Frick
Nach nur zwei Wochen sind Fahrende weitergezogen – ohne sich abzumelden

Eine Gruppe von Jenischen campierte für zwei Wochen auf der Zirkuswiese. Sie sind weitergezogen ohne sich abzumelden und ohne Platzübergabe.

Lucas Zeugin
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Auf der Zirkuswiese in Frick legen die Fahrenden alljährlich in den Sommerferien auf der Durchreise jeweils einen Halt ein und schlagen ihre Zelte auf.

Auf der Zirkuswiese in Frick legen die Fahrenden alljährlich in den Sommerferien auf der Durchreise jeweils einen Halt ein und schlagen ihre Zelte auf.

Lucas Zeugin

Kürzlich prägten Wohnwagen von Schweizer Fahrenden das Erscheinungsbild der Zirkuswiese neben dem Kunstrasen auf der Schul- und Sportanlage Ebnet in Frick. Eine kleine Gruppe Jenischer legte auf ihrer Durchreise durch die Schweiz im oberen Fricktal einen Zwischenstopp ein und bewohnte knapp zwei Wochen mit rund 20 mobilen Wohneinheiten die von der Gemeinde als temporärer Halteplatz zur Verfügung gestellte Nutzfläche. Die Fahrenden haben das Gelände bereits geräumt und sind weitergezogen. Sie hatten mit der Gemeinde eine Aufenthaltsdauer von zwei Wochen vereinbart.

Mangelware Halteplätze

Bloss zwei Toilettenkabinen und ein Elektrizitätsanschluss mit integriertem Stromzähler erinnern noch an den Aufenthalt der Jenischen, die regelmässig für mehrere Wochen in den Sommerferien auf dem Ebnet gegen Entrichtung einer Platzpauschale campieren dürfen. «Die Gemeinde hat die Bedingung auferlegt, dass die Schweizer Fahrenden nur in der schulfreien Zeit die Wiese als Halteplatz nutzen dürfen», erklärt Gemeindeschreiber Heinz Schmid die Vereinbarungen mit den Jenischen. Somit ist denn auch klar ausgeschlossen, dass aus der zeitlich reglementierten Nutzung der Wiese als Halteplatz ein dauerhafter Standplatz werden könnte.

Die Gemeinde Frick ergänzt mit ihrem Angebot bloss die zahlreichen offiziellen Lösungen des Kantons Aargau für den zeitweiligen Verbleib der Jenischen auf Reisen. An den Standorten Kaiseraugst, Zofingen, Würenlos, Merenschwand, Windisch und Aarau bestehen bereits Durchgangsplätze, die teilweise, wie ein Gelände in Spreitenbach, auch als Standplätze genutzt werden können.

Dennoch besteht heute noch ein Mangel an Halteplätzen für Jenische, und die Gemeinde Frick entschärft mit der gebotenen Möglichkeit die Problematik nach bestem Vermögen. Gemäss dem Richtplan, in dem verschiedene Beschlüsse zu den Halteplätzen für im Aargau festgehalten werden, sind Spontananhalte zu dulden. Dort heisst es: «Soweit keine konkreten öffentlichen Interessen dagegensprechen, sind Spontanhalte durch die Behörden soweit möglich zu tolerieren.» Dass das Zusammen- leben von Anwohnern mit den Fahrenden nicht immer reibungslos funktioniert, ist bekannt. Oft beklagen sich Nachbarn über Lärmbelästigung und liegen gebliebenen Abfall.

Gemeindeschreiber Heinz Schmid zeigt sich jedoch mit dem diesjährigen Aufenthalt der Fahrenden auf dem Ebnet zufrieden: «Aus meiner Sicht hat die Gemeinde Frick die Herausforderung, der geschützten Minderheit mit dem zur Verfügung gestellten Ausweichplatz helfend beizustehen und zugleich das Ruhebedürfnis der Anwohner zu berücksichtigen, gut gemeistert.» Auch Georg Schmid, Werkmeister und Leiter des Bauamts, schlägt positive Töne zu den weitergezogenen Besuchern an, obwohl die Fahrenden ihre Abreise nicht gemeldet haben und keine offizielle Übergabe des Platzes stattgefunden hat: «Bezüglich Sauberkeit hatten wir dieses Jahr keine Probleme. Die Fahrenden haben den Abfall in den offiziellen Kehrichtsäcken der Gemeinde entsorgt, die von der allwöchentlichen Abfuhr abgeholt werden.»

Friedliches Nebeneinander

Es bleibt also nur noch, die Stimmen der Verwaltung mit der Wahrnehmung betroffener Anwohner abzugleichen. Tatsächlich bestätigt eine Frau, dass das friedliche Nebeneinander funktioniert hat: «Ich kann kein böses Wort über die Fahrenden verlieren. Sie haben sich absolut korrekt verhalten, keinen Lärm gemacht und den Platz tipptopp in Ordnung zurückgelassen. Das haben wir schon lange nicht mehr erlebt.»

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