Bad Säckingen

Musical-Produzent: «Für das Team ist dieser Abend extrem emotional»

Das Musical «Happy Landing» wurde zum letzten Mal im Gloria-Theater aufgeführt – Zeit für die Macher Jochen Frank Schmidt und Alexander Dieterle, Bilanz zu ziehen. Das Programm war ein Erfolg wie nie zuvor.

Zum letzten Mal hat sich am Sonntagabend der Vorhang für das Erfolgsmusical «Happy Landing» gehoben. Mit der finalen Vorstellung, die im vollbesetzten Bad Säckinger Gloria-Theater mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, endete ein Erfolgskapitel: 60 Shows, fast 35'000 Besucher – das hat es im Gloria bis dato noch nie gegeben. «Happy Landing» hat in zwei Spielzeiten alle Rekorde gebrochen.

Natürlich hingen bei aller Freude über diesen Erfolg auch Wehmut und Abschiedsstimmung im Raum. Nach der Show gab es jede Menge herzliche Umarmungen, Tränen, Emotionen bei den Musicalprofis, die sich nun in alle Winde verstreuen. Das Zusammenarbeiten über zwei Jahre hat dieses Ensemble so eng zusammengeschweisst wie noch keines zuvor. «Für das Team ist es heute Abend extrem emotional», beschrieb Produzent Alexander Dieterle die Stimmung. «Die Darstellerinnen und Darsteller haben zwei Jahre so toll zusammengearbeitet und sind beste Freunde geworden. Sie werden heute alle weinen.»

Emotionaler Abschied

Ähnlich empfand es Gloria-Intendant, Komponist und Regisseur Jochen Frank Schmidt, für den diese Abschlussshow sehr emotionsgeladen war. Vier Jahre lang hat der Musicalmacher alle Kraft und Leidenschaft in sein Stück investiert: «Wir sind alle traurig, dass es zu Ende geht.» Aber andererseits freut er sich auf das, was kommt, auf das neue Musical, das er schon in der Mache hat.

Bei der Derniere hat das Ensemble noch mal alles gegeben, sich mit Verve, Spiellust und emotionaler Intensität in dieses Musical um die Stewardess Annie und ihre Träume vom Glück geworfen. Es war eine einzigartige Aufführung, weil sich am letzten Abend jeder Darsteller einen Gag erlauben darf. Schmidt und Dieterle setzen da vollstes Vertrauen in ihre Stars, aber sie verfolgten schon gespannt und «etwas angespannt», was für Überraschungen sich die Darsteller einfallen liessen. 

Die Gags der Darsteller

Viele Zuschauer, die das Musical schon mehrfach gesehen haben, kamen gerade deshalb noch mal in die Show. Das fing schon an, als die reizenden Stewardessen leicht beschwipst die Kabine im Flugzeug herrichteten. Für Lacher sorgten die Musiker des Pan-Am-Orchesters, die mit nacktem Oberkörper, weisser Fliege und Hosenträgern auf der Showbühne spielten. «Normalerweise können wir uns schon Kostüme für unsere Musiker leisten...», kommentierte Schmidt humorig diesen Gag. Jannis Tsakiris als Fluglinien-Boss Mr. Coon tauchte beim High Society-Ball mit einem Bifi statt einer Zigarre auf und nannte die zickige Verlobte seines Sohnes «Godzilla» statt Priscilla, was einige Erheiterung in den Zuschauerrängen auslöste.

Auch Nico Alesi trug als eitler Playboy und Millionär Angus Foster dick auf, etwa in der Schlafzimmer-Szene mit seiner Flamme Annie, und beim Heiratsantrag nestelte er einen Ring hervor, an dem ein verräterischer BH hing. Und in einer Szene taucht die rothaarige Ashley plötzlich mit blonder Perücke auf.

Publikumsliebling Lukas Bassler als Sanjeev erlaubte sich beim romantischen Candle-Light-Dinner für das Liebespaar Annie und Tom einen kleinen Gag, bei dem sich die Darsteller kaum das Lachen verkneifen konnten. Sogar der herzige Charlie-Darsteller Adrian Herzog, der den kleinen Sohn von Annie spielt, dachte sich eine Überraschung aus und tat so, als würde er sich einen Schluck Bier aus der Flasche genehmigen.

Zeit für den Abschied

Jede Nummer und das romantische Happy End des Traumpaars Annie und Tom wurde ausgiebig bejubelt. Beim Schlussapplaus holte Jochen Frank Schmidt sein Kreativteam mit auf die Bühne und liess sein tolles Ensemble hochleben. Bei der Abschiedsparty auf der Bühne trafen sich noch mal alle Darsteller, bevor sie auseinandergingen. «Mir sind noch mal alle Bilder durch den Kopf gegangen, vom Casting bis heute», sagte Hauptdarsteller Fabian Klatt. «Ich werde das Ensemble vermissen. Wir haben zusammen geschwitzt, gekämpft, gespielt, gelacht».

Auch Tiziana Turano, der die Hauptrolle der Annie sehr ans Herz gewachsen ist, schwärmt vom Zusammenhalt im Ensemble: «Es war von Anfang an wie eine Familie. Wir sind alle sehr traurig.» Eine lange Zeit gehe zu Ende, wendete sich Jochen Frank Schmidt mit herzlichen Worten an das Ensemble, das vom allerersten Tag an eine tolle Gemeinschaft geworden sei. «Ihr seid ein Teil der grossen GloriaFamilie und ich hoffe, dass sich unsere Wege bald wieder kreuzen.»

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