Rheinfelden
Es kommt zur Kampfwahl – und die SP will zurück in den Stadtrat

Am 13. Juni wählt Rheinfelden den Stadtrat für die Legislaturperiode 2022 bis 2025. Inzwischen ist klar: Ein Sitz im Gremium wird frei. Erste Bewerberin darum ist die SP, die seit vier Jahren nicht mehr im Rat vertreten ist. Sie stellt gleich zwei Kandidierende auf.

Nadine Böni
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Der Stadtrat der laufenden Amtsperiode mit Stadtschreiber Roger Erdin (r.) – einzig Hans Gloor (3.v.r.) tritt nicht mehr an.

Der Stadtrat der laufenden Amtsperiode mit Stadtschreiber Roger Erdin (r.) – einzig Hans Gloor (3.v.r.) tritt nicht mehr an.

Claus Pfisterer/zvg

Nun hat auch die FDP Rheinfelden offiziell Nägel mit Köpfen gemacht: Im Anschluss an die virtuell durchgeführte Generalversammlung nominierte die Ortspartei am Dienstagabend ihre Kandidierenden für die Erneuerungswahlen vom 13. Juni. Mit Stadtammann Franco Mazzi und Stadträtin Susanna Schlittler treten beide FDP-Vertreter noch einmal an. Präsident Christoph von Büren sagt:

«Wir sind in der privilegierten Situation, dass wir zwei kompetente, teamfähige und erfahrene Stadträte zur erneuten Kandidatur vorschlagen können.»

Knapp drei Monate vor dem ersten Wahlgang ist in Rheinfelden damit schon vieles klar. Von den fünf amtierenden Stadträten stellen sich vier wieder zur Wahl: Neben Mazzi und Schlittler sind das Vizeammann Walter Jucker (SVP) sowie Dominik Burkhardt (GLP), die beide schon von ihren Parteien nominiert wurden.

Die SP greift sogar nach zwei Sitzen

Einzig Hans Gloor (parteilos) macht nach zwölf Jahren im Stadtrat Schluss. Die Arbeit im Gremium – Gloor betreut das Ressort Planung und Bau – mache ihm zwar nach wie vor Spass. Für seinen Entscheid führt er sein Alter – 71 – sowie gesundheitliche Gründe an.

Erster Bewerber um den frei werdenden Sitz ist die SP. Vor acht Jahren verlor sie einen Sitz, vor vier Jahren den zweiten. Damit war die Ortspartei in der vergangenen Amtsperiode erstmals seit 1945 nicht im Stadtrat vertreten. Jetzt soll es wieder einen SP-Sitz geben – mindestens. «Wir sehen unsere Chancen, auch für zwei Vertreterinnen und Vertreter», sagt Ortspartei-Präsidentin Claudia Rohrer. Sie tritt selbst an, gemeinsam mit Tom Steiner. Rohrer sagt:

«Wir möchten die Rheinfelderinnen und Rheinfelder stärker einbeziehen, ihre Meinungen einholen. Alle sollen sich einbringen können.»

Sie sieht darin eine Chance, die sozialen Strukturen in den verschiedenen Quartieren Rheinfeldens auszubauen und zu stärken, auch Treffpunkte ausserhalb der Altstadt zu schaffen. «Wir brauchen die geballte Kraft, um unsere Ziele zu erreichen.»

Die Mitte im Findungsprozess, die Grünen verzichten noch

«Die Mitte», vormals CVP, sowie die Grünen wiederum verzichten auf eine eigene Kandidatur. Erstere wähnt sich nach der Umbenennung der Partei und der Neubesetzung des Vorstands noch in einem Findungsprozess. Nisrine Seutin sagt:

«Wir sind dabei, unsere Werte und Identität zu definieren.»

Ob die Partei allenfalls andere Kandidaturen unterstützt, werde der Vorstand an seiner nächsten Sitzung besprechen.

Bei den Grünen ist hingegen schon klar, dass sie die Kandidaturen von Claudia Rohrer, Tom Steiner und Dominik Burkhardt unterstützen. Als jüngste Ortspartei – Gründungsjahr ist 2018 – habe man es geschafft, mit Vertreterinnen und Vertretern in verschiedenen Gremien präsent zu sein, sagt Ortspartei-Präsidentin Kathrin Frey Huggler. Aber:

«Unsere Mitglieder sind alle sehr in der Berufswelt, in ihren Familien und in der Freiwilligenarbeit engagiert.»

Eine Kandidatur für den Stadtrat kommt daher derzeit nicht in Frage. In vier Jahren, wenn die Partei weiter etabliert ist, könnte sich das allerdings ändern.