Dampfsäge-Areal
Nach einem jahrelangen Hin und Her kann in Laufenburg (D) ein Obi-Markt gebaut werden – wann, ist noch offen

20 Jahre nachdem die Dampfsäge Laufenburg (D) ihren Betrieb einstellte, ist nun klar, wie es auf dem Areal unmittelbar östlich des Einkaufszentrums Laufenpark weitergeht. Ein jahrelanger Streit um die Nutzung des Areals konnte diese Woche beendet werden.

Markus Vonberg
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Aus Bad Säckinger Sicht kann der Laufenburger Obi-Markt kommen.

Aus Bad Säckinger Sicht kann der Laufenburger Obi-Markt kommen.

Symbolbild/Keystone

Zur Erinnerung: Bereits 2005 beschloss der Gemeinderat Laufenburg den Bebauungsplan Laufenpark-Ost. Er sah auf dem Dampfsäge-Areal einen Baumarkt vor. 2007 wurde der Bebauungsplan rechtskräftig. Die Projektentwicklungsgesellschaft Jelau übernahm das Areal. 2015 legte Jelau der Stadt Laufenburg ein Nutzungskonzept mit der als mindestens notwendig erachteten Verkaufsfläche von 7500 Quadratmetern vor – mehr als ursprünglich vorgesehen. Anfang dieses Jahres beschloss der Gemeinderat Laufenburg die entsprechende Änderung des des Bebauungsplans.

Doch keine Klage

Der Gemeinderat Bad Säckingen erklärte daraufhin, einen Baumarkt mit 7500 Quadratmetern Verkaufsfläche notfalls juristisch zu verhindern. Er legte Widerspruch gegen die von Jelau gestellte Bauvoranfrage ein und bekam vom Landratsamt bis 22. Dezember Zeit eingeräumt, diesen zu begründen. Anfang Woche nun die Kehrtwende: Der Gemeinderat Bad Säckingen nimmt Abstand von einer möglichen Klage.

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...Jahre ist es her, als der Laufenburger Gemeinderat beschloss, einen Baumarkt auf dem Dampfsäge-Areal zu errichten.

Aber auch nach dem Verzicht Bad Säckingens auf eine Klage wird ein Baumarkt nicht vor Mitte oder gar Ende 2019 Realität sein. «Wenn es zügig läuft, anderthalb Jahre», bezifferte Michael Schelle als Vertreter der Projektentwicklungsgesellschaft Jelau die reine Bauzeit. Zuvor müsse aber erst noch die Detailplanung erfolgen, um eine Baugenehmigung zu erhalten.

Arbeit am Projekt gestoppt

Schelle zeigte sich wie der Laufenburger Bürgermeister Ulrich Krieger und Dietmar Fink als Vorsitzender des Gewerbeverbands erleichtert darüber, dass der Gemeinderat Bad Säckingen am Montag beschloss, gegen einen Baumarkt in Laufenburg nicht zu klagen.
Allein durch die Androhung juristischer Schritte habe man viel Zeit verloren, bedauerte Schelle. «Weil es so unsicher war, haben wir über Monate hinweg alle Aktivitäten für das Projekt gestoppt.»

Dies habe über den reinen Zeitverlust hinaus negative Folgen für die Investoren: «Die Kosten laufen uns davon. Vor drei Jahren hätten wir viel billiger bauen können.» Im Augenblick seien Planer und Baufirmen ausgebucht. Schelle wollte deshalb keine Prognose zum weiteren Zeitplan machen. Die Jelau werde im Januar über die weiteren Schritte beraten.

«Jetzt ist der Investor am Zug», erklärte Bürgermeister Ulrich Krieger. Aus Sicht der Stadt seien alle offenen Punkte geklärt. Nach dem Bad Säckinger Verzicht auf eine Klage bestehe Rechtssicherheit für das Projekt. «Damit kann endlich in die Detailplanung eingestiegen werden.» In Laufenburg hätten Gemeinderat und Stadtverwaltung trotz aller Widerstände von aussen immer an der Idee eines Baumarkts festgehalten, weil sie ihn für eine sinnvolle Ergänzung des Einzelhandelsangebots im Laufenpark hielten.

Gutes Verhältnis zueinander

Erfreulich sei auch, dass Bad Säckingen und Laufenburg jetzt ein jahrelanger Rechtsstreit erspart bleibe, so Krieger. Das Verhältnis zur Nachbarstadt sei trotz der angedrohter Klage bisher nicht getrübt gewesen, beteuert der Bürgermeister. Beide Kommunen arbeiteten auf einer Vielzahl von Feldern miteinander zusammen, etwa bei der Jugendmusikschule oder beim Tourismus. «Da dürfen wir nicht nur das Wohl unserer Stadt im Auge haben, sondern müssen auf die ganze Region achten.»

Einen positiven Impuls für den gesamten Einzelhandel im deutschen Laufenburg und auch die Gastronomie der Stadt erwartet Gewerbeverbandsvorsitzender Dietmar Fink von einem Baumarkt. «Das ermöglicht die Weiterentwicklung des Laufenparks, das bringt uns neue Kunden und schafft auch neue Arbeitsplätze.» Fink sieht im Obi-Markt einen Verbündeten gegen den Online-Handel, der besonders dem Einzelhandel kleinerer Orte zusetze: «In einem grossen Fachmarkt habe ich ein umfangreiches Angebot, das ich ansehen und in die Hand nehmen kann.»