«mit.dabei-Fricktal»
Die Regionale Integrationsfachstelle zieht ein Jahr nach dem Neustart Bilanz

Die Verantwortlichen von «mit.dabei-Fricktal» sagen, wo sie noch Potenzial sehen und wie sich Einwohner mit Migrationshintergrund einbringen. Seit Januar wird die Institution auch von der Gemeinde Eiken mitgetragen.

Peter Schütz
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André Schreyer, Gemeindeammann von Magden, links, und Dominik Burkhardt, Präsident der Regionalen Integrationskommission.

André Schreyer, Gemeindeammann von Magden, links, und Dominik Burkhardt, Präsident der Regionalen Integrationskommission.

Bild: Peter Schütz

Wie ticken die Schweizer? Eine Frage, die selbst von Schweizern nicht leicht zu beantworten ist – und erst recht nicht von Menschen aus fremden Kulturkreisen. Wer in der Schweiz Fuss fassen möchte, ist auf Information und Hilfestellung sowie auf Offenheit und Kontaktfreudigkeit der Einheimischen angewiesen.

«Wie ticken die Schweizer?» war ein Informationsanlass der regionalen Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» (mdF). Mit 80 Teilnehmern ist er gut angenommen worden – von «neuangekommenen» Geflüchteten bis «alteingesessenen» Deutschstämmigen, freut sich Dominik Burkhardt, Stadtrat von Rheinfelden, Präsident der Regionalen Integrationskommission (RIKO) Fricktal sowie Leiter der Steuergruppe «mit.dabei-Fricktal». Aber dann kam Corona und erschwerte die Arbeit von mdF.

Neu stützen 22 Fricktaler Gemeinden die Institution

«Was wir uns bei der Ausweitung von vier auf 21 Gemeinden vornahmen, konnten wir bei weitem nicht erreichen», so Burkhardt. Die meisten Aktivitäten mussten abgesagt, verschoben oder ins Digitale verlegt werden. Doch alles was mach- und vertretbar ist, wurde ermöglicht. Dafür ist Burkhardt den drei Mitarbeiterinnen dankbar. Mit Blick auf die Akzeptanz, die der Integrationsfachstelle entgegengebracht wird, ist er zufrieden.

Denn «mit.dabei-Fricktal» wird von 22 Vertragsgemeinden mitgetragen: Bözen, Effingen, Elfingen, Frick, Gansingen, Gipf-Oberfrick, Herznach, Hornussen, Kaiseraugst, Kaisten, Laufenburg, Magden, Münchwilen, Oberhof, Oeschgen, Olsberg, Rheinfelden, Stein, Ueken, Wölflinswil und Zuzgen. Zuletzt, am 1. Januar 2021, ist Eiken dazugestossen. Damit soll nicht Schluss sein.

«Unser Ziel ist es, weitere Gemeinden aufzunehmen», erklärt André Schreyer, Gemeindeammann von Magden, gleichzeitig Präsident des Gemeindeverbands Sozialbereiche Bezirk Rheinfelden, dem Leistungsträger von mdF. Luft nach oben ist vorhanden. Zwölf Fricktaler Gemeinden sind noch nicht beigetreten.

Die beiden Beratungsstandorte sind Frick und Rheinfelden

Dabei kann sich das Angebot von mdF sehen lassen: Kostenlose Kurzberatung für Migranten, Willkommensgespräche für Neuzuziehende, Projektberatung für Ideen mit integrativem Charakter, Fachunterstützung für Gemeinden, Schulen und weitere Einrichtungen, Vermittlung von Schlüsselpersonen zur sprachlichen und kulturellen Unterstützung von Migranten. Auch die Zahlen sprechen für sich: mdF verfügt über ein Netzwerk aus 21 Schlüsselpersonen. Das sind engagierte Einwohner mit Migrationshintergrund, die eine Brückenfunktion zwischen Institutionen und der Migrationsbevölkerung ausüben und 18 verschiedene Sprachen abdecken.

Im vergangenen Jahr hatten sie trotz der Corona-Einschränkungen 73 Einsätze in 14 Gemeinden. Die Beratung der Zielgruppe erfolgt an zwei Standorten: in Frick für das obere Fricktal und in Rheinfelden für das untere Fricktal. Im letzten Jahr gab es 95 Kurzberatungen für Personen aus 21 verschiedenen Herkunftsländern mit Wohnsitz in 22 verschiedenen Gemeinden, wovon in zehn Nicht-Vertragsgemeinden.

Die Hälfte der Kosten trägt der Kanton Aargau

MdF hat seine Wurzeln in einem 2012 entstandenen Projekt, getragen von Bund, Kanton und den Gemeinden Laufenburg, Mumpf und Stein. 2016 stiess Rheinfelden dazu. 2019 erarbeiteten 16 Gemeinden unter Leitung von Dominik Burkhardt das Konzept «mit.dabei-Frickal 2.0». Im Januar 2020 erfolgte der Neustart.

Kürzlich feierte des «neue» mdF das einjährige Bestehen – «den Umständen entsprechend im stillen Kämmerchen», so Burkhardt. Die Finanzierung der regionalen Integrationsfachstelle erfolgt zu je rund 50 Prozent vom Kanton Aargau und von den Vertragsgemeinden. Der Beitrag der Gemeinden beträgt je Fr. 2.50 pro Einwohner und Jahr.