Möhlin

Millionenkredit für Schulhaus-Neubau: «Das ist ein finanzieller Kraftakt»

Auf dem Steinli-Areal ist ein dreigeschossiger Ergänzungsbau geplant. Die Gmeind entscheidet über den Baukredit. Visualisierung/zvg

Auf dem Steinli-Areal ist ein dreigeschossiger Ergänzungsbau geplant. Die Gmeind entscheidet über den Baukredit. Visualisierung/zvg

Der Gemeinderat von Möhlin legt der Gemeindeversammlung einen Millionenkredit für einen Schulhaus-Neubau vor.

Es ist einmal mehr ein grosser Brocken, den der Möhliner Gemeinderat der Gemeindeversammlung vorlegt. Am 27. Juni entscheidet die Versammlung über einen Millionenkredit für einen Schulhausbau – und damit über die «Zukunft der Schulraumentwicklung», wie es Gemeindeammann Fredy Böni ausdrückt.

13 Millionen Franken möchte die Gemeinde in einen Ergänzungsbau beim Schulhaus Steinli sowie den Umbau des bestehenden Gebäudes stecken. Der Ergänzungsbau umfasst drei Stockwerke, bietet unter anderem Platz für zehn Klassenzimmer, fünf Gruppenräume und diverse Spezialräume, etwa für die Fächer Naturwissenschaften oder Bildnerisches Gestalten. «Ziel ist es, die Bezirksschule in die Oberstufenanlage Steinli zu integrieren und mit dem Ergänzungsbau ein Oberstufenzentrum für alle Leistungszüge zu schaffen», sagt Böni. Voraussichtlich 2021 würde der Ergänzungsbau bezogen.

Platz für die Primarschule

Mit dem Bau könnten zudem quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Zügelt die Bezirksschule nämlich vom heutigen Standort beim Fuchsrain ins Steinli, wird ihr Schulhaus frei für die Primarschüler. «So kann gleichzeitig das langjährige und sich verschärfende Platzproblem auf der Primarstufe gelöst werden», sagt Böni. Nach dem Bau für die Oberstufe würden demnach die beiden Schulhäuser im Fuchsrain saniert und gleichzeitig für einen reinen Primarschulbetrieb umgebaut. «Mit der Umnutzung und der Sanierung sind wir auch für die Zukunft gerüstet», sagt Böni.

Für die Planung der Sanierung und des Umbaus beantragt der Gemeinderat an der kommenden Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit in der Höhe von 600 000 Franken. Die Umsetzung dürfte nach heutigem Kenntnisstand gegen sieben Millionen Franken kosten und, so der Plan, 2023 abgeschlossen sein.

Rechnung 20 Millionen im Plus

Das sind – gerade angesichts der in den vergangenen Jahren stets angespannten Finanzlage der Gemeinde – hohe Summen. Das sagt auch Fredy Böni. Wobei: Das Jahr 2018 hat hinsichtlich der Finanzlage eine deutliche Verbesserung gebracht. Die Rechnung weist ein Finanzierungsergebnis von knapp 23,8 Millionen Franken aus, budgetiert waren rund 3,1 Millionen Franken. Hauptgrund für das so viel bessere Ergebnis sind die Neubewertungen der Sachanlagen. Der Wert der Liegenschaften und Ländereien ist vor allem dank den neu als Baugebiet geführten Arealen Rüttenen und Leigrube um 18,2 Millionen Franken gestiegen. «Dieser Sondereffekt bringt vorerst zwar keine zusätzliche Liquidität. Diese kann aber bei einem Verkauf der Grundstücke realisiert werden», sagt Böni.

Die Nettoschulden der Gemeinde konnten dank des Sondereffekts von fast 30 Millionen Franken auf 5,4 Millionen Franken reduziert werden. Auf den Einwohner heruntergerechnet, betragen die Schulden damit 483 Franken. Ende 2017 waren es noch 2650 Franken. Böni spricht denn auch von einer «deutlichen Verbesserung der Lage».

Verschuldung steigt wieder

Klar ist allerdings schon jetzt: Die Verschuldung würde mit den Schulhausprojekten wieder ansteigen. Wobei Böni betont, dass die entsprechenden Investitionen im Finanzplan eingestellt seien. «Die Investitionen und die Folgekosten bedeuten einen finanziellen Kraftakt, können jedoch bei einem weiterhin umsichtigen Umgang mit den finanziellen Mitteln getragen werden», sagt Böni.

Verwandtes Thema:

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

Meistgesehen

Artboard 1