Rheinfelden
Wird das «Chleigrüt» jetzt zum Naturraum? Ein Verein will der Stadt die Idee schmackhaft machen

Der Verein Chleigrüt will die ehemalige Kiesgrube nahe des Rheins in einen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten verwandeln. Bereits vor über einem Jahr hat er diese Idee der Öffentlichkeit präsentiert. Nun will er in einem Partizipationsverfahren auch die Stadt davon überzeugen.

Nadine Böni
Drucken
Noch ist die Auffüllung der ehemaligen Kiesgrube Chleigrüt im Gang – der gleichnamige Verein hat aber bereits Pläne für deren Zukunft.

Noch ist die Auffüllung der ehemaligen Kiesgrube Chleigrüt im Gang – der gleichnamige Verein hat aber bereits Pläne für deren Zukunft.

Nadine Böni / Aargauer Zeitung

Der Verein Chleigrüt will die gleichnamige ehemalige Kiesgrube nahe des Rheins zwischen Rheinfelden und Möhlin in einen Natur- und Naturerlebnisraum verwandeln. Die Idee ist nicht neu: 2018, nachdem klar war, dass der Kiesabbau am Rheinufer Geschichte ist und auch das geplante Kieswerk nicht kommt, tauchte sie in der Debatte über die künftige Nutzung auf. Im Sommer 2020 brachte sie der Verein dann wieder aufs Tapet. Präsident Stève Piaget erklärt:

«Das Gebiet Chleigrüt soll – auch in Verbindung mit den bereits bestehenden Naturschutzgebieten um das Kraftwerk – ein bedeutender Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden.»

Gleichzeitig würde das Gebiet einerseits zum Naherholungsgebiet für die lokale Bevölkerung und Ausflugsziel für Tagestouristen wie etwa Velofahrer und Velofahrerinnen, andererseits zum Lernraum für Schulen und Fachpersonen.

Stadt vertagt Partizipationsverfahren

Nur: Seit der Präsentation der Idee vor über einem Jahr wurde es wieder still um den Verein und sein Vorhaben. Mit gutem Grund, wie Piaget erklärt. Das von der Stadt angedachte Partizipationsverfahren – bei dem sich auch der Verein einbringen möchte – wurde aufgrund der Pandemie nämlich vertagt.

Stève Piaget, Präsident des Vereins Chleigrüt.

Stève Piaget, Präsident des Vereins Chleigrüt.

zvg

Der Verein Chleigrüt ist in der Zwischenzeit allerdings nicht untätig geblieben. «Wir haben weiter an der Idee gefeilt», sagt Piaget. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachpersonen ist so unter anderem ein Gestaltungsplan für das rund elf Hektaren grosse Areal entstanden, um möglichst konkret aufzeigen zu können, was wo möglich ist.

Der Verein hat sich aber auch schlau gemacht, welche Möglichkeiten es bezüglich des finanziellen Aspekts gäbe. Das Gebiet liegt heute in der Gewerbezone und ist zu einem grossen Teil im Besitz der Einwohnergemeinde. Bei einem Verkauf läge entsprechend ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag drin. Piaget hat Verständnis dafür, dass Rheinfelden darauf nicht einfach so verzichten will und kann. Aber er sagt:

«Wir sind überzeugt, dass es auch in finanzieller Hinsicht eine Lösung gibt.»

Sei dies durch eine Baulandverlegung, eine Aufzonung an anderer Stelle oder eine Kombination dieser beiden Möglichkeiten. «Das sind bewährte Verfahren, die genau für solche Fälle gedacht sind», so Piaget.

Spannende Wochen stehen bevor

Nun stehen spannende Wochen bevor: Das Partizipationsverfahren wird Mitte Dezember gestartet. Schon zuvor möchte der Verein Chleigrüt für seine Idee werben: Am 20. November führt er eine Begehung auf dem Gelände durch. Eingeladen wird dazu auch der Stadtrat. Piaget sagt:

«Wir möchten das Bewusstsein dafür schaffen, welch riesige Chance wir hier haben, ein so wichtiges Projekt zu realisieren.»

Zusammen mit den Lebensräumen rund um das Kraftwerk entstünde ein rund 60 Hektaren grosses Naturgebiet. «Das ist in der näheren Umgebung absolut einmalig», so Piaget.

Aktuelle Nachrichten