Die Traktanden neun, zehn und elf in der Botschaft für die Gemeindeversammlung vom 12. Juni haben es in sich. Der Zeininger Gemeinderat beantragt darin drei Verpflichtungskredite in der Höhe von insgesamt über 1,8 Millionen Franken. Das teuerste Vorhaben ist die Sanierung des Fussballplatzes «Unter Reben» mit rund 1,27 Millionen Franken.

Der Gemeinderat war genau vor einem Jahr von der Gemeindeversammlung per Überweisungsantrag beauftragt worden, ein entsprechendes Projekt auszuarbeiten. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Gemeinde und des FC Zeiningen, hat dies inzwischen getan. Unter anderem sollen die Spielfelder entwässert, eine Umzäunung in Richtung Möhlinbach erstellt sowie die Beleuchtung ersetzt werden. «Der FC-Platz muss saniert werden, um einen geregelten Trainings- und Spielbetrieb zu gewährleisten», sagt Gemeindepräsidentin Gisela Taufer.

Im Gebiet «Unter Reben» stehen aber auch noch weitere Projekte an: An der kommenden Versammlung traktandiert sind die Verlegung einer Wasserleitung (130'000 Franken) sowie eine erste Etappe für einen neuen Südzubringer von der Kantonsstrasse her (420'000 Franken).

Diese erste Etappe umfasst den Abschnitt von der Bachbrücke bis zum Klubhaus und ist mit dem Bau von 40 Parkplätzen verbunden. Über die Lage dieser Parkplätze wird mittels KonsultativAbstimmung an der Gmeind entschieden. Die Kredite für die zwei weiteren Etappen des Südzubringers (rund 660'000 Franken) wird der Gemeinderat erst an künftigen Versammlungen traktandieren. Wann genau, ist derzeit noch offen.

Es wird Kritik laut

Für Diskussionsstoff ist aber jetzt schon gesorgt. Zwei Wochen vor der Versammlung zeichnet sich ab, dass es im Dorf Widerstand gegen die Sanierung des Fussballplatzes und den Südzubringer gibt. Wortführer der Gruppe ist Werner Gerber. Er und seine Mitstreiter würden sich vor allem an zwei Sachen stören, sagt Gerber. Erstens, dass das Projekt erst aufgrund eines Überweisungsantrags überhaupt auf der Agenda des Gemeinderats landete. «Das Projekt ist vor allem im Interesse des FC», sagt er. Und zweitens, so die Meinung der Gegner, stünden in Zeiningen wichtigere Projekte an. «Wir können uns eine Ausgabe in dieser Höhe aufgrund der finanziellen Lage eigentlich nicht leisten. Wenn wir sie uns doch leisten, dann gäbe es sinnvollere Bereiche», sagt Gerber und nennt als Beispiel einen neuen Kindergarten.

Die finanzielle Lage der Gemeinde ist tatsächlich wenig rosig. Die Rechnung 2017 der Gemeinde ist zwar deutlich besser ausgefallen als budgetiert. Der Schuldenberg konnte so etwas verkleinert werden. Aber: Die Nettoschuld beträgt noch immer gut 6,5 Millionen Franken – pro Einwohner also über 2800 Franken. Das ist mehr, als das Aargauer Gemeindeinspektorat empfiehlt. Laut diesem ist eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2500 Franken noch tragbar.

Einfluss auf den Steuerfuss?

Der Gemeinderat macht denn auch gar keinen Hehl daraus, dass die Projekte beim Fussballplatz Auswirkungen auf den Steuerfuss haben könnten. Dieser liegt aktuell bei 112 Prozent. «Der Gemeinderat sieht zurzeit von einer Steuerfusserhöhung ab, dies kann aber in Zukunft nicht ausgeschlossen werden», sagt Taufer offen. Auf der Gemeinde-Website ist ab heute eine Excel-Tabelle aufgeschaltet. Durch Eingabe oder Weglassen von gewissen Projekten kann jeder Bürger selber simulieren, wie sich der Steuerfuss ändert. «Bei einer Realisierung des FC-Platzes, des Südzubringers sowie der Parkplätze müsste der Steuerfuss um 1,5 Prozent erhöht werden», sagt Taufer.

Sie betont allerdings, dass zumindest die erste Etappe des Südzubringers ohnehin erstellt werden müsse. «Die bestehende Strasse liegt in der Grundwasserschutzzone und muss eine Strassenentwässerung aufweisen.» Und der Gemeinderat stehe auch der Sanierung des Fussballplatzes «positiv» gegenüber. «Der Stimmbürger hat vor rund 36 Jahren der Erstellung eines Fussballplatzes zugestimmt. Der Platz gehört der Gemeinde und wird zum grössten Teil auch von ihr unterhalten, so wie jede andere gemeindeeigene Sportanlage», sagt Taufer.

Die Kritiker rund um Werner Gerber sehen das anders. Sie wollen bis zur Versammlung möglichst viele Mitstreiter finden. Und: Es werde bereits ein allfälliges Referendum vorbereitet, sagt Gerber.