Rheinfelden

Multikulti – kulinarisch und musikalisch

Essen und Kultur verbinden: Über das Auffahrtswochenende hat sich die Welt zu einem Festival in der Altstadt getroffen.

Die rigide Interpretation des Integrationsbegriffes des Philosophen Peter Sloterdijk sorgte einst für heftige Kontroversen: «Integration ist ein Ausdruck, der einem unerreichbaren Ziel vorauseilt. Wir wären ja schon mehr als zufrieden, wenn man es zur beruhigten Koexistenz brächte, zu einer freundlichen Gleichgültigkeit gegenüber der Tatsache, dass es zu viele Leute gibt, mit denen man fast nichts gemeinsam hat», so Sloterdijk in einem Interview im Magazin «Cicero». Zusammenbringen, was nicht zusammengehört?

In Deutschland wurde die Politik einer multikulturellen Gesellschaft bereits für gescheitert erklärt. Und in der Schweiz? Das Bundesamt für Statistik (BFS) untersuchte 2016 erstmals die Einstellungen der Bevölkerung zu einzelnen Bevölkerungsgruppen und wie das Zusammenleben in der Schweiz funktioniert. 36 Prozent der Bevölkerung nahmen die Anwesenheit von als «anders» empfundenen Personen als störend wahr. Die Mehrheit findet, dass die Ausländerinnen und Ausländer mehr Rechte bekommen sollten.

«66 Prozent sind der Ansicht, dass Rassismus ein ernstes gesellschaftliches Problem ist, und 56 Prozent sind überzeugt, dass die Integration der Migrantinnen und Migranten in der Schweiz gut funktioniert. 65 Prozent glauben nicht, die Ausländerinnen und Ausländer seien schuld, wenn man sich auf der Strasse nicht sicher fühlt, und 68 Prozent verneinen die Aussage, Ausländerinnen und Ausländer seien für eine allfällige Zunahme der Arbeitslosigkeit verantwortlich», so das BFS. Es gibt noch viel zu tun.

Workshops und Konzerte

Grund genug, für das OK-Team rund um Matthias Blauenstein mit dem «Multikulti – das Festival der Kulturen» die Welt so darzustellen, «welche zusammen harmoniert, bunt und schön ist sowie die direkte Nähe vieler Kulturen und die Verständigung zu unterstreichen». «Sei mit uns multikulti! Live-Konzerte mit Top-Musikern aus aller Welt, Workshops, Vorträge mit zeitgemässen Themen und bunten Kinderaktivitäten», heisst es in der Pressemitteilung des Organisationskomitees. Geboten wurden Workshops mit Schnupperstunden für Djembé, Klangschalen und Meditations-Liebhaber sowie mit Tanz der indischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Tanzkultur. Die jüngeren Besucher konnten sich als Graffiti-Sprayer, am Bungee-Trampolin oder mit Basteln austoben. Einen Blick in die Kochtöpfe anderer Kulturen zu werfen, verbindet Menschen.

Fast an jeder Ecke wurde gekocht und gebrutzelt. Kulinarische Spezialitäten der Kurden, aus Griechenland und der asiatischen Küche. Indische Eintöpfe mit viel Reis, noch mehr Gemüse und scharfen Saucen, Teigtaschen oder Fladenbrote mit Fleischfüllung oder vegetarisch. Oder Thai-Crevetten oder Poulet im Teig mit raffinierten Gewürzen. Natürlich durften die beliebten Fettmacher wie «Churros» nicht fehlen, getunkt in Schokoladen-, Erdbeer-, Himbeer- oder Caramelsauce. Vertreten waren Länder wie Marokko, Madagaskar, Tibet, Indonesien, Schweiz, Spanien, Nepal, Bolivien, Syrien, Ukraine, Russland und viele mehr.

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