Fricktal

Schräge Vögel und Musik-Genies: Schüler und Argovia Philharmonic präsentierten imposante Werk-Show

Schüler der Bezirksschule Möhlin und Mitglieder des Argovia Philharmonic präsentierten schräge Vögel der Musikgeschichte.

Schüler der Bezirksschule Möhlin und Mitglieder des Argovia Philharmonic präsentierten schräge Vögel der Musikgeschichte.

Das Musikvermittlungsprojekt «Schräge Vögel aus der Welt der Musik» mit dem Aargauer Berufsorchester Argovia Philharmonic und der Bezirksschule Möhlin ging am Freitagabend mit einer Werk-Show zu Ende. Die Kick-off-Veranstaltung am 5. November 2019, der Konzertbesuch des Argovia Philharmonic am 23. Januar in Rheinfelden und die vergangene Projektwoche bildeten drei Phasen eines Projekts, das von Doris Becker-Galantay, Kulturvermittlerin der Bezirksschule Möhlin, initiiert worden ist.

«In Konzertsälen für klassische Musik sind heute vor allem graue Häupter zu sehen», erklärt Doris Becker-Galantay, Lehrerin für Bildnerisches Gestalten und Künstlerin. Durch das Projekt möchte die Schule jungen Menschen zeigen, dass Pop-, Rock- und Rapmusik in vielerlei Hinsicht an die Klassische Musik anknüpfen. In Kontakt mit dem Argovia Philharmonic und dessen Kulturvermittlungskonzept kam sie an der letztjährigen Inputveranstaltung von «Kultur macht Schule».

Musik-Genies und doch menschlich

14 Lehrpersonen und 160 Schülerinnen und Schüler widmeten sich vergangene Woche in altersdurchmischten Gruppen Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Falco, Franz Liszt und Queen. An der Werk-Show erwarteten das Publikum sorgfältig eingesetzte Bühnenbilder, passende Gedichte und Texte zu verschiedenen Komponisten ­sowie Ausschnitte aus deren ­berühmtesten musikalischen Werke.

Auftritte hatten die eigens für die Projektwoche geformte Band, eine Perkussionsgruppe sowie das Projektorchester, das mit Mitgliedern des Argovia Philharmonic auftrat. Nach Mozarts «Zauberflöte», Liszts «Liebestraum» und «Ungarische Rhapsodie» vollzogen Queen den Bogen zwischen Klassik und Popmusik mit der «Bohemian Rhapsody», die mit allen Schülern zusammen das Finale bildete.

«Mozart, Liszt und Mercury waren alles schräge Vögel aus der Welt der Musik», sagt Ad­rian Zinniker, Musikvermittler und Klarinettist beim Argovia Philharmonic. Da Mozart zwar ein Musik-Genie, aber im Alltag wie alle anderen Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts sprach und schrieb, lasen Schüler Ausschnitte aus Mozarts «Briefen an Bäsle» an seine Cousine Maria Anna Thekla vor. Dass sich Mozart als «Sauschwanz» bezeichnet und sich über seine Darmentleerungen gefreut hatte, überraschte das Publikum.

Ebenfalls ein herausragender Komponist und gleichzeitig allzu menschlich war Franz Liszt, der seine Musik bewusst einsetzte, um Frauen zu bezirzen. «Und ewig lockt(e) das Weib» nicht nur Franz Liszts mit seinem «Liebestraum», sondern auch Bruno Mars, dessen Love Song die Projektband, untermalt von Schauspieleinlagen, spielte.

«Musikvermittlung fängt mit Berührungsängsten an, die abgebaut werden», sagt Adrian Zinniker. «Der erste Akkord in der ‹Zauberflöte› kann völlig falsch klingen. «Durch bewusstes Hören der anderen Stimmen findet am Schluss jeder seine eigene persönliche Stimme.»

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