Open-Air-Konzert
Lichtblick im Corona-Blues: Die Troubadix-Barden holen die Gitarren wieder raus

Die Aargauer Liedermacher sind zurück: Das Troubadix-Festival 2021 findet statt – mit Pfingsten als traditionellen Termin und mit dem Endelhof in Kaisten an dem Ort, an dem das Festival 1999 zum ersten Mal über die Bühne gegangen war.

Hans Christof Wagner
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2019 hatte Troubadix-Organisator Gabriel Kramer aus Laufenburg noch gut lachen – Corona war noch kein Thema.

2019 hatte Troubadix-Organisator Gabriel Kramer aus Laufenburg noch gut lachen – Corona war noch kein Thema.

Bild: Marc Fischer (2. Mai 2019)

Das Troubadix-Festival 2021 findet statt. Dazu entschlossen, es an Pfingstsonntag, 23. Mai, trotz Corona durchzuführen, haben sich die Veranstalter, Gabriel Kramer und Ivo Roesch. Nachdem der Bundesrat an seiner Sitzung vom 14. April angekündigt hatte, dass wieder Veranstaltungen mit Publikum möglich sein sollen, stand auch für Kramer und Roesch fest: Ja – wir machen es. Kramer sagt auf Nachfrage:

«Mit den für Open-Air-Konzerte jetzt wieder erlaubten 100 Besuchern müssten wir hinkommen.»

Wobei er und Roesch die Bestuhlung so vornehmen müssen, dass zwischen den Festivalbesuchern die vorgeschriebenen Mindestabstände von anderthalb Metern eingehalten werden können. Zudem gilt Sitz- und Maskenpflicht. Und weil die Maske immer getragen werden muss und auch nicht zum Essen abgelegt werden darf, besteht auf dem Troubadix-Gelände ein Konsumationsverbot. Allerdings soll es ausserhalb des Veranstaltungsareals einen Crêpe-Stand geben. Kramer: «Mit diesem haben wir als Veranstalter aber nichts zu tun.»

2019 sangen bei Troubadix 16 Liedermacher im Brugger Odeon, um sich für 2020 zu qualifizieren.

2019 sangen bei Troubadix 16 Liedermacher im Brugger Odeon, um sich für 2020 zu qualifizieren.

Bild: Ina Wiedenmann (9. Juni 2019)

Das Troubadix-Festival findet 2021 statt. Aber aufgrund der Corona-Auflagen ist es dieses Jahr zeitlich gestrafft. Auch das soll den Vorgaben der Politik dienen, das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. «Normalerweise fand das Festival immer von 11 bis 19 Uhr statt, jetzt ist es auf die Zeit zwischen 13 und 18 Uhr beschränkt. Und statt drei gibt es aktuell nur zwei Blöcke plus das Finale», berichtet Kramer.

2021 mit 100 Prozent Schweizer Mundart

Dass auch in der reduzierten Zeit alle Künstler auftreten können, wurde deren Zahl auf 14 begrenzt. Kramer: «In den Jahren davor waren es immer 18.» Laut Kramer sind die Künstler der vergangenen Male angeschrieben und zur Teilnahme gebeten worden. Und auch wenn nur 14 mitmachen können, sind in den beiden Blöcken noch drei Plätze frei. Erstmals läuft das Troubadix 2021 unter dem Label Mundartliederfestival – mit 100 Prozent Schweizer Liedgut. Kramer erzählt:

«Mit rund 90 Prozent Anteil war die Mundart schon immer stark. Aber die restlichen zehn Prozent Englisch oder andere Sprachen fallen jetzt auch noch weg.»

Diskutiert haben er und Mitveranstalter Roesch, das Festival dieses Jahr gar nicht im Aargau stattfinden zu lassen, sondern im Kanton Zürich. «Der Gewinner des Vorjahres darf über Datum und Ort der nächsten Troubadix-Durchführung mitentscheiden», sagt Kramer. Und da 2020 die aus Winterthur stammende Sängerin Irene Mazza gewann, wäre eine Verlegung möglich geworden. Doch die Barden sind 2021 nicht nur dem Aargau treu geblieben, sondern mit Kaisten als Festivalort auch dem Fricktal. Kramer erzählt: «Wir kehren mit dem Endelhof sogar zu jenem Ort zurück, an dem 1999 das erste Troubadix stattgefunden hat.» Als Privatgelände biete es am meisten Flexibilität. Der Laufenburger Liedermacher bekennt:

«Wir wollen es uns dieses Jahr so einfach wie möglich machen. Wir haben mit Corona schon genug zu tun.»

Auch das habe dazu beigetragen, sich gegen einen Austragungsort ausserhalb des Kantons Aargau zu entscheiden. In Frage gekommen wäre noch das Salzhaus in Brugg, wo Troubadix vergangenes Jahr coronabedingt erst am 1. November stattgefunden hatte. Aber dann, weil drinnen, wären den Vorgaben des Bundesrates gemäss höchstens 50 Besucher erlaubt gewesen.