Laufenburg
Musik-Feen bezauberten mit Rock n''Roll und Zigeunermelodien

Im Rahmen der Kulturtage «Fliessenden Grenzen» trat das Ensemble Ganes in der Stadthalle Laufenburg auf. Ihr Auftritt war charmant wie auch mitreissend.

Ingrid Arndt
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Das Ensemble Ganes mit (von links) Elisabeth Schuen, Marlene Schuen und Maria Moling beim Auftritt in Laufenburg.ari

Das Ensemble Ganes mit (von links) Elisabeth Schuen, Marlene Schuen und Maria Moling beim Auftritt in Laufenburg.ari

Enge, mit roten Rosen bedruckte Pullis, Caprihose, weit schwingende Röcke und die meiste Zeit barfüssig – es schien, als seien die drei jungen, attraktiven Grazien aus den Südtiroler Dolomiten unmittelbar den fernen 1950er-Jahren entstiegen. Nach Laufenburg mitgebracht hatte das Trio Ganes aus Anlass der Kulturtage «Fliessende Grenzen», die bereits zum 15. Mal stattfinden, ganz besondere Musik. Selbst getextet und selbst komponiert präsentierten sie ihre zauberhaften Lieder in ladinischer Sprache, mit der sie in La Val und in urtümlicher Natur aufgewachsen sind. Sich selbst begleitend, spielten sie dazu auf Geigen, Gitarren und Schlagzeug, am Keyboard war diesmal Alessandro Trebo dabei.

Wie die Feen aus der Mythologie

Das Handwerk für ihre garantiert exzellente Darbietung haben die drei Künstlerinnen Elisabeth und Marlene Schuen sowie Cousine Maria Moling von der Pike auf gelernt. Die beiden Schwestern studierten Operngesang und Geigenspiel, Cousine Maria besuchte das Kärntner Landeskonservatorium.

Ganes – das sind Feen aus der ladinischen Mythologie und so verzauberten auch diese drei ganz realen Feen an diesen Abend die Gäste, mal sensibel behutsam, dann wieder kess und voller praller Lebensfreude mit ihrem neuesten Programm «Caprize» (Launen) in der Laufenburger Stadthalle. «Caprize» ist das vierte und neueste Album des Ensembles.

Singend, nachdenklich, fröhlich und tanzend erzählten sie Geschichten über Liebe, Sehnsucht, Geborgenheit, Tod und die ganz grossen, recht unberechenbaren Gefühle. Hauchend, fast sphärisch entführten sie in eine kalte Schneelandschaft, unter der Tod seinen Frieden findet, versöhnlich untermalt von filigranen Violinen. Sie tauchten ab in eine geheimnisvolle, gurgelnde Unterwasserwelt, aus deren Tiefen die Traurigkeit an der Oberfläche nicht mehr wahrgenommen wird.

Über Höhen und Tiefen der Liebe

Mit ihrem Sologesang und einem innigen Schlaflied berührte Elisabeth Schuen das Publikum, unbeschwert keck flirteten sie danach mit Alessandro Trebo am Keyboard und dem Publikum.

Und wie sollte es für diese schönen Frauen anders sein, wussten sie bestens Bescheid über Höhen und Tiefen der Liebe, beschrieben nicht ganz ernst zu nehmen einen Weltuntergang, in den sie temperamentvoll rhythmisch und augenzwinkernd hineintanzten. Sie holten märchenhafte Fabelwesen aus einem untergegangenen Königreich auf die Bühne, liessen in betörend schönem Harmoniegesang das Echo der Berge erklingen.

Ein Jodel zum Schluss

Charmant und mitreissend legten sie einen fetzigen Rock ’n’ Roll hin, in atemberaubenden Tempo spielten sie herrliche Zigeunermelodien, beeindruckten mit ihrer konzertanten Zugabe. Humorvoll jodelnd verabschiedeten sich die drei international agierenden Künstlerinnen schliesslich von der Bühne.