Manchmal, so sagt Walter Marbot, suche er eine halbe Ewigkeit, um in seinem «Ohren-auf!»-E-Mail-Archiv eine bestimmte Nachricht wiederzufinden. Kein Wunder: Zweieinhalb Jahre Planung liegen hinter dem Präsidenten des 18-köpfigen OK-Teams, in denen tausende von E-Mails geschrieben und Telefonate geführt wurden, um das kantonale Musikfest mit einer Rekordbeteiligung von 5000 Musikanten aus 132 Vereinen in Laufenburg auf die Beine zu stellen.

Verhehlen kann Marbot nicht, dass er nach all dieser Arbeit wenige Tage vor dem Start des Musikspektakels wie auf heissen Kohlen sitzt. «Es ist Zeit, dass es endlich losgeht», sagt er. Im Gespräch im Café Maier – dort, wo der Kanton kürzlich die Verkehrsinsel von der Baslerstrasse für den Paradewettbewerb entfernt hat – ist Marbots Vorfreude deutlich herauszuhören. Von Anspannung oder gar Nervosität keine Spur. «Viele der Festbeizen stehen, die 650 Helfer wissen, was sie zu tun haben und auch Petrus spielt aller Voraussicht nach am ersten Wochenende des Musikfestes mit», sagt Marbot, der eine positive Vorbereitungsbilanz zieht: «Ich habe die Arbeit im OK-Team genossen, weil jeder vollen Einsatz für das gemeinsame Ziel geleistet hat: Für die Stadt und die Region etwas Grossartiges zu schaffen.»

Auto behindert Aufbauarbeiten

Dass es in den Vorbereitungen auch mal das eine oder andere «kleine Ärgernis» gab, nimmt Marbot gelassen. So, als vorgestern ein Autobesitzer seinen Wagen auf dem Festgelände parkierte, dort, wo die Organisatoren eine Festbeiz aufbauen wollten. «Wir haben abgewartet und halt erst am nächsten Tag aufgebaut», sagt Marbot und schiebt nach, dass die meisten Bewohner mit Verständnis und Rücksicht auf die Parkplatz- und Verkehrseinschränkung, reagiert hätten.

Für Marbot ist es schwierig, zu schätzen, wie viele Besucher auf das «Ohren-auf!»-Festgelände während der sechs Tage kommen werden. «Eine Orientierung an den letzten kantonalen Musikfesten ist nicht möglich, weil keine Zahlen vorliegen», erklärt Marbot und schiebt nach: «Wir haben eine Annahme von 12 000 Besuchern aufgestellt, wobei jeder Gast durchschnittlich für 20 Franken Essen und Getränke konsumiert.» Dass die WM ein Grund dafür sein könnte, dass einige Fussball-Begeisterte dem Festgelände fernbleiben, denkt Marbot nicht: «In der Schnitzelbrot-Arena werden sämtliche Spiele auf einem 4-Meter-LED-Screen live übertragen.»

Klangqualität wird verbessert

Bis zum Festbeginn am Freitag müssen noch einige Arbeiten verrichtet werden. Zu einer der wichtigen gehört die Verbesserung der Klangqualität in der katholischen Kirche – einem der drei Konzertlokale. «Dort haben wir einen Akustiker, der Klangwände aufstellt», sagt Marbot. Daneben müssen unter anderem der Strom verlegt, die Getränke in die Festbeizen verteilt, Bühnen aufgebaut und das Festgelände dekoriert werden.

Dass Marbot, der passionierter Euphonium-Spieler ist, nur wenig Zeit haben wird, um die musikalischen Darbietungen zu geniessen, ist ihm bewusst. So wird er an den sechs Festtagen mit dem Funkgerät auf dem Festplatz stehen und bei Vorfällen oder Unklarheiten die erste Ansprechperson sein. «Ab und zu, in einem ruhigen Moment, werde ich sicherlich auch einmal kurz die Musik und Atmosphäre geniessen können», so Marbot.

Kantonales Musikfest «Ohren auf!»:

Freitag, 22. Juni, bis Sonntag, 24. Juni, und Freitag, 29. Juni, bis Sonntag, 1. Juli.