Fricktal

Schulen spannen zusammen bei der Umsetzung des neuen Lehrplans

Am «Markt der Möglichkeiten» ging es um den Entwicklungsschwerpunkt «Lernbegleitung».

Am «Markt der Möglichkeiten» ging es um den Entwicklungsschwerpunkt «Lernbegleitung».

Lehrpersonen von einigen Fricktaler Schulen haben sich zum neuen Lehrplan an einem «Markt der Möglichkeiten» ausgetauscht.

Die Schulen Bözen-Elfingen, ­Effingen, Herznach, Hornussen, Oeschgen, Olsberg und Zeihen spannen bei der Umsetzung des neuen Lehrplans zusammen. Ganz nach dem Prinzip «Learning by doing» wurden kürzlich in der Turnhalle Oeschgen im Rahmen einer Fortbildung Entwicklungsvorhaben präsentiert und ausgetauscht.

Die Turnhalle Oeschgen durchlebte an diesem Tag einen wahren Verwandlungsprozess. Eine Vielzahl von Lehrerinnen und Lehrern machte sich an ­Tischen und Stellwänden zu schaffen: Plakate wurden an der Sprossenwand befestigt, bunte Lernlandkarten zierten die Stellwände, Arbeitshefte, Forscherberichte und Fotos wurden auf den Tischen anschaulich drapiert. So kreierten die Teilnehmer einen sogenannten «Markt der Möglichkeiten» der Schulen Oeschgen, Effingen, Bözen-Elfingen, Hornussen, Herznach, Olsberg und Zeihen.

Auseinandersetzung mit dem Thema Lernbegleitung

Zusammengekommen sind die Lehrerinnen und Lehrer der Schulen, um Entwicklungsarbeiten und Erfahrungen hinsichtlich der Einführung des neuen Lehrplans im kommenden Sommer auszutauschen. Die Fricktaler Schulen hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit dem Entwicklungsschwerpunkt «Lernbegleitung» auseinandergesetzt: Wie können die Schülerinnen und Schüler über ihre eigenen Lernprozesse nachdenken und wie stehen die Lehrpersonen ihnen dabei zur Seite? Wie können Kinder und Jugendliche ihr Lernen und Arbeiten immer eigenständiger führen und dokumentieren? Wie holt man das Vorwissen und die Interessen der Kinder ab, um einen möglichst nachhaltigen Lernprozess zu initiieren? In beinahe zwanzig Unterrichtsteams hatten sich die Lehrerinnen und Lehrer mit solchen und ähnlichen Fragestellungen ganz praktisch im Unterrichtsalltag auseinandergesetzt.

Papierhüte und ­Taschenmesserdiplome

Der «Markt der Möglichkeiten» ähnelte während der nächsten zwei Stunden tatsächlich einem geschäftigen Basar: Ideen wurden feilgeboten, Produkte kritisch unter die Lupe genommen. Es wurde diskutiert, argumentiert, hinterfragt, aber auch gewürdigt. Grosse Aufmerksamkeit zog ein Stand aus Effingen auf sich: Papierhüte zierten die Stellwand, darüber der Slogan «Den richtigen Lernhut aufsetzen». Jeder Hut trug ein Schlagwort: Fehler zulassen, aufpassen, Fragen stellen, Bock haben, wiederholen, Ordnung halten. Die Lehrpersonen hatten diese Schlagwörter zu Lerntagebüchern weiterentwickelt und den Kindern damit ein Instrument zur Verfügung gestellt, das ihnen hilft, sich anhand zentraler Kriterien über die eigene Arbeitshaltung klar zu werden. Handfest wurde es am Stand der Kindergartenlehrpersonen aus Zeihen: Was ist nötig, damit die ganz jungen Lernenden selbstständig mit einem Taschenmesser umgehen können? Und wie stellen sie dies unter Beweis?

Zusammen mit den Kleinsten hatte man nach Kriterien gesucht, diese mit passenden Fotos veranschaulicht und alles auf einem Diplom zusammengestellt. So können die Taschenmesser-Anwärterinnen und - Anwärter ganz selbstständig ihre erfolgreich gemeisterten Ziele deklarieren: Ja, ich kann einen Stecken schälen. Und ja, auch mein Znüni kann ich selber schnitzen.

Die Vielfalt der präsentierten Entwicklungsvorhaben war beinahe grenzenlos. Ihnen gemein ist die Auseinandersetzung mit dem zentralen Element des Lernens: dem Kind. Es ist das Material der Kinder, das den «Markt der Möglichkeiten» dominierte. Keine geschliffenen Lehrmittel, keine Ratgeber im Hochglanzformat gab es zu bestaunen, dafür die Lernspuren der Kinder in ihrem ganz eigenen Gewand: manchmal wirsch, radiert, durchgestrichen.

Gabi Bühler, Schul- und Weiterbildungscoach der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, brachte es in der Schlussrunde auf den Punkt: «Kinder dürfen zeigen, was sie machen und was sie können.» Der «Markt der Möglichkeiten» hat den Anwesenden aufgezeigt, was es heisst, wenn man sich am Können und Gelingen orientiert, ganz im Sinne des neuen Lehrplans: Motivation, Selbstwirksamkeit und Kompetenz halten Einzug in den Unterricht. Dies gilt für die Kinder, aber auch für die Lehrpersonen.

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