Seit Anfang 2017 führen die Gemeinden Laufenburg und Stein einen gemeinsamen Sozialdienst. Ab dem 1. März übernimmt der Sozialdienst Laufenburg-Stein nun auch die Dossiers aus Gansingen. «Die Auslagerung war schon seit längerem ein Thema», sagt der Gansinger Gemeindeammann Mario Hüsler. Er führt mehrere Gründe an, die letztlich zum Entscheid geführt hätten. So sei die Zahl der Fälle in Gansingen in den letzten Jahren gestiegen. Derzeit betreut in Gansingen die Leiterin Finanzen, bei der der Sozialdienst angesiedelt ist, rund 15 Einzelpersonen.

Die Betreuung der Fälle brauche viel Zeit, weiss Hüsler, «vor allem wenn man nicht tagtäglich in diesem Bereich arbeitet». Die neue Lösung sei deshalb auch eine Professionalisierung. Im bisherigen Modell fehle nämlich die Spezialisierung. «Beim grösseren Sozialdienst Laufenburg-Stein ist die Kernkompetenz höher», so Hüsler.

Man habe auch andere Lösungen geprüft und zwischenzeitlich sogar mal eine 20-Prozent-Stelle ausgeschrieben, so der Gemeindeammann weiter. Letztlich habe sich aber die Auslagerung nach Laufenburg als beste Lösung herauskristallisiert. Die betroffenen Klienten seien persönlich informiert worden. Sie müssen künftig in Laufenburg die Büros des Sozialdienstes aufsuchen.

Pensenreduktion in Gansingen

Verbunden ist die Auslagerung des Sozialdiensts in Gansingen mit einer Pensenreduktion auf der Verwaltung. Die Gemeinde ist derzeit auf der Suche nach einer neuen Finanzverwalterin oder einem neuen Finanzverwalter. Die bisherige Stelleninhaberin wollte sich neu ausrichten. «Nun können wir nur noch ein 70-Prozent-Pensum ausschreiben», so Hüsler. Bis anhin betrug das Pensum 90 Prozent. Das kleinere Pensum könne auf dem Stellenmarkt ein Nachteil sein, ist sich Hüsler bewusst. Allerdings gestalteten sich die Stellenbesetzungen in kleinen Gemeinden ohnehin schwierig. Und: «Es könnte durchaus auch ein Vorteil sein, dass der Sozialdienst nicht mehr zum Pflichtenheft gehört.» Finanzielle Einsparungen verspricht sich die Gemeinde von der Auslagerung kaum. Es hänge jedoch von den Fallzahlen ab. «Der Sozialdienst Laufenburg-Stein wird die Gansinger Fälle nach Aufwand in Rechnung stellen», so Hüsler.

Laut dem Laufenburger Gemeindeschreiber Marco Waser konnte seit dem Zusammenschluss von Laufenburg und Stein und der damit einhergehenden Professionalisierung viel Wissen, Kompetenzen und Arbeiten gebündelt werden. «Gerade für die Handhabung der immer komplexer werdenden Fälle bringt diese Professionalisierung klare Vorteile mit sich», so Waser. «Die positiven Auswirkungen werden sich in den kommenden zwei bis drei Jahren noch weiter akzentuieren», ist er überzeugt.

Weiteres Wachstum geplant

Derzeit beträgt der Stellenplan des Sozialdienstes Laufenburg-Stein 385 Prozent. Die Mitarbeiter betreuen insgesamt rund 160 Fälle. «Aufgrund des eingespielten und erfahrenen Teams können wir eine professionelle Führung der Falldossiers anbieten», so Waser. Als Vorteile für «einkaufende Gemeinden», sieht er überdies, dass der Sozialdienst Laufenburg-Stein die ganze Woche über erreichbar ist.

Durch die Übernahme der Gansinger Fälle ist in Laufenburg aktuell keine Stellenaufstockung geplant. Die Pensen müssten zwar überprüft werden, wenn der Initialaufwand abflache, sagt Marco Waser. Man gehe jedoch davon aus, dass die Pensen, «wenn auch knapp», ausreichend seien. Längerfristig sei jedoch ein weiteres Wachstum des Sozialdienstes «möglich und auch geplant, da die bestehende Basis sehr gut funktioniert und relativ leicht darauf aufgebaut werden kann». Ein weiteres Wachstum würde jedoch sicherlich eine Pensenerweiterung mit sich bringen, so der Gemeindeschreiber.