Frick
Plateosaurier «Fabian» röhrt im Museum schon bald um die Wette

Das Sauriermuseum bekommt einen stehenden Dino: «Fabian», den kleinsten hier gefundenen Plateosaurier. Benannt ist das Saurierskelett nach dem Sohn von Museumsleiterin Andrea Oettl.

Thomas Wehrli
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Extreme: Ben Pabst fand 2015/2016 den grössten und den kleinsten Dino. archiv

Extreme: Ben Pabst fand 2015/2016 den grössten und den kleinsten Dino. archiv

Thomas Wehrli

Ein Fricker Saurier kommt in Belgien ganz gross heraus: Das Sauriermuseum hat dem königlichen belgischen Institut für Naturwissenschaften in Brüssel die Knochen von zwei ähnlich grossen Plateosauriern als Dauerleihgabe überlassen (az vom Samstag). «Die beiden Skelette sind nicht ganz komplett, aber ergänzen sich gut zu einem Saurier», sagt Museumsleiterin Andrea Oettl.

Und die Belgier haben in der Tat Grosses vor mit «Ben», wie sie den Saurier liebevoll nach seinem Finder, dem Fricker Grabungsleiter Ben Pabst, genannt haben. Er soll zur einer der Attraktionen in der renommierten Dino-Abteilung des Museums werden. Dazu wird er aufgestellt, das heisst: Er steht in seiner Fünf-Meter-Knochen-Pracht da und «roaaart» den rund 300 000 Besuchern, die das Museum pro Jahr besuchen, stehend entgegen. Möglich macht das Aufstellen ein Crowdfunding, bei dem innert weniger Tagen mehr als 25 000 Euro zusammenkamen.

Dieser Traum, einen der rund 80 in Frick gefundenen Plateosaurier stehend präsentieren zu können, hegen Pabst, Oettl und die Museumskommission schon lange. Bislang scheiterte es an zweierlei: Am Platz im kleinen Museum und am Geld; das Aufstellen kostet – je nach Grösse des Dinos – schnell einmal 15 000 bis 30 000 Franken.

Doch nun scheint sich auch hier ein Happy-Saurier-End abzuzeichnen: «Wir können in den nächsten zwei bis drei Jahren das Skelett eines kleineren Sauriers aufstellen», freut sich Oettl. Und Susanne Gmünder Bamert, Gemeinderätin und Präsidentin der Saurierkommission, bestätigt: «Das benötigte Geld ist nahezu beisammen.» Rund 15 000 Franken dürfte das Aufstellen kosten – eine Investition, «die sich garantiert lohnt», sind sich Oettl und Gmünder einig. Denn ein stehender Saurier wertet das Museum «ganz klar auf» und wird dazu beitragen, dass noch mehr Besucher den Weg nach Frick finden werden.

Und was ist mit Problem Nummer zwei, dem Platz? Hier eilt den Saurierfreunden ein Fund aus dem vorletzten und letzten Jahr zur Hilfe: Im Sommer 2015 war Ben Pabst dabei, «XL», den mit acht Metern Länge grössten, je in Frick gefundenen, Plateosaurier auszugraben. Da stiess er auf einen extrem kleinen Oberschenkelknochen. Gerade einmal 23 Zentimeter mass dieser und war damit nicht einmal halb so lang, wie der bisher kleinste in Frick gefundene Oberschenkelknochen. Im Jahr darauf fand Pabst den Rest von «XS» und er hatte Gewissheit: «So ein kleines Exemplar gibt es weltweit noch nicht.»

Nach dem Sohn benannt

«Fabian», wie der Saurier inzwischen getauft wurde, ist keine zwei Meter lang und «hat die Höhe eines Truthahns», sagt Oettl. Weshalb Fabian? Oettl lacht. «Er wurde im gleichen Jahr gefunden, wie mein Sohn Fabian auf die Welt kam.» Deshalb habe das Team um Ben Pabst ihn Fabian getauft.

Fabian, der Saurier, wird also in rund zwei Jahren im Fricker Museum um die Wette Brüllen – just dann, wenn Fabian, der Mensch, so bleibt zu hoffen, dem «Brüll-Stadium» entwachsen ist. In diesem Sinne: Roooaaaar!

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