Mittelschule
Rheinfelden will das Gymnasium und wirbt darum mit einer Broschüre um die Gunst der Aargauer Grossräte

Noch bis am 26. Juni läuft die Vernehmlassung zur neuen Mittelschule im Fricktal. Nun geht Rheinfelden mit dem Standort Engerfeld in die Offensive: Über 200 Adressaten aus kantonaler und regionaler Politik erhalten eine Broschüre, die für den Standort wirbt.

Nadine Böni
Drucken
Teilen
Rheinfelden bewirbt sich mit dem Standort Engerfeld um die Fricktaler Mittelschule. Die Sportanlage (Grünfläche im Vordergrund) käme zwischen Autobahn und Autobahnzubringer zu liegen.

Rheinfelden bewirbt sich mit dem Standort Engerfeld um die Fricktaler Mittelschule. Die Sportanlage (Grünfläche im Vordergrund) käme zwischen Autobahn und Autobahnzubringer zu liegen.

Zvg / Aargauer Zeitung

Am Ende der gut 45-minütigen Medienkonferenz bleiben keinerlei Zweifel: Rheinfelden will die Mittelschule – und zwar unbedingt. «Ja», antwortet Stadtammann Franco Mazzi auf eine entsprechende Nachfrage. «Ja, ja, ja», legt Bildungsstadträtin Susanna Schlittler nach. «Auf jeden Fall.»

Noch bis am 26. Juni läuft die Anhörung. Neben Rheinfelden haben sich Stein und Frick beworben.

Broschüre zeigt Vorzüge und Optionen

Rheinfelden rührt nun noch einmal heftig die Werbetrommel: An über 200 Adressaten aus der kantonalen und regionalen Politik – darunter sämtliche Grossratsmitglieder, die Regierungsräte Alex Hürzeler und Markus Dieth sowie die Abteilung Berufsbildung – verschickt die Stadt eine Informationsbroschüre zum Standort Engerfeld. Franco Mazzi sagt:

Stadtammann Franco Mazzi lässt keine Zweifel aufkommen: Rheinfelden will die Mittelschule.

Stadtammann Franco Mazzi lässt keine Zweifel aufkommen: Rheinfelden will die Mittelschule.

Sandra Ardizzone (21. Dezember 2020)
«Wir wollen damit allfällige Verständnisschwierigkeiten ausräumen und die wesentlichen Vorzüge und möglichen Optionen im Engerfeld aufzeigen.»

Zusammengefasst sind es vier Punkte. Erstens: Die planungsrechtlichen Voraussetzungen sind geschaffen. Die betroffenen Parzellen befinden sich bereits in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen respektive in einer «freizeitorientierten Arbeitszone». Schulhaus und Sportanlagen wären somit zonenkonform, oder wie Mazzi sagt: «Der Kanton könnte heute ein Baugesuch einreichen.»

Zweitens sei das Engerfeld «der Mittelschulstandort der kurzen Wege». Für rund 40 Prozent der erwarteten Schülerinnen und Schüler sei das Areal in 25 Minuten per Velo erreichbar; für 95 Prozent innerhalb von 45 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr. Über zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler erreichen das Areal gar unter 30 Minuten.

Übergangslösung und Entwicklung

Der Standort Engerfeld biete, drittens, bereits vor der Errichtung einer neuen Mittelschule ein Infrastrukturangebot, um als Übergangslösung eine provisorische Schule betreiben zu können – und: Es gäbe Reserven für künftige Erweiterungen. Letzteres war zuletzt von der EVP in Frage gestellt worden. Aber Mazzi versichert:

«Diesbezüglich muss sich weder die Mittelschule noch das Berufsbildungszentrum oder die Kreisschule Sorgen machen.»
Sowohl neben der geplanten Sportanlage (rechts oben) als auch neben dem geplanten Schulhaus (vorne) gäbe es Platz für weitere Bauten.

Sowohl neben der geplanten Sportanlage (rechts oben) als auch neben dem geplanten Schulhaus (vorne) gäbe es Platz für weitere Bauten.

zvg / Aargauer Zeitung

Zum drohenden Lärm von der nahen Autobahn – ebenfalls ein Kritikpunkt der EVP – sagt Stadträtin Schlittler: «Bei den bestehenden Anlagen gibt es keinerlei Probleme. Das wird auch bei den Neubauten nicht anders sein, gerade mit den heutigen Isolationsmöglichkeiten.»

Vierter und letzter Punkt auf der Liste der Vorzüge: In unmittelbarer Nähe sieht die Stadt einen «attraktiven Mikrokosmos» mit verschiedenen Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten, Gastronomie und Synergiemöglichkeiten, wie Mazzi sagt. Er ist überzeugt:

«Eine Institution wie eine Mittelschule gehört an einen zentralen Standort und in eine städtische Umgebung.»

Und: «Es ist wichtig, diese Fakten zu berücksichtigen und sich nicht in regionalpolitischen Diskussionen zu verzetteln, die für diejenigen, die es betrifft – nämlich die Schülerinnen und Schüler – eher nebensächlich sind.»

Aktuelle Nachrichten