Verkehr

Schritt für Schritt zu mehr Sicherheit auf dem Fussängerstreifen

Bei baulichen Massnahmen an Zebrastreifen gingen Frick und Möhlin mit gutem Beispiel voran – weiter Sanierungen folgen.

Die neusten Zahlen des Bundesamtes für Strassen (Astra) liegen seit Ende März vor. 2015 gab es schweizweit bei Unfällen auf Fussgängerstreifen 255 Schwerverletzte und 18 Tote. Zum Vergleich: 2010 gab es noch 287 Schwerverletzte und 20 Tote, im Jahr 2000 starben 50 Fussgänger auf Zebrastreifen und 377 wurden schwer verletzt. Noch viel höher waren die Zahlen in den Achtziger- und Neunzigerjahren.

Dieser Rückgang ist nicht zuletzt auf bauliche Massnahmen an Fussgängerstreifen zurückzuführen. Vor rund fünf Jahren erfasste der Kanton Fussgängerstreifen und Fussgängerquerungen auf Kantonsstrassen. Laut Kai Schnetzler, Sektionsleiter Verkehrssicherheit beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, wurden damals 157 Fussgängerstreifen im Fricktal untersucht.

«Bei rund zehn Prozent zeigte sich, dass wir diese detaillierter untersuchen müssen», so Schnetzler. Die Massnahmen wurden und werden seither in anstehende Sanierungsprojekte integriert.

Frick und Möhlin aktiv

Diverse Gemeinden hätten aufgrund der Erfassung reagiert und als Sofortmassnahmen die Markierungen erneuert, so Schnetzler. «Lobenswert waren die aufwendigen Aktivitäten der Gemeinden Frick oder Möhlin.» Auch die Zebrastreifen bei den Schulen in Herznach und Sisseln erwähnt er positiv.

Tatsächlich hat Frick bereits 2011 einen Rahmenkredit von 250 000 Franken für Sanierungsmassnahmen bei Fussgängerstreifen gesprochen, Möhlin budgetierte für die Jahre 2014 und 2015 jeweils 200 000 Franken. Laut dem Fricker Bauverwalter Harri Widmer waren die wichtigsten Kriterien bei den Sanierungen die Reflexion der Markierung, die Signalisation, die Sichtbarkeit der wartenden Fussgänger.

Teilweise wurden in Frick auch Mittelinseln ergänzt. An der Bahnhofstrasse wurde zur Steigerung der Sicherheit gar ein Fussgängerstreifen verschoben. Erneuert wurden in Frick Fussgängerstreifen an Gemeinde- und Kantonsstrassen, da Unterhalt und Ausrüstung der Fussgängerstreifen «immer und auf allen Strassen» Aufgabe der Gemeinde seien.

In Möhlin machte die bessere Beleuchtung der Fussgängerstreifen den Hauptteil der Sanierungen aus: «An den Fussgängerstreifen hat es neu beidseitig eine Strassenlampe», so Roger Winter, stellvertretender Leiter der Abteilung Bau und Umwelt der Gemeinde Möhlin. Die Sanierung der Fussgängerstreifen an der Kantonsstrasse sei im Rahmen von grösseren Projekten erfolgt.

Pendente Projekte

Ein grösseres Projekt steht mit der Sanierung der Baslerstrasse auch in Laufenburg an. Dann sollen laut Kai Schnetzler alle Fussgängerstreifen insbesondere mit Mittelinseln optimiert werden. Zudem soll es bei der Burgmatt künftig nur noch einen statt zwei Zebrastreifen geben. Ebenfalls noch pendent sind laut Schnetzler Sicherheitsverbesserungen in Ueken (insbesondere Sichtzonen und Beleuchtung) und in Mumpf (insbesondere Mittelinseln). Beiderorts seien aber bereits Projekte geplant oder angedacht.

Daniel Menna, Mediensprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), betont die Wichtigkeit solcher Projekte: «Die Zahl der Schwerverletzten und Toten auf Fussgängerstreifen sinkt heute nicht mehr so deutlich wie noch vor ein paar Jahren.»

Weitere Verbesserungen seien deshalb wünschenswert. Doch er lobt auch die bisherigen Sanierungen: «Die Verantwortlichen haben realisiert, dass ein Fussgängerstreifen nicht nur eine gelbe Markierung auf der Strasse ist, sondern ein ganzes Bauwerk.»

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