Wittnau
Schwingfest-Abbauarbeiten sind im Gang – auch der Festsieger packt mit an

Nadine Böni
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Sie kriegen auch am Tag danach das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Werner Müller, OK-Präsident, und David Schmid, Schwinger, packen am Montag mit an, als in Wittnau die Arena des Nordwestschweizerischen Schwingfests abgebaut wird. Keine 24 Stunden ist es da her, seit Schmid im Schlussgang Andreas Döbeli nieder- und den Festsieg errang – als Einheimischer notabene; daheim ist er auf einem Hof in Sichtweite der Sägemehlringe. «Die Arena hat gebebt», sagt Schmid über den Moment, als er Döbeli ins Sägemehl drückte. «Ich hatte Hühnerhaut», sagt Müller.

Das Publikum habe ihn den ganzen Tag über getragen, sagt Schmid und die Dankbarkeit und der Stolz sind deutlich zu spüren. Gleichzeitig sei da aber natürlich auch ein gewisser Druck gewesen, eine gewisse Erwartungshaltung an ihn, den Vorjahressieger und Lokalmatador. «Es war eine Gratwanderung», sagt Schmid. Er bereitete sich deshalb mit seinem Mentaltrainer explizit auf diese Situation vor. «Das hat super funktioniert», sagt er.

Emotional war dann auch das Fest nach dem Fest. «Viele Leute sind lange geblieben und haben gefeiert», sagt Schmid. Unzählige Hände hat er geschüttelt – und natürlich auch angestossen. Vier Bier hatte ihm der Konditionstrainer erlaubt, schliesslich steht in wenigen Wochen mit dem Eidgenössischen Schwingfest in Zug der zweite Saisonhöhepunkt an. Die vier Bier hätten gereicht, findet Schmid mit einem Lachen. «Nach der harten Vorbereitung bin ich mich Alkohol schlicht nicht mehr gewohnt.» Er erschien denn auch «mit leichten Kopfschmerzen» und eine Stunde später als angekündigt zum Abbau – böse war ihm niemand.

Werner Müller (l.) und David Schmid packen beim Abbau der Schwingarena mit an. Bild: Nadine Böni

Werner Müller (l.) und David Schmid packen beim Abbau der Schwingarena mit an. Bild: Nadine Böni

Nadine Böni

«Mit dem Heimsieg ging ein Traum in Erfüllung»

Der Festsieger ist einer von gut 70 Helfern, die Festzelte, Beizli und andere Infrastruktur abbauen. Der Zivilschutz montiert die drei Zuschauertribünen ab. Und mit riesigen Staubsaugern wird das Sägemehl vom Sportplatz entfernt. Bis zum Mittwoch soll alles wieder so sein, wie es einmal war.

Wobei: Die Erinnerungen werden noch lange bleiben. «Mit dem Heimsieg von David ist ein Traum in Erfüllung gegangen», sagt Müller. Aber nicht nur dem Festsieger spricht er ein grosses Lob aus, sondern auch sämtlichen Helfern. «Sie haben alle gemeinsam dafür gesorgt, dass alles reibungslos geklappt hat», so Müller. In diesem Moment kommt prompt einer der Helfer zu David Schmid, gibt ihm die Hand. «Das war einfach genial», sagt er. Auch er hat ein Grinsen im Gesicht.

Die beiden Sieger des Nordwestschweizer Schwingfests auf den Schultern der Konkurrenten.
30 Bilder
Andreas Döbeli (r.) muss sich ergeben, David Schmid (l.) hat den Schlussgang gewonnen.
Auf den Schultern der anderen Schwinger feiert David Schmid seinen Sieg im Schlussgang.
Nordwestschweizerisches Schwingfest in Wittnau.
Andreas Döbeli (oben) auf dem Weg zu seinem Sieg über Remo Stalder im vierten Gang.
Andreas Döbeli (r.) auf dem Weg zu seinem Sieg über Remo Stalder im vierten Gang.
Der Freiämter Andreas Döbeli steht im Schlussgang des Nordwestschweizer Schwingfestes in Wittnau.
Der Innerschweizer Gast Marcel Bieri (l.) besiegt den Zofinger Patrick Räbmatter im vierten Gang.
Titelverteidiger David Schmid bejubelt seinen Sieg im vierten Gang gegen Reto Nötzli.
Titelverteidiger David Schmid (l.) im vierten Gang gegen Reto Nötzli.
Kaj Hügli (vorne) muss sich Beni Notz im vierten Gang geschlagen geben.
Samuel Schmid (oben), Bruder von Titelverteidiger David Schmid, und Patrick Gobeli stellen im vierten Gang.
Christoph Bieri (oben) triumphiert im vierten Gang gegen Simon Schmutz und ist damit in seiner Mission «100. Kranz» weiterhin auf Kurs.
Mario Thürig fährt im vierten Gang gegen Remo Studer einen Sieg ein.
Gelungener Auftakt: Titelverteidiger David Schmid (l.) jubelt nach seinem Sieg gegen Simon Mathys im ersten Gang.
Titelverteidiger David Schmid (r.) im Kampf des ersten Ganges gegen Simon Mathys.
Der erste Gang zwischen Titelverteidiger David Schmid (oben) und Simon Mathys lieferte Action.
Lukas Döbeli (l.) reicht Stephane Hänni nach dem ersten Gang die Hand.
Christoph Bieri (r.) will seinen 100. Kranz gewinnen. Hier schwingt er gegen Patrick Gobeli.
Mario Thürig (r.) ist fünffacher Eidgenosse, hier kämpft er gegen Reto Nötzli.
Mitfavorit Joel Strebel verliert im ersten Gang gegen Marcel Bieri.
Remo Stalder (l.) gegen Marc Gottofrey.
Titelverteidiger David Schmid (l.) gegen Simon Mathys.
Duell der Schwergewichte: Patrick Räbmatter (l.) im Duell mit Domenic Schneider.
Titelverteidiger David Schmid startet mit Sieg.
Die Schwingarena steht mitten im Dorf. Das beschert den Zuschauern durchaus idyllische Aussichten.
Pünktlich hat das Norwestschweizerische Schwingfest begonnen. Erster Sieger des Tages ist Damian Kehr aus Kienberg.
Kurz vor dem Anschwingen: Die Sonne steht noch ziemlich tief am wolkenlosen Himmel. Die Haupttribüne wirft einen langen Schatten. Die Arena mit 4000 Plätzen aber füllt sich langsam.
Die Schwingarena in Wittnau am frühen Morgen vor dem Anschwingen.
Gelingt die Titelverteidigung? David Schmid (l.) überzeugte vor einem Jahr am Nordwestschweizerischen Schwingfest in Basel.

Die beiden Sieger des Nordwestschweizer Schwingfests auf den Schultern der Konkurrenten.

Keystone

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