Gipf-Oberfrick

Raserei auf Flurstrasse sorgt für Kritik – Katzenhalterin fordert Tempkontrollen

Carolyn Bircher steht auf der Grimselstrasse, wo am Sonntag ihr überfahrener Kater gefunden wurde.

Carolyn Bircher steht auf der Grimselstrasse, wo am Sonntag ihr überfahrener Kater gefunden wurde.

Kater Filou wurde auf der Grimselstrasse in Gipf-Oberfrick überfahren – jetzt fordert seine Halterin Tempokontrollen. Der Schmerz der 19-Jährigen sitzt tief.

Filou hatte nur ein kurzes Leben. Dem zweijährigen Kater wurde ein Auto auf der Grimselstrasse zum Verhängnis. Zwei Wochen lang war Besitzerin Carolyn Bircher über den Verbleib ihres Katers im Ungewissen – bis ihr Vater Filou tot neben der Strasse fand. Bremsspuren gab es keine. «Ein wichtiger Teil wurde mir aus dem Leben gerissen», sagt Bircher.

Der Schmerz der 19-Jährigen sitzt tief, genauso wie die Wut über das «Gerase» einiger Autofahrer auf der Grimselstrasse, einer Flurstrasse die nach dem Siedlungsgebiet in Gipf-Oberfrick beginnt und an Feldern und Höfen vorbei nach Schupfart führt. «Als Fussgänger muss man trotz gerader Strecke und freier Sicht sehr gut aufpassen, wenn man die Strasse entlang spaziert – auch am helllichten Tag», so Bircher. Sie fordert deswegen, dass auf der Grimselstrasse Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. «Meine Katze werde ich durch Geschwindigkeitskontrollen zwar nicht mehr lebend zurückbekommen, aber vielleicht können so andere Katzenleben gerettet werden.»

Dass rund die Hälfte der Autofahrer zu schnell auf der Grimselstrasse unterwegs sei, sagt eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden will. Sie befürchtet, dass einer der Autofahrer bei ihr beim Vorbeifahren noch extra aufs Gas drücken könnte. «Unter anderem fährt regelmässig ein Porsche Cayenne mit wahnsinnigem Tempo vorbei.»

Bis dato gingen bei der Regionalpolizei Oberes Fricktal keine Rückmeldungen betreffend der gefahrenen Geschwindigkeiten ein, sagt der stellvertretender Polizeichef Daniel Meier. «Uns ist auch keine Häufung von Fällen überfahrener Tiere auf dieser Strecke bekannt.» Auf der Gemeinde gab es dagegen vor einigen Jahren Rückmeldungen, als die Gemeinde Schupfart den Mergelbelag der Grimselstrasse auf ihrem Bann teerte, sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. «Dadurch hat der Durchgangsverkehr zugenommen.»

Beim Verlassen des Wohnquartiers auf die Grimselstrasse gibt es keine Schilder, welche die Tempo-50-Zone aufheben. «Bei unbedeutenden Nebenstrassen wird auf die entsprechende Signalisation verzichtet», sagt Meier. Dennoch beträgt auf der Flurstrasse die zulässige Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. Diese Geschwindigkeit jedoch auch tatsächlich zu fahren, hält Treier in Anbetracht, dass Fussgänger oder Velofahrer unterwegs sein können, für «völlig überhöht». Meier schiebt nach, dass die Geschwindigkeit den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anzupassen sei. «Insbesondere in Flurgebieten muss jederzeit mit querenden Tieren gerechnet werden», sagt er.

Zwar hätte die Gemeinde die Möglichkeit, auf der Grimselstrasse das Tempo etwa auf 60 km/h herunterzusetzen, hierzu brauche es jedoch zunächst ein Fachgutachten, so Treier. Vor dem Hintergrund, dass es auf dem Gemeindebann eine Vielzahl von Flurstrassen gibt, müssten diese im Sinne der Gleichbehandlung ebenfalls begutachtet werden. «Dies wäre jedoch ein unverhältnismässig grosser Aufwand», sagt Treier. Über Tempokontrollen entlang der Grimselstrasse habe man sich Gedanken gemacht, so Treier. Durchgeführt habe man dort jedoch keine, denn: «Dass dort jemand schneller als 80 km/h fährt, ist aufgrund der Strassenbreite und -führung unwahrscheinlich.»

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Autor

Dennis Kalt

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