Rebbau

«Räuber» schlemmen jetzt besonders gern in den Reben

Gefundes Fressen für Wildtiere.

Gefundes Fressen für Wildtiere.

Wespen, Schmeissfliegen, rote Spinnmilben und Fransenflügler machen Winzer in diesen Tagen das Leben schwer. Fünf Winzer sprechen vor der Traubenlese über gefrässige Tiere und was sie dagegen tun.

Mit seinen 390 Hektaren Rebfläche und einer grossen Vielfalt an verschiedenen Weinen gehört der Kanton Aargau zu den grössten Weinkantonen der Deutschschweiz. Alle angebauten Rebsorten weisen je nach Anbaugebiet grosse Unterschiede auf. Wegen des schlechten Klimas im nördlichen Aargau ist der Weinbau in dieser Region nur bedingt möglich. Deshalb befinden sich alle Reben in den Regionen, die sich dafür am besten eignen.

Schädlinge der Rebberge

Doch mit welchen anderen Problemen ausser dem Klima haben Winzer im Fricktal zu kämpfen? «Ich persönlich habe hauptsächlich mit tierischen Schädlingen Probleme, darunter Wespen und die amerikanische Schmeissfliege», erklärt Winzer Gerhard Wunderlin aus Zeiningen gegenüber der az Aargauer Zeitung. Ganz ähnlich verhält es sich beim Fehr und Engeli Weinbau in Ueken. «Rote Spinnmilben und Fransenflügler darf man natürlich nicht vergessen, diese verursachen unserem Weinbau grosse Probleme», erklärt der Inhaber Urs Gasser.

Störende Nascher

Reife Trauben stehen bei vielen Tieren auf dem Speiseplan. Zu den gierigsten gehören die Vögel. Von den Dieben aus der Luft ist auch Dorli Treier-Schmid vom Treier Weinbau in Magden betroffen. Doch die Reben sind noch bei viel mehr ungebetenen Gästen beliebt. «Stare und Amseln essen unsere Trauben besonders gerne. Doch auch grosse Tiere wie Dachse, Füchse und Rehe sind uns ein Dorn im Auge», sagt sie.

Wenig Probleme in Hornussen

Die meisten Winzer kämpfen mit den gleichen Problemen, doch nicht alle Rebberge sind im gleichen Ausmass betroffen. Zu den Ausnahmen gehört Daniel Fürst, der mit seiner Frau Erika die fürstliche Weinkultur in Hornussen betreibt. «Auf meinem Rebberg habe ich sehr selten mit solch störenden Naschern zu kämpfen. Dies ist wohl dem Lärm der Autobahn in unserer Nähe zu verdanken», sagt Daniel Fürst.

Lärm und Netze sind die Lösung

Die Weinbauern aus der Region wissen sich jedoch gegen diese lästigen Plagen zu wehren. Daniel Fürst setzt auf Hindernisse: «Am besten ist es, die Reben mit einem Netz abzudecken oder die Fläche einzuzäunen. Allerdings müssen die Zäune elektrisch sein, da der Dachs sonst durchschlüpft.» Urs Gasser aus Ueken setzt auf akustische Abschreckung: «Lautes Piepsen und Knallgeräusche sind für mich ein gutes Mittel gegen die Tiere.» Dorli Treier-Schmid verbindet am liebsten beide Varianten: «Wir benützen Netze und geben Warnschüsse in die Luft ab, um die Tiere zu erschrecken.»

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