Hellikon

Nach 18 Jahren ist Schluss: Kathrin Hasler tritt als Gemeindeammann zurück

Auf ihrem Balkon hat sie «ihr» Hellikon noch immer im Blick. Als Gemeindeammann aber tritt Kathrin Hasler zurück.

Auf ihrem Balkon hat sie «ihr» Hellikon noch immer im Blick. Als Gemeindeammann aber tritt Kathrin Hasler zurück.

Die langjährige Gemeinderätin- und Ammann verlässt ihr Amt – möchte aber Grossrätin bleiben.

«Ich bin die erste Frau, die kandidiert. Ich weiss nicht, wie das bei der Bevölkerung ankommt.» Das sagte Kathrin Hasler im Herbst 2009 in einem Interview gegenüber der AZ. Angekommen ist es gut: Hasler, damals 53, wurde wenig später zur ersten Frau Gemeindeammann gewählt.

Bei der Versammlungswahl, in Hellikon eine gut gehütete Tradition, schaffte sie die Wahl mit 80 Stimmen bereits im ersten Wahlgang. Jetzt, zehn Jahre später, tritt sie wieder ab. An der Gemeindeversammlung am vergangenen Freitag gab sie ihren Rücktritt auf Ende des Jahres bekannt. «Ich möchte schliesslich nicht als Sesselkleber in Erinnerung bleiben», sagt Hasler mit einem Lachen. Zehn Jahre war sie Ammann, zuvor bereits je vier Jahre als Gemeinderätin und als Vizeammann tätig.

Der Entscheid sei schon vor einiger Zeit gefallen, sagt Hasler. Schon vor der Gesamterneuerungswahl für die laufende Amtsperiode vor zwei Jahren dachte sie – mehr oder weniger laut – darüber nach, aufzuhören. Weil sich im damaligen Gemeinderat aber niemand als Nachfolger sah, beschloss sie, weiterzumachen. Mit Thomas Rohrer wurde bei der Erneuerungswahl allerdings bereits ein designierter Nachfolger in den Gemeinderat gewählt. «Das war damals so abgesprochen und es ist aufgegangen», sagt Hasler.

Ein Nachfolger ist gefunden

Die Freude ist ihr anzuhören. Rohrer habe sich ins Gremium und die Tätigkeit im Amt einarbeiten können – und er werde aller Voraussicht nach bei der Ersatzwahl als Ammann kandidieren. «Es war mir wichtig, dass es eine gute Nachfolgelösung gibt», sagt Hasler. Auch mit Blick auf die grossen Geschäfte, die auf kommunaler Ebene in den nächsten Jahren anstehen. Die Umsetzung der neuen Bau- und Nutzungsordnung ist nur ein Beispiel.

Die Gründe für ihren Rücktritt sind vielschichtig. Klar, da ist einerseits die lange Amtszeit. Da ist andererseits aber auch eine gewisse Ermüdung. «Wer so lange in der Politik tätig ist, kann gewisse Abläufe vorausahnen. Das kann ein Vorteil sein – aber genauso ein Nachteil.» Dann, wenn plötzlich der Schwung und der Elan fehlen, auch bei Rückschlägen rasch wieder neuen Mut zu fassen, wieder voll anzugreifen. Ein Gefühl, das Hasler zuletzt kennenlernte.

Frischer Wind in der Gemeinde

Sie, die sich eigentlich als «Macherin und Organisatorin» bezeichnet, als jemand, der sich gerne einmischt. Und als jemand, der durchaus auch Spass an der Politik hat, nach wie vor. Ihren Posten im Grossen Rat möchte sie denn auch behalten und wohl für eine weitere Amtszeit kandidieren. In Hellikon aber weht ab kommendem Jahr ein frischer Wind. «Mit einem Wechsel kommen immer auch neue Ideen. Das kann der Gemeinde gut tun», sagt Hasler.

Wirft sie einen Blick zurück auf ihre 18 Jahre im Helliker Gemeinderat, dann kommen ihr Erinnerungen an viele unterschiedliche Momente. Uneingeschränkt schöne, wie etwa das Dorffest 2009. Spannende und lehrreiche, wie der Winter 2010, als sich plötzlich scheinbar die ganze Welt für die zwei Erdkrater auf dem «Neulig» interessierte. «Ich ziehe ein positives Fazit», sagt Kathrin Hasler und fügt an: «Gleichzeitig freue ich mich auf die kommende Zeit.» Vor allem auf mehr Zeit – mehr Zeit für spontane Ausflüge mit dem Ehemann und mehr Zeit mit den bald drei Enkelkindern.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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