Raiffeisenbank

Regio Frick und Mettauertal planen gemeinsame Zukunft – vorerst ohne Regio Laufenburg

Urs Obrist, Stefan à Porta, Erwin Schwarb, und Marc Jäger (v.l.) möchten ihre Banken gemeinsam in die Zukunft führen. nbo

Urs Obrist, Stefan à Porta, Erwin Schwarb, und Marc Jäger (v.l.) möchten ihre Banken gemeinsam in die Zukunft führen. nbo

«Zusammen können wir gestärkt in die Zukunft gehen», sagte Stefan à Porta, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Mettauertal. Zusammen, das heisst mit der Raiffeisenbank Regio Frick. Am Montagabend gaben Vertreter der beiden Banken an einer gemeinsamen Medienkonferenz in Gansingen ihre Fusionspläne bekannt.

«Der Verwaltungsrat beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Zukunft unserer Bank», so à Porta. Dies vor dem Hintergrund, dass sich die Finanzbranche in einem Umbruch befinde – als Stichworte nannte der Verwaltungsratspräsident die voranschreitende Digitalisierung, den steigenden Wettbewerbsdruck sowie neue regulatorische Anforderungen. «Diesen Herausforderungen möchten wir uns gemeinsam stellen», sagte à Porta.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern beider Banken, wird in den kommenden Monaten nun die detaillierten Abklärungen treffen. Im November sollen die Genossenschafterinnen und Genossenschafter an Informationsveranstaltungen über die Ergebnisse informiert werden. Den definitiven Beschluss sollen die Mitglieder dann Ende März 2020 (Mettauertal) und Ende April 2020 (Regio Frick) fällen. Der Zusammenschluss träte rückwirkend auf den 1. Januar 2020 in Kraft.

Standort Gansingen bleibt

Auf einige Eckdaten und Rahmenbedingungen der zusammengeschlossenen Raiffeisenbank haben sich die beiden Verwaltungsräte bereits verständigt. Die neue Bank wird rund 13 800 Genossenschafter zählen und eine Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden Franken aufweisen. Der Verwaltungsrat soll aus den Mitgliedern der beiden Banken rekrutiert werden. Der juristische Hauptsitz ist in Frick vorgesehen. Der Bankenstandort Gansingen bleibt aber bestehen. Die elf Mitarbeitenden werden weiterbeschäftigt. Das vor Ort verfügbare Beratungsangebot soll sogar erweitert werden, wie Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Regio Frick, sagte.

Er sieht genau in diesem Bereich ein «künftiges Alleinstellungsmerkmal» der Raiffeisenbank. «Wir legen den Fokus auf die umfassende und spezialisierte Beratung in einem Vertrauensverhältnis», sagte Jäger. Mit den neu über 65 Mitarbeitenden könne dies gewährleistet werden. «In dieser Grössenordnung ist eine Spezialisierung in sämtlichen Bereichen möglich. Davon können auch die Kundinnen und Kunden im Mettauertal künftig profitieren.»

Noch unklar ist dagegen, wie die neue Bank heissen soll. Im Herbst soll den Genossenschaftern ein Namensvorschlag gemacht werden. Den Vertretern der beiden Banken ist bewusst, dass dies eine vor allem emotional heikle Angelegenheit sein kann. «Wir werden versuchen, diese Emotionen abzuholen und ihnen auch gerecht zu werden», sagte Urs Obrist, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Mettauertal. Ein Vorteil könne sein, dass beide Banken bereits heute «Kinder von Fusionen» seien, wie Obrist es ausdrückte. Die heutige Raiffeisenbank Mettauertal entstand in den 1990erJahren aus den vier örtlichen Raiffeisenkassen Gansingen-Oberhofen, Wil, Etzgen-Mettau und Hottwil. Regio Frick schlossen sich in den vergangenen Jahren nach und nach mehrere Banken im oberen Fricktal an.

Ohne Regio Laufenburg

«Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir gemeinsam Konstrukte aufbauen können, mit denen sich die Menschen identifizieren», so Obrist. Das bestätigte Erwin Schwarb, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Regio Frick, aus eigener Erfahrung: «Wir müssen diese Ängste ernst nehmen. Nach den bisherigen Fusionen konnten wir aber immer sagen, dass alle profitiert haben. Ich bin sicher, das klappt auch dieses Mal.»

Die Vertreter der beiden Banken liessen keinen Zweifel daran: Sie sind überzeugt vom Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Einen Schritt, den sie – das geben sie offen zu – gerne gemeinsam mit Regio Laufenburg gemacht hätten (siehe unten). Dazu kommt es aber vorerst nicht. «Wir bedauern das, akzeptieren aber natürlich den Entscheid», sagte Erwin Schwarb. Die Türe für Regio Laufenburg stehe aber weiter offen.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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