Herznach

Neues Gebäude nach tragischem Brand: Ein Schritt in die Zukunft

Bei der Brandruine der Bänderfabrik Spyk stehen seit Kurzem Bauprofile. Ende 2020 soll der Neubau stehen. Bild: Nadine Böni

Bei der Brandruine der Bänderfabrik Spyk stehen seit Kurzem Bauprofile. Ende 2020 soll der Neubau stehen. Bild: Nadine Böni

Die Bänderfabrik Spyk in Herznach plant nach dem tragischen Brand vom August 2018 ein neues Gebäude.

Es war eine der grössten Tragödien der letzten Jahre im Fricktal: Mitten in der Nacht auf den Montag, 20. August, letzten Jahres hatte eine langjährige Mitarbeiterin in der Bänderfabrik Spyk in Herznach ein Feuer gelegt, um sich das Leben zu nehmen. Beim Brand wurde ein Grossteil des Bürogebäudes zerstört. Es entstand ein Sachschaden von über zwei Millionen Franken.

In wenigen Tagen jährt sich der tragische Brand nun zum ersten Mal. Zeitgleich – ab heute Freitag und bis zum 26. August – liegt auf der Bauabteilung der Gemeinde ein Baugesuch des Unternehmens auf. Die Brandruine soll demnach abgerissen und an ihrer Stelle ein Neubau errichtet werden.

Abriss im Herbst, Bezug des Neubaus Ende 2020

«Wir planen einen Neubau mit einem Büroteil und einem Produktionsteil», sagt Rainer van Spyk, Co-Geschäftsleiter bei der Spyk Bänder AG. Die Investition werde zwischen vier und fünf Millionen Franken betragen. Vom Volumen her werden sich der Neubau vom Altbau kaum unterscheiden. Der Zeitplan sieht vor, dass die Brandruine bis Ende des laufenden Jahres abgerissen werden kann. Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr sollen die Mitarbeitenden den Neubau dann Ende 2020 beziehen.

Mit der Aargauischen Gebäudeversicherung hat sich das Unternehmen inzwischen geeinigt. Sie bewertete den stehengebliebenen Gebäudeteil. «Da es sich um ein altes Gebäude handelt und der durch das Löschwasser verursachte Schaden nicht einfach ersichtlich und auch nicht einfach zu beziffern war, gab es verständlicherweise eine Verhandlungsphase mit Diskussionen», sagt van Spyk und gibt offen zu: «Natürlich hätten wir uns eine höhere Schadenszahlung als die zugesprochenen 2,4 Millionen Franken erhofft. Dennoch sind wir der Meinung, dass das erzielte Verhandlungsergebnis fair ist.»

Die Bänderfabrik sei nicht gewillt gewesen, auf den stehengebliebenen Gebäudeteilen aufzubauen. «Daher liegen die Kosten des Neubaus höher», so van Spyk. «Dafür kann das neue Gebäude deutlich effizienter und vielseitiger genutzt werden.» Und: Das Einreichen des Baugesuches sei ein weiterer Schritt der Verarbeitung des tragischen Ereignisses vom letzten August.

Die Mitarbeitenden mussten in den letzten Monaten täglich an der Brandruine vorbei zu den Arbeitsplätzen in den provisorisch eingerichteten Bürocontainern. «Für die Mitarbeiter ist es ein Zeichen, dass wir an unsere Zukunft glauben und gewillt sind, in den Standort Herznach zu investieren», sagt van Spyk. Zudem böten neu erstellte Büroräume «sicher mehr Komfort und einen höheren Wohlfühlfaktor als ein Containerbüro». Die Unternehmensleitung sei zuversichtlich, dass die Spyk-Produkte künftig erfolgreich von Herznach aus vertrieben werden können. «Der Neubau wird unsere Firma stärken», ist van Spyk überzeugt.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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