Rheinfelden
Pontoniere retten Cosmo das Leben: Nach 25 Tagen kehrt der gefangene Kater in die Arme des Besitzers zurück

Jonathan Grüter hatte schon abgeschlossen mit seinem «Ein und Alles». Doch dann stiessen die Pontoniere beim Clean-Up-Day am Ufer des Rheins auf den Kater. Dort war er mehrere Wochen in einer Höhle im Ufergemäuer gefangen.

Dennis Kalt
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Wieder vereint nach 25 Tagen: Jonathan Grüter mit seinem zweijährigen Kater Cosmo.

Wieder vereint nach 25 Tagen: Jonathan Grüter mit seinem zweijährigen Kater Cosmo.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Jonathan Grüter glaubte schon nicht mehr daran. Seit 25 Tagen war sein «Ein und Alles» – sein zweijähriger Kater Cosmo –, mit dem er sich das Bett, teilt spurlos verschwunden. Dann, am letzten Samstag, als Grüter mit seinen Freunden im Garten war, hörte er auf einmal Schreie. Vor ihm Stand Cosmo, abgemagert bis auf die Knochen, die Pfoten Wund, die Krallen zerfetzt – aber am Leben. Dem 24-Jährigen standen die Tränen in den Augen, wie er sagt:

«Ich konnte es kaum glauben.»
Cosmos Lebensretter: Die Rheinfelder Pontoniere.

Cosmos Lebensretter: Die Rheinfelder Pontoniere.

Bild: zvg

Sein Leben verdankt der zweijährige Kater den Rheinfelder Pontonieren. Sie waren am Samstag mit zwei Weidlingen auf dem Rhein unterwegs. Während des Clean-Up-Days begleiteten sie zwei Taucher, von denen sie den Müll entgegennahmen, die diese aus dem Wasser fischen. «Gefangen in einer kleinen Spalte haben wir dann plötzlich die Katze gesehen und geborgen», sagt Roman Ackeret von den Pontonieren. «Über eine Anzeige in der Schweizer Tiermeldezentrale konnten wir dann den Kater dem Besitzer zuordnen.»

Dort hatte Grüter die Daten seines Katers wenige Tage nach seinem Verschwinden angegeben. Zuvor suchte er eingeständig nach Cosmo an seinen Lieblingsorten in der Zähringerstadt wie etwa am Bahnhof. «Dort lässt er sich gerne streicheln.» Auch das Aufhängen von Flugblättern brachte nichts, ausser ein paar Scherzanrufe von Kindern, wie Grüter sagt. Niemand den Grüter in der Stadt fragte, hatte Cosmo gesehen. «Sein Verschwinden hat auf mein Seelenheil geschlagen.» Er habe kaum mehr etwas essen können und stark an Gewicht verloren.

Wie Cosmo in die Spalte der Ufermauer geraten sein könnte, das weiss keiner so recht. «Vielleicht ist er durch einen Schacht gestürzt», sagt Grüter. Jedenfalls habe es am Tag des Verschwindens des Katers, als dieser seinen Besitzer am Morgen nicht wie sonst üblich weckte, stark geregnet. Den Pontonieren sei er unendlich dankbar und würde mit diesen gerne die Stelle sichten, wo sie Cosmo gefunden hatten, und ihnen noch eine Flasche aushändigen.

Drei von sieben Leben bereits verbraucht

Wie Grüter sagt, habe Cosmo Probleme mit der Hüfte und Schwierigkeiten, aus der Höhe wieder nach unten zu kommen. Bereits zwei Mal musste er von der Feuerwehr und der Pfadi von einem Baum gerettet werden. Grüter lacht und sagt:

«Wahrscheinlich hat Cosmo bereits drei seiner sieben Leben verbraucht.»

Rund eine Woche nach seiner Rettung geht es Cosmo dem Umständen entsprechend gut. In den ersten zwei Tagen habe der Kater kaum Nahrung bei sich behalten. Sein Besitzer füttert ihn seit geraumer Zeit mit «Astronauten-Futter», damit er sein Normalgewicht von 4,5 Kilogramm wieder erreicht. Ein Kilogramm fehlt dazu noch.

Ein wenig merke man Cosmo noch eine posttraumatische Belastung an. «Er schläft derzeit viel und geht kaum raus.» Das soll aber Grüter nur erstmals nur recht sein. So bleibt mehr Zeit zum Schmusen mit seinem «Ein und Alles».

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