Rheinfelden
Mehr Sicherheit für Velofahrer und ein Einbahnregime auf dem Parkplatz – so soll die Kaiserstrasse umgestaltet werden

Knapp zehn Jahre nachdem der Rheinfelder Souverän die Neugestaltung der Kaiserstrasse an der Urne ablehnte, bringen Kanton und Stadt ein neues Projekt aufs Tapet. Die Kaiserstrasse soll unter anderem einen durchgehenden Velostreifen erhalten. Die Zustimmung der Gemeindeversammlung ist diesmal nicht nötig.

Nadine Böni
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Die Kaiserstrasse in Rheinfelden soll ab 2023 für insgesamt rund sechs Millionen Franken saniert und umgestaltet werden.

Die Kaiserstrasse in Rheinfelden soll ab 2023 für insgesamt rund sechs Millionen Franken saniert und umgestaltet werden.

Nadine Böni / Aargauer Zeitung

Es wird eine «Operation an der Hauptschlagader», das ist den Verantwortlichen bewusst und das sagt Andreas Sutter, zuständiger Projektleiter beim Kanton, auch genau so. Er fügt an:

«Wir werden unser Bestes geben, den Verkehr gut durch diese Baustelle zu bekommen – aber diese Baustelle wird man in Rheinfelden spüren. Das ist uns bewusst.»

Von was Sutter spricht: Ab voraussichtlich 2023 soll die Kantonsstrasse K292, die Kaiserstrasse, umfassend saniert werden.

Die Kaiserstrasse hatte vor knapp zehn Jahren schon einmal für Gesprächsstoff gesorgt. Eine Neugestaltung mit Mehrzweckstreifen wurde im Dezember 2011 an der Gemeindeversammlung zunächst klar gutgeheissen, einige Wochen später aber an der Referendumsabstimmung ebenso klar abgelehnt. «Wir versuchten damals, gemeinsam mit allen involvierten Parteien – auch dem Referendumskomitee – Anpassungen und Lösungen zu finden», blickt Stadtrat Walter Jucker zurück. Aber: «Die Fronten waren verhärtet.»

Zwei Knacknüsse und die Lösung dazu

Nun also bringen Kanton und Stadt einen neuen Vorschlag aufs Tapet. Das am Dienstag vorgestellte Projekt ist als Belagssanierung definiert, die Verantwortlichen sprechen aber von einer «Belagssanierung Plus» – weil mehrere Massnahmen umgesetzt werden, die über eine klassische Sanierung hinausgehen.

Im Bereich der beiden Kreuzungen Bahnhofstrasse und Zollrain, beim Parkplatz Postplatz, etwa sind auch Umgestaltungen angedacht. Christian Lier, Leiter Tiefbau bei der Stadt, sagt:

«Das waren zwei Knacknüsse, die uns lange beschäftigt haben.»

Aber jetzt seien sie überzeugt, dass «wir Lösungen gefunden haben, die den Ansprüchen aller Verkehrsteilnehmer gerecht werden. Vor allem die Sicherheit der Velofahrer wird deutlich verbessert», so Lier. Im Bereich der Kreuzung Bahnhofstrasse etwa sollen in beiden Fahrtrichtungen sowie auf dem Abzweiger in Richtung Bahnhof Velostreifen angelegt werden.

Im Bereich der Kreuzung Bahnhofstrasse sollen in beide Fahrtrichtungen sowie auf dem Abzweiger in Richtung Bahnhof Velostreifen angelegt werden.

Im Bereich der Kreuzung Bahnhofstrasse sollen in beide Fahrtrichtungen sowie auf dem Abzweiger in Richtung Bahnhof Velostreifen angelegt werden.

Nadine Böni / Aargauer Zeitung

Dazu ist eine Verbreiterung der Fahrbahn um rund 4,8 Meter nötig. «Im vorhandenen Strassenraum gab es dafür keine Möglichkeit», sagt Lier. Die Lösung: Auf der Seite des Parkplatzes Schützen wird eine höhere Stützmauer erstellt, die bisher vorhandene Böschung aufgefüllt und geebnet. Die Bäume, die während der Bauarbeiten entfernt werden müssen, sollen ersetzt werden.

Die Verkehrssituation rund um den Postplatz (rechts) soll mit einem Einbahnregime entwirrt werden.

Die Verkehrssituation rund um den Postplatz (rechts) soll mit einem Einbahnregime entwirrt werden.

Nadine Böni / Aargauer Zeitung

Im Bereich der Kreuzung Zollrain – konkret: auf dem Parkplatz Postplatz – ist derweil ein Einbahnregime angedacht. Die Zufahrt zum Parkplatz soll künftig ab der Kaiserstrasse erfolgen, die Wegfahrt zum Zollrain hin. Lier:

«Die unübersichtliche Situation auf der Kreuzung sorgte bisher teils für chaotische Szenen. Das wollen wir künftig verhindern.»

Insgesamt solle das Projekt eine optische Aufwertung bringen – und auch die Lärmemissionen, dank eines lärmarmen Belags, deutlich reduziert werden.

Projektauflage und Infoveranstaltung im Herbst

Weil es sich um eine vom Kanton in die Wege geleitete Belagssanierung handelt, ist die Zustimmung der Gemeindeversammlung diesmal nicht nötig. Im Herbst ist aber die Projektauflage samt Infoveranstaltung geplant. Je nach Verlauf – unter anderem stehen der Landerwerb und das Baubewilligungsverfahren an – soll 2023 Baubeginn sein.

Die Verantwortlichen rechnen mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Das Projekt kostet rund sechs Millionen Franken, wobei der Anteil der Stadt derzeit auf knapp die Hälfte geschätzt wird.