schliesslich Bettina Diel: Sie hat das Kunst-Schaufenster am Museumseingang mit zwei unterschiedlich «puristischen» Arbeiten gestaltet.

Viel zu hören gab es an der Vernissage natürlich auch. Unter anderem von Charlotte Wittmer am Akkordeon, sowie von Hartmut Schölch, der seinen Einstand als Mitglied des Stiftungsrats Rehmann Museum gab. Schölch, Leiter des Kulturamtes der Stadt Waldshut-Tiengen, bezeichnete das Museum in seiner Begrüssung als «Perle in Sachen Kunst».

Die Ausstellung «Sichtbares und Imaginäres» im Rehmann Museum dauert bis 22. Mai 2016. Öffnungszeiten: jeweils Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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