Heute Dienstag beginnt die Verhandlung gegen den damals 84-jährigen Unfallfahrer, der im letzten Jahr am 7. Mai in der Altstadt von Bad Säckingen zwei Menschen getötet sowie neun Personen schwer und 18 leicht verletzt hat. Eines der beiden Todesopfer wohnte im Fricktal.

Die Verhandlung ist laut der Bad-Säckinger-Amtsgerichtsdirektorin Margarete Basler auf zwei Tage angesetzt. Am 2. und am 9. Mai wird jeweils ab neun Uhr unter ihrem Vorsitz öffentlich am Schöffengericht in Bad Säckingen verhandelt.

Es gibt zwei Nebenklagevertreter, welche die Interessen der Angehörigen vertreten, so Basler. Je nach Verlauf der Verhandlung könnte aber auch ein dritter Verhandlungstag hinzukommen, so Basler. «Mein Stand ist aktuell, dass der Mann verhandlungsfähig ist. Das kann sich aber natürlich alles schnell ändern. Im Moment gehe ich davon aus, dass der Termin stattfindet», sagte die Amtsgerichtsdirektorin am.

Zwei Tote bei Unfall in Bad Säckingen

Zwei Tote bei Unfall in Bad Säckingen (Mai 2016)

Ein 84-jähriger Autolenker raste in der Altstadt in eine Menschenmenge vor einem Café. Dabei starben zwei Personen, darunter eine Frau aus der Schweiz.

Drei Gutachter sagen aus

Da das Gericht von einem grossen Zuschauerinteresse ausgeht, wird es laut Basler für den Prozess Zugangskontrollen geben. Wer der Verhandlung vor Ort beiwohnen wolle, müsse deswegen früh dran sein. Ab 8 Uhr werde die Öffentlichkeit in den grossen Verhandlungssaal des Amtsgerichts in Bad Säckingen vorgelassen. Etwa 70 bis 80 Plätze stehen dort insgesamt zur Verfügung. Allerdings wird ein Teil der Plätze für Verfahrensbeteiligte benötigt.

Am ersten Verhandlungstag plant Margarete Basler die Vernehmung des Unfallfahrers. Ausserdem sollen die Ehefrau des Fahrers und eine weitere Zeugin, die bei dem Unfall beide mit im Fahrzeug sassen, vernommen werden. Basler geht davon aus, dass die Ehefrau von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wird. Ausserdem sollen am ersten Verhandlungstag vor allem Polizeibeamte aussagen.

Schock in Bad Säckingen

Schock in Bad Säckingen

Nick Buzina steht der Schrecken immer noch ins Gesicht geschrieben. Der Angestellte des Cafés erzählt, wie er den Unfall hautnah miterlebte. (Tele M1, 8.5.2016)

Am zweiten Verhandlungstag, der ebenfalls um 8 Uhr beginnen soll, sind unter anderem die Aussagen von drei Gutachtern eingeplant. Je ein medizinischer, ein psychologischer und ein technischer Gutachter werden laut Margarete Basler zur Verhandlung kommen.

Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hatte Ende Oktober des vergangenen Jahres wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung Anklage zum Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Säckingen erhoben. Die Strafe für fahrlässige Tötung beträgt – bei einer Verurteilung – entweder eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Für fahrlässige Körperverletzung ist der Strafrahmen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Da die Taten in Tateinheit begangen worden sind, richtet sich das Strafmass bei einer Verurteilung wohl nach dem schwereren Vorwurf.