Stein und Bad Säckingen planen einen gemeinsamen Fahrradweg. Die grundlegende Idee ist dabei eine Verbindung zwischen den beiden Bahnhöfen zu schaffen, womit das mobile Angebot für Zugreisende und Pendler verbessert werden soll. Für das Haushaltsjahr 2020 soll das entsprechende Budget bereitgestellt werden. Das wortwörtlich grenzüberschreitende Projekt wird gefördert von der IBA Basel (Internationale Bauausstellung), die sich speziell für die Mobilitätsattraktivität im trinationalen Gebiet um Basel bemüht.

Bei einer Informationsveranstaltung für Bürger haben Bürgermeister Alexander Guhl und Gemeindeammann Beat Käser sowie die Mitarbeiter der Baubehörden das Projekt vorgestellt. Ausgehend vom Bahnhof in Bad Säckingen führt die geplante Strecke über die Waldshuter Strasse, wo eine Überquerungshilfe errichtet werden soll entlang der Albert-Gersbach-Allee, die verbreitert werden soll. Weiter führt der Weg durch die Fischergasse zum Münsterplatz, dann in die Rheinbrückstrasse und schliesslich über die Holzbrücke.

Auf der Schweizer Seite führt eine Abzweigung direkt zur Novartis, eine andere führt über die Rheinbrückstrasse, die Schulstrasse und den Friedhofweg zum Bahnhof in Stein. Um in diesen letzten Abschnitten Fussgänger und Fahrradfahrer zu trennen, sollen entsprechende Bodenmarkierungen angebracht werden.

Vorbild für andere Grenzstädte

Weiter sollen bei der Novartis und beim Bahnhof Bad Säckingen zusätzliche Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder errichtet werden. Sogenannte «Meilensteine» sollen die touristischen Hotspots der Strecke markieren. Dazu zählen unter anderem das Bad Säckinger Münster sowie das Rheinufer. Auf deutscher Seite soll der Fahrradweg zudem vom Bahnhof aus in Richtung Kurgebiet, über den Badmattenpark und vorbei an der Villa Berberich, erweitert werden.

Der geplante Fahrradweg soll vorbildhaft für andere Grenzstädte sein. Guhl und Käser unterstrichen nicht nur den Bedarf, die autounabhängige Mobilität zu verbessern, sondern auch das entsprechende Potenzial der Kommunen als Arbeitgeber- und Touristenstandort. «Wir waren uns einig, dass was passieren muss», so Guhl. Die ehemals angedachte Busverbindung zwischen Bad Säckingen und Stein sei aus verkehrstechnischen Gründen nicht zustande gekommen, da die Fridolinsbrücke wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht für einen getakteten Busverkehr geeignet ist. Der geplante Fahrradweg ist nun ein erster Schritt, der zumindest in der Planung überzeugt, so Guhl.

Fördergelder in Aussicht

Wie Agnes Heller von der IBA berichtet, sei die Chance auf die sogenannte Interreg-Förderung sehr wahrscheinlich. So werden die voraussichtlichen Kosten von 227 000 Euro auf deutscher Seite mit einer Quote von 60 Prozent gefördert, die 350 000 Franken auf Schweizer Seite mit einer Quote von 30 Prozent. Langfristig kann sich Heller ausserdem einen grenzüberschreitenden Fahrradverleih für Bad Säckingen und Stein vorstellen.

Kritisiert wurde von den Anwesenden vor allem das Nadelöhr Holzbrücke. Bereits jetzt gebe es dort ein Gefahrenpotenzial aufgrund der vielen Fussgänger, Fahrradfahrer und der Gastronomie. Auf Schweizer Seite wurden vor allem die Strassenüberquerungen und das jeweilige Vorfahrtsrecht diskutiert. Wie Roland Gröflin jedoch betonte, soll das Verkehrsregime nicht geändert werden.