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Mit Springern gegen kurzfristige Unterrichts-Ausfälle in der Grippe-Saison

Lehrer sollten nicht krank in die Schule kommen. Für kurzfristige Absenzen gibt es deshalb verschiedene Modelle, die eine Betreuung der Schüler gewährleisten. Symbolbild

Lehrer sollten nicht krank in die Schule kommen. Für kurzfristige Absenzen gibt es deshalb verschiedene Modelle, die eine Betreuung der Schüler gewährleisten. Symbolbild

Das Springer-Modell wird im Fricktal an vier Schulen eingesetzt – andernorts müssen bei Grippe-Absenzen die gesunden Lehrer einspringen. Manchmal kommen auch Zivildienstleistende oder Schulleiter zum Einsatz.

Die Grippe ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Zwar liegen die Fallzahlen noch deutlich unter denen des Vorjahrs, doch die Erhebungen, des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zeigen unter anderem für den Aargau und die beiden Basel eine steigende Tendenz. Mit 123 Grippeverdachtsfällen pro 100 000 Einwohner ist der Epidemie-Schwellenwert überschritten, im BAG-Bulletin von dieser Woche heisst es, die Grippe sei im Aargau «weit verbreitet».

Betroffen sind dabei alle Altersklassen und so stecken sich auch Lehrpersonen immer wieder mit dem Virus an und fallen dann kurzfristig aus. Bei insgesamt rund 170 Lehrerinnen und Lehrern komme man pro Woche auf vier bis acht kurzfristige Lehrerabsenzen, sagt etwa Kerstin Mendelin, Leiterin der Möhliner Schulverwaltung. Um diese kurzfristigen Ausfälle aufzufangen, setzt die Schule Möhlin auf das Springer-Modell (siehe Box).

Springer sind festangestellte Lehrpersonen ohne eigenes Pensum. Sie kommen ab dem zweiten Abwesenheitstag zum Einsatz. Am ersten Tag einer nicht planbaren Absenz wird – so will es im Aargau das Gesetz – nach einer internen Lösung gesucht. Auch die Kreisschule Unteres Fricktal, die Oberstufe Frick und die Kreisschule Regio Laufenburg (KSRL) setzen auf das Springer-Modell. «Wir sind damit sehr zufrieden», sagt etwa KSRL-Schulleiter Philipp Hossli.

Zivildienstleistende im Einsatz

Der Springer der Oberstufe wird laut Peter Boss, Primarschulleiter in Frick, auch «gelegentlich» in der 5. und 6. Klasse genutzt. Ansonsten gilt in der Fricker Primarschule, dass die Klasse der kranken Lehrpersonen am ersten Halbtag von internen Stellvertretungen betreut wird. «Am Nachmittag werden die Kinder betreut, die nicht zu Hause bleiben können», so Boss. Nur in ganz seltenen Fällen, etwa wenn mehrere Personen gleichzeitig ausfallen, könne es auch zu einem Unterrichtsausfall kommen. «Die Betreuung ist aber gewährleistet, wenn sie nicht von den Eltern geleistet werden kann.»

In Münchwilen und in der Rheinfelder Primarschule ist das System ähnlich. «Ob und wann welche Kinder Betreuungsbedarf haben, wird jeweils zu Schuljahresbeginn durch die Klassenlehrperson mit den Eltern abgesprochen», sagt Heidi Federli, Leiterin der Schulverwaltung Rheinfelden. Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, werden auf andere Klassen aufgeteilt. Als interne Notfall-Lösungen verfügt die Primarschule Rheinfelden über Zivildienstleistende und Teamteaching-Lehrpersonen, die kurzfristig einspringen können. In Gansingen übernehmen bei Absenzen auch die schulische Heilpädagogin oder Schulleiter Urs Ammann selber die Betreuung der Klassen. An der Kreisschule Wegenstetten-Hellikon werden die Schüler von anderen Lehrern beaufsichtigt. «Die Lehrpersonen sind vom Kanton verpflichtet, unbezahlt kurzfristig einzuspringen. Davon müssen wir oft Gebrauch machen», sagt Co-Schulleiter Urs Hasler.

Schwierige Suche

Dauern die unvorhergesehenen Absenzen länger, suchen die Fricktaler Schulen Stellvertretungen. Allerdings ist dies leichter gesagt, als getan. «Schwierig, wenn nicht unmöglich», sei dies, sagt der Gansinger Schulleiter Urs Ammann. Auch der Münchwiler Schulleiter Markus Obrist bewertet die Suche als eher schwierig. «Deshalb ist es wichtig, ein starkes Netzwerk unter Lehrpersonen und Schulleitungen zu pflegen.» Er führt eine eigene Liste, mit Kandidaten, die kurzfristig einspringen können. «Diese Liste aktuell zu halten, ist sehr aufwendig, jedoch im Notfall von grosser Wirkung», so Obrist. Peter Boss tut es ihm gleich. «Das Stellenportal ist für kurzfristige Stellvertretungen nur bedingt hilfreich», sagt er.

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