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Saison für Velodiebe startet – es gibt zwei Kategorien von Langfingern

Rahmenschlösser aus Stahl – hier am Bahnhof in Frick – lassen sich nur mit schwerem Gerät knacken. Dennis Kalt

Rahmenschlösser aus Stahl – hier am Bahnhof in Frick – lassen sich nur mit schwerem Gerät knacken. Dennis Kalt

Mit den wärmer werdenden Monaten steigt die Anzeigenzahl wegen geklauter Velos im Fricktal.

In der Facebook-Gruppe «Kaiseraugst lebt» lässt ein User seinem Unmut über einen Velo-Diebstahl freien Lauf. «Ich habe die Nase voll von solchen Idioten», schreibt er. Aus seinem Beitrag geht hervor, dass er nicht der Einzige ist, dessen Zweirad vor kurzem im unteren Fricktal abhandenkam. «Mir hän sie au Velo klaut», kommentiert ein zweiter User. Ein Dritter schreibt: «Meines haben sie in Rheinfelden aus dem Velokeller des Hauses geklaut.»

Tatsächlich nimmt die Anzahl der Velodiebstähle mit den wärmer werden Monaten zu, sagt Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei Unteres Fricktal. «Bei schönem Wetter sind mehr Leute mit dem Velo unterwegs. Dementsprechend werden auch mehr Velos etwa an Bahnhöfen abgestellt», sagt Loosli frei nach dem Motto: Gelegenheit macht Diebe.

Dies bestätigt auch Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal. Bis dato gingen bei der Regionalpolizei Oberes Fricktal 19 Anzeigen wegen gestohlener Velos ein. Im gesamten Jahr 2018, das überdurchschnittlich warm und sonnenreich war, waren es 82 Anzeigen. «Die Witterung hat sicherlich einen Einfluss auf die Anzahl gestohlener Velos», so Bertschi. Aufgrund des warmen Frühlings 2018 schätzt denn auch Loosli, dass in diesem Jahr bis dato tendenziell weniger Velodiebstähle als im letzten Jahr bis Ende Mai zu verzeichnen sind.

Zwei Kategorien von Velodieben

Grundsätzlich, so Bertschi, gebe es zwei Kategorien von Dieben. Dies sind zum einen Kriminelle, dies es auf hochpreisige Fahrräder abgesehen haben, die sie dann zumeist im Ausland verkaufen. Zum anderen sind es Personen, die ein Velo entwenden, um einfach mit diesem von A nach B zu gelangen, und es dann, dort angekommen, zurücklassen. Loosli sagt deswegen, dass es auch für den alten Drahtesel keine Garantie gebe, dass dieser nicht geklaut würde, nur weil er eben günstig sei.

Um sich vor einem Velodiebstahl zu schützen, empfiehlt Christian Keller, Geschäftsführer VCS Aargau, hochwertige Velos festzumachen und so einem Abtransport entgegenzuwirken. «Dies am besten mit einem Bügel oder Faltschloss aus Stahl oder einem Panzerkabelschloss.» Weniger hochwertige Velos seien mit einem Rahmenschloss aus Stahl gut gesichert. «Diese lassen sich nur mit schwerem Gerät knacken», so Keller. Hingegen nur dekorativ wirkten billige Drahtschlösser aus dem Baumarkt. Den besten Schutz gegen Diebstahl oder Vandalismus böte eine gesicherte, überwachte Velostation. «Solche Abstellanlagen haben allerdings Seltenheitswert», bemängelt Keller.

Beide Regionalpolizeien führen ab und an stichprobenartige Kontrollen durch. Dies mit dem Ziel, gestohlene Velos ausfindig zu machen. «Vor der Entscheidung, ob wir einen Velofahrer kontrollieren, achten wir darauf, ob gewisse Einstellungen wie etwa die Sattelhöhe oder Rahmengrösse mit der Konstitution des Lenkers übereinstimmen», sagt Bertschi. Ein anderes Kriterium für eine Kontrolle ist, ob die Preiskategorie des Velos und sein Lenker «ein stimmiges Bild» ergeben, sagt Loosli.

Falls ein Besitzer den Diebstahl eines Velos zur Anzeige bringen will, sei es entscheidend, dass er die Rahmennummer angeben kann, damit das Velo bei Kontrollen als gestohlen identifiziert und seinem Besitzer zugeordnet werden kann, so Bertschi. «Wichtig ist es deswegen, sich die Rahmennummer irgendwo zu notieren, wo man sie auch wiederfindet», sagt er.

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Autor

Dennis Kalt

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