Restart
Die Handball-NLB und ihre neuerliche Wendung: Nun darf der TV Möhlin doch am Samstag starten

Es war ein tagelanges Hin und Her mit der Wiederaufnahme der Meisterschaft in der Handball-Nationalliga B. Noch am Donnerstagmorgen ging der TV Möhlin davon aus, dass sein auf den Samstag angesetztes Heimspiel nicht ausgetragen werden kann. Am späten Abend folgte dann die Wende – erneut.

Fabio Baranzini
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Nun also doch: Sebastian Kaiser (rechts), Captain des TV Möhlin, und seine Teamkollegen dürfen am Samstag wieder loslegen.

Nun also doch: Sebastian Kaiser (rechts), Captain des TV Möhlin, und seine Teamkollegen dürfen am Samstag wieder loslegen.

Alexander Wagner (14. Oktober 2020)

Es scheint wie verhext: Die «Verschiebungsorgie» im NLB - Handball nimmt kein Ende. Auch sämtliche Partien, die morgen Samstag hätten ausgetragen werden sollen, werden nicht gespielt. Für die Handballer des TV Möhlin ist diese neuerliche Verschiebungsmeldung aber fast schon Alltag. Es ist nämlich bereits die dritte Verschiebung inner halb weniger Tage. Aber der Reihe nach.

Eigentlich hätte die Meisterschaft in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse ja am Samstag, 10. April, beginnen sollen. Dies, weil der Liga der Status «semi-professionell» attestiert wurde. Seit dem 1. März durften die Teams deshalb wie- der in der Halle trainieren. Sechs Wochen blieben, um sich auf den Restart vorzubereiten. Möhlins Captain Sebastian Kaiser sagt:

«Diese Zeit ist knapp bemessen, denn Handball ist eine Sportart mit viel Körperkontakt, und daher kommt man schnell in Situationen , die man nicht mehr zu 100 Prozent kontrollieren kann.»

«Mehr Vorbereitungszeit wäre daher nach einer so langen Pause schön gewesen. Aber es ist auch klar, dass man irgendwann beginnen muss, damit man die Spiele noch durchbringt.»

Vorbereitung wegen Coronafällen unterbrochen

Ende März – nach knapp vier Wochen Training – kam dann die Hiobsbotschaft für den TV Möhlin: Vier Spieler, der Sport- chef und der Trainer wurden positiv auf Corona getestet. Das ganze Team musste in Quarantäne. Die Vorbereitung en auf den Restart wurden abrupt unterbrochen. Kaiser:

«Dass wir alle in Quarantäne mussten, war ein kleiner Schock für uns und war auch nicht ganz einfach zu organisieren, denn praktisch alle unserer Mannschaft arbeiten neben dem Handball.»

Er selber wurde negativ getestet und trainierte wie seine Teamkollegen zu Hause weiter – so gut es eben ging.

Die Personaldecke ist derzeit dünn

Klar war aber, dass die Quarantäne die Vorbereitungen des TV Möhlin arg durchkreuzte. Vor allem, weil zwei der vier positiv getesteten Spieler noch immer nicht zu 100 Prozent fit sind, was bei der dünnen Personaldecke im NLB-Kader des TVM zu einem Problem wird. Und so zeigte sich Gegner Gossau, gegen den Möhlin am 10. April hätte spielen sollen, grosszügig und verschob die Partie auf vergangenen Mittwoch.

Weil aber alle anderen Partien der Runde vom 10. April ebenfalls verschoben wurden – verschiedene Kantone liessen die NLB-Spiele nicht zu – wurde das verschobene Spiel des TVM gegen Gossau wie alle anderen Partien dieses Spieltages am 15. Mai angesetzt.

Wende innert weniger Stunden

Nach der doppelten Verschiebung des Gossau-Spiels hätte nun eigentlich am Samstagabend endlich der Restart Tatsache werden sollen. Und zwar mit dem Heimspiel gegen Stans. Doch dann sah es so aus, als sollte es auch im dritten Anlauf nicht klappen. Wie der Schweizerische Handballverband am Donnerstagmorgen mitteilte, sollten sämtliche Spiele dieses Wochenendes ebenfalls verschoben werden.

Nur: Innert weniger Stunden gab es eine erneute Wende. «Die Spiele am kommenden Wochenende finden doch statt! Nach einem abwechslungsreichen Tag gaben doch alle Kantone das grüne Licht für NLB-Spiele», postete der TV Möhlin am Donnerstagabend auf Facebook. «Wir freuen uns, am Samstag um 19 Uhr den BSV Stans im Steinli zu begrüssen!» Das Spiel findet ohne Zuschauer statt.

Ziel ist noch immer, eine verkürzte Meisterschaft auszutragen,die gewertet wird. Einen Absteiger wird es aber nicht geben. Sebastian Kaiser nimmt die vielen Verschiebungen gelassen. «Irgendwie ist es fast schon witzig», sagt er.

«Wir sind uns eigentlich gewöhnt, dass unser Spielbetrieb ganz klar geregelt ist. Verschiebung en gibt es kaum. Jetzt müssen wir halt flexibel sein.»

Entscheidend sei, dass die Mannschaft die Motivation trotz des Hin und Her aufrecht erhalten könne.

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