OSZF

Oberstufenzentrum Fischingertal: Der Gemeinderat Mumpf blieb Podium fern

Wird das ehemalige Oberstufenzentrum Fischingertal nun verkauft oder nicht? Am 9. Februar wird abgestimmt. Urs Jakober (links) und Willi Vonblon freuten sich am Samstag sehr.

Wird das ehemalige Oberstufenzentrum Fischingertal nun verkauft oder nicht? Am 9. Februar wird abgestimmt. Urs Jakober (links) und Willi Vonblon freuten sich am Samstag sehr.

An der Podiumsveranstaltung des Oberstufenzentrums Fischingertal in Mumpf ging es ums Wohl der Kinder, aber auch ums Geld.

Der Verkauf des Oberstufenzentrums Fischingertal, kurz OSZF, und das Thema Primarschulstandort werden derzeit in den Gemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach heftig und kontrovers diskutiert. Es ist ein bewegendes und emotionsgeladenes Thema, vor allem für jene, die Kinder in der Schule haben. Am letzten Samstagvormittag fand in Mumpf zu dem Thema eine gut besuchte Podiumsveranstaltung statt.

Brisanz erhielt das Thema unlängst dadurch, dass der Gemeinderat Mumpf, welcher den Verkauf des Oberstufenzen­trums an die Stiftung MBF (Verkaufspreis 9,3 Millionen Franken) mitorganisierte, nun doch nicht verkaufen möchte und sich auf die Seite des Referendumskomitees stellt, das sich gegen den geplanten Verkauf wehrt.

Das Wohl der Kinder im Blick

In der Diskussionsrunde bemängelten Anwesende, dass es immer nur ums Geld und nicht um die Schüler gehe. René Heiz, Gemeindeammann von Schupfart und Co-Präsident des erweiterten Schulvorstandes des OSZF, betonte indes, dass es sehr wohl auch um das Wohl der Kinder gehe. Aber auch die finanzielle Seite müsse im Auge behalten werden, schliesslich gehe es um Steuergelder.

Einige Zuhörer befürchteten, dass es für die Kinder nicht gut sei, wenn sie nicht sechs Jahre an einem Primarschulstandort unterrichtet würden. Chris Eichenberger, Elternvertreter aus Schupfart, sah es aus eigenen Erfahrungen hingegen als grosse Chance für die Kinder an, wenn sie Schritte in andere Gemeinden machen können. Dies wurde von etlichen Anwesenden im Zuhörerraum bestätigt.

Die Fakten wurden auf den Tisch gelegt

Schupfart und Obermumpf halten an ihrem jeweiligen Primarschulstandort im Dorf fest. Auch bei einem Verhindern des Verkaufs werden die beiden ihre Kinder nicht ausschliesslich nach Mumpf senden. Dies ging aus den Ausführungen von Astrid Zeiner, Präsidentin des Schulvorstandes OSZF und Co-Präsidentin des erweiterten Schulvorstandes des OSZF, hervor. Die Gemeinde Wallbach, die sich nicht dem Primarschulverband angeschlossen hat, hält am Verkauf des OSZF ebenfalls fest, wie Paul Herzog, Gemeindeammann von Wallbach und Mitglied des erweiterten Schulvorstandes des OSZF, betonte.

Zwei Stühle auf dem Podium blieben leer

«Ein Verkauf des OSZF-Gebäudes wird von uns als einzige sinnvolle Lösung angesehen», betonte Astrid Zeiner. Mumpf vollzieht derzeit dahingehend eine Kehrtwende. Die Gemeinden Obermumpf und Schupfart wollen nicht mitspielen. Mehr noch, sie sind wegen der Kehrtwende von Mumpf irritiert.

Auch das gänzliche Fehlen von Mumpfer Gemeindevertretern an der Podiumsveranstaltung stiess bei den übrigen Teilnehmern zumindest auf Bedauern, wie Eva Frei, Gemeindeammann von Obermumpf und Mitglied des erweiterten Schulvorstandes des OSZF, verlauten liess.

Das Referendumskomitee stellte sich am Samstagvormittag ebenfalls nicht der Diskussion mit den Anwesenden. Rolf Stampfli vom Referendumskomitee betonte zwar, dass das Komitee grundsätzlich ein Podium begrüsse, aber nicht unter den gegebenen Umständen. Unter anderem bemängelte Stampfli, dass Informationen ausgesperrt würden und es keinerlei Anfragen für eine Zusammenarbeit zum Podium gegeben habe. Kritik äusserte der Sprecher auch an der Neutralität des Moderators. CVP-Grossrat Alfons Kaufmann, unter anderem ist er Mitglied der parlamentarischen Kommission BKS (Bildung, Kultur und Sport), konnte für die Moderation gewonnen werden. Wörtlich sagte Stampfli: «Das Komitee ist informiert, dass der Moderator ein Befürworter des Verkaufs der OSZF-Schule an die MBF ist. Das heisst im Umkehrschluss, dass er gegen eine Übernahme des Schulbaus zu Gunsten der Primarschüler im Fischingertal ist. Somit betrachten wir den Moderator als befangen und nicht neutral.» Unter diesen Umständen fühle sich das Komitee befangen. Der Stuhl für einen Vertreter des Komitees blieb demnach ebenfalls leer.

Auf die Frage an Stampfli aus der Zuhörerschaft nach einem Plan B, falls ein Verkauf nicht zu Stande käme und andererseits eine Nutzung des OSZF als Zentrum für die Primarschulen des Fischingertals (Primarschulverband, PSVF) nicht in Frage kommt, konnte Stampfli keine schlüssige Antwort geben. Er betonte jedoch, dass das Komitee bereit sei, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Als Ziel nannte er das Anliegen, auf einen einzigen Primarschulstandort im Fischingertal hinzuarbeiten.

Die Zeit drängt, denn voraussichtlich am 9. Februar wird in den Verbandsgemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach über den Verkauf des ehemaligen Oberstufenzentrums Fischingertal an der Urne abgestimmt. Zu einem weiteren Austausch zum Verkauf des OSZF wird es heute Montag, 20. Januar, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Schupfart Gelegenheit geben.

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